Der Digitalfunk läuft fast rund 

Insgesamt sind Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit der neuen Technik durchaus zufrieden. Aber es gibt einen großen Wunsch.

Kürzlich hat Burgaus Feuerwehrkommandant Hans-Peter Merz im Gespräch mit unserer Zeitung ein Problem thematisiert: den Digitalfunk. Manche kurz vor dessen Einführung beschaffte Infrastruktur sei mit ihm nicht kompatibel. Die Alarmierung laufe weiter analog. Und obwohl der Analogfunk zusätzlich zum digitalen in Fahrzeugen vorgehalten werden müsse, habe die Stadt vom Freistaat eines nur mit digitalem Funk erhalten. In der Tat, sagt Kreisbrandrat Robert Spiller, laufe die Alarmierung noch über analoge Meldeempfänger. Wer die zweimalige Durchsage verpasst, erfahre erst im Feuerwehrhaus, was passiert ist. Die digitale Alarmierung sei geplant, aber sie wollten derzeit nur Bayern und Hessen.

Insgesamt sind Spiller und Roman Gepperth, beim Landratsamt für den Bereich öffentliche Sicherheit zuständig, mit dem Digitalfunk aber zufrieden. Zum 3. Juli 2017 wurden die Feuerwehren im Gebiet des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Donau-Iller darauf umgestellt. Es könne zwar vorkommen, dass bei starkem Regen die Verbindung abbricht, aber physikalische Gegebenheiten ließen sich auch mit der neuen Technik nicht umgehen. „Zumindest zeigen die Geräte jetzt an, wenn man nicht verbunden ist“, sagt Gepperth. Bei den analogen habe man das nicht einmal gemerkt.

Auch in den meisten Gebäuden funktionierten die Geräte, die Funkabdeckung sei bis auf ein paar wenige Bereiche im Landkreis gut. Etwa im Mühlwegtunnel in Günzburg soll eine stationäre digitale Funkeinrichtung nachgerüstet werden und wenn die digitale Alarmierung komme, würden ein paar weitere Basisstationen für den Empfang ergänzt. Im Kreis Günzburg habe es das nicht gegeben, anderswo in Schwaben hätten auch Proteste gegen die Funkmasten zu Problemen bei der Abdeckung geführt.

Baden-Württemberg hat noch analogen Funk

Dass in den Fahrzeugen im Landkreis analoge und digitale Technik installiert ist, hänge nur damit zusammen, dass Baden-Württemberg noch nicht auf den Digitalfunk umgestellt habe und bei länderübergreifenden Einsätzen in diesem Grenzgebiet die Verbindung zu den dortigen Kameraden gehalten werden muss. Dass bei einem Fahrzeug in Burgau der analoge Funk fehlt, sei beim Freistaat moniert worden. Aber weil in Bayern digital Standard ist, werde das nicht erfolgen. Deshalb müsse immer ein Führungsfahrzeug mit ausrücken.

Was Spiller und Gepperth ebenfalls nicht gefällt, aber was sie genauso wenig ändern können, ist die nicht kompatible Vorrüstung für den Digitalfunk. So wurden beispielsweise Funktische installiert, die doch wieder ausgewechselt werden mussten. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar und unbefriedigend“, sagt Spiller. Aber es sei nun einmal schwer vorherzusagen, wie sich die Technik entwickelt, und durch die Verzögerung bei der Einführung des Digitalfunks seien Ersatzansprüche gegenüber den Firmen verjährt. Auch das Landratsamt selbst sei betroffen gewesen. Alles in allem sei die neue Technik wesentlich besser als die analoge.

Johanniter haben keine Probleme mit Digitalfunk

Auch der Chef der Rettungsleitstelle Donau-Iller, Reiner Wolf, möchte sie nicht mehr missen. Zwar könne es in der Tat bei schlechter Witterung Ausfälle geben, aber der Digitalfunk bedeute eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem analogen Vorgänger. Allerdings „muss die Alarmierung dringend umgestellt werden“, um mehr Möglichkeiten zu haben. Das sieht der kommissarische Leiter Rettungsdienst beim Kreisverband des Roten Kreuzes, Christian Skibak, genauso. Der Empfang sei wesentlich besser geworden, etwa in der Innenstadt von Burgau, wo es damit früher große Probleme gegeben habe.

Aber auch wenn es bei Nebel oder starkem Regen nach wie vor Schwierigkeiten gebe, so geht er davon aus, dass nach und nach die Technik verfeinert wird. Und die Johanniter sind auch der Ansicht, dass es schon beim Analogfunk „Kinderkrankheiten“ gab, wie Sprecherin Kerstin Biedermann sagt. Und bei ihnen seien nicht einmal Probleme bei starken Regenfällen bekannt.

Bei der Polizei wird Analogfunk zurückgebaut

Die Polizei ist nicht minder zufrieden mit dem Digitalfunk, erklärt das zuständige Landeskriminalamt. Von den Dienststellen im Landkreis Günzburg gebe es eine positive Resonanz. Regelmäßige Störungen etwa bei Starkregen gebe es nicht. Der Analogfunk wurde bei der Polizei im Bereich des Präsidiums Schwaben Süd/West inzwischen übrigens außer Betrieb genommen und wird gerade zurückgebaut.

Das Bayerische Innenministerium erklärt, dass Funktische an örtliche Situationen angepasst würden, ohne dass sich der Freistaat beteilige. Je nach Dimension sei es möglich, dass kein Platz zum Einbau zusätzlicher Digitalfunkkomponenten vorhanden war. Häufig könne das durch eine Erweiterung des Funktischs gelöst werden. Die digitale Alarmierung bei Feuerwehren werde demnächst nachgerüstet. Die zeitliche Verfügbarkeit des Digitalfunks in Bayern liege fast bei 100 Prozent, „dass sich bei schlechter Witterung der Empfang verschlechtert, ist den physikalischen Gesetzmäßigkeiten geschuldet“ und könne bei jedem Funksystem passieren. Wo nötig, werde das Netz dichter. Zum Fall Burgau: Das beschaffte Fahrzeug sei für den Einsatz mit anderen Wagen vorgesehen, unter anderem einem Führungsfahrzeug. In dem sei der Analogfunk installiert.

Quelle: Kreis Günzburg: Der Digitalfunk läuft fast rund – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 21.05.2018 – 19: Uhr

Wie freiwillig können Feuerwehren sein?

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Bild: Bernhard Weizenegger

Die Belastung für die Aktiven nimmt zu. Der Burgauer Kommandant hat deshalb eine Vergütung für die Einsätze ins Spiel gebracht. Doch dabei gibt es Hürden.

Die Zeiten haben sich geändert. Viele Menschen arbeiten nicht mehr in ihrem Wohnort, die Zahl der Landwirte ist stark zurückgegangen. Aus diesen (und anderen) Gründen ist es gerade für viele kleinere Feuerwehren nicht mehr möglich, tagsüber genug Kräfte zum Ausrücken aufzubieten. Darauf wurde schon insofern reagiert, dass nicht mehr nach einzelnen Wehren, sondern nach benötigten Geräten alarmiert wird. Gerade die größeren Feuerwehren seien stärker belastet, sagt Kreisbrandrat Robert Spiller im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar hat bei einem Einsatz im Ort selbst die dortige Wehr die Leitung – bloß tun sich immer mehr schwer, überhaupt noch Führungskräfte zu finden, während anderswo die Mannschaft fehlt. Burgaus Kommandant Hans-Peter Merz hatte angesichts der steigenden Anforderungen und Belastungen kürzlich bereits eine mögliche Einsatzvergütung ins Spiel gebracht, doch Spiller sieht hier ein Problem.

Denn wenn es eine Bezahlung gibt, könne man mitunter nicht mehr von einer Freiwilligen Feuerwehr sprechen. Zwar gebe es schon jetzt die Möglichkeit, Kameraden mit einer besonderen Funktion eine Vergütung zu zahlen, aber das sei wohl nicht flächendeckend möglich. Um diese Frage zu klären, will der Kreisfeuerwehrverband den Kommunen ein Seminar zum Feuerwehrrecht anbieten und dafür auch einen Referenten aus dem zuständigen Ministerium gewinnen. Auf jeden Fall dürfe kein geldwerter Vorteil entstehen, sonst bringe eine solche Vergütung keinem etwas.

So oder so geht Spiller davon aus, dass sich die Konzentration bei den Feuerwehren in Zukunft fortsetzt. Es dürfe zwar keine aufgelöst werden, aber es sei damit zu rechnen, dass weitere Löschgruppen entstehen, die sich größeren Einheiten angliedern. Ebenso werde die Zahl der Zusammenschlüsse wohl zunehmen. „Besonders in Orten, wo die Menschen nur noch zum Schlafen sind, haben wir das Problem, dass sich kaum noch jemand für das Gemeinwohl verantwortlich fühlt.“

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Das Innenministerium betont wie Spiller, dass es im Ehrenamt keine klassische Vergütung gebe. Wenn die freiwilligen Feuerwehrleute im Dienst sind, sind sie währenddessen und in einem bestimmten Zeitraum danach von ihrer beruflichen Tätigkeit gesetzlich freigestellt und erhalten währenddessen ihren Lohn fortgezahlt. Wer nicht fest angestellt ist, bekommt den Verdienstausfall von der Gemeinde bis zu einem gewissen Höchstsatz ersetzt. Auch seien die Gemeinden verpflichtet, bestimmte Auslagen zu erstatten, Sachschäden zu ersetzen und in bestimmten Fällen die Feuerwehrleute zu verpflegen.

Für Kommandant und Stellvertreter gebe es eine pauschale Entschädigung, die von der Gemeinde festgesetzt werde. Und wer ohne eine solche Position „regelmäßig über das übliche Maß hinaus“ Dienst leistet, könne auch entschädigt werden, etwa der Geräte- und Jugendwart. „Das übliche Maß bestimmt sich nach dem Zeitaufwand, den die Feuerwehrdienstleistenden üblicherweise aufbringen“, erklärt der Sprecher. „Unseres Erachtens kann hierauf keine Einsatzvergütung für alle Feuerwehrdienstleistenden gestützt werden. Sie würde den Grundsatz der Ehrenamtlichkeit des Feuerwehrdienstes unzulässig aushöhlen.“

Quelle: Günzburger Zeitung

73 Jahre lang war diese Fahne verschollen

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Seit 1945 suchte die Feuerwehr Leipheim nach ihrer ersten Vereinsfahne. Jahrzehntelang vergebens. Bis vor wenigen Tagen ein Paket aus Amerika eintraf. Ein Rätsel muss nun allerdings noch gelöst werden.

Das Paket war vier Wochen lang unterwegs, abgeschickt in Colorado Springs in Amerika. Frankiert ist es mit 77 Dollar. Anfang Mai ist es endlich an seinem Zielort eingetroffen: Leipheim. Empfänger ist die Feuerwehr. Gerätewart Martin Gräss ist der Erste, der das Paket in Händen hält. „Ich habe den Absender gesehen und eine Gänsehaut bekommen. Ich wusste sofort, was darin sein muss.“ In dem Paket befand sich eine alte Fahne, genauer gesagt die erste Vereinsfahne der Feuerwehr Leipheim, die seit 1945 verschollen war. 73 Jahre später ist sie nach Hause zurückgekehrt.

„Damit hat keiner von uns gerechnet“, sagt der Vereinsvorsitzende Martin Stark. Immer wieder hat der Verein Suchaktionen gestartet, hat die amerikanische Regierung angeschrieben, um Informationen zu erhalten. Alles vergeblich. „Wir wussten, dass sie irgendwo in Amerika sein muss. Aber wir hatten keine Anhaltspunkte.“ Bis 1945 hing die Fahne in der damaligen Gaststätte zum Bären. Als die US-Armee im April 1945 die Stadt einnahm, verschwand die Fahne. 73 Jahre später konnte jetzt geklärt werden, wohin sie damals gebracht worden ist. Und die Fahne hat einen langen Weg hinter sich, wie der Vereinsvorsitzende mittlerweile herausgefunden hat. Oberstleutnant J.H. Seay, Zugführer des 254. Infanterieregiments, ließ sich die Fahne mit seinen persönlichen Sachen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die USA schicken. Seay wurde mehrfach versetzt. Die Fahne hatte er immer im Gepäck – von Louisiana, über mehrere Stationen in Texas bis nach Colorado Springs. Irgendwann in den 1970er-Jahren ist Oberstleutnant J.H. Seay gestorben, sein Enkelsohn hat die Fahne gewissermaßen geerbt und nun zurückgeschickt.

Die Fahne hat viel mitgemacht

In einem Brief an die Feuerwehr Leipheim, übrigens in sehr gutem Deutsch formuliert, schreibt er, dass sein Großvater zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Leipheim stationiert war. „Wenn Sie die Fahne nicht behalten oder wiederherstellen wollen, dann bitte sie an ein örtliches Museum schenken“, steht in dem kurzen, maschinengeschriebenen Brief, der dem Paket beilag. Und weiter: „Es tut mir Leid wegen der Kondition.“ Tatsächlich sieht man der Fahne an, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten viel mitgemacht hat. Auf der weißen Seide sind rote Verfärbungen zu sehen. Risse durchziehen die Fahne, ein Teil des oberen Deckstoffes fehlt leider ganz. Martin Stark ist mittlerweile im Kontakt mit dem Absender. Von ihm hat er erfahren, dass die Fahne all die Zeit in einem Spint aufbewahrt worden ist. In den 1970er-Jahren fiel sie allerdings einem Wasserschaden zum Opfer. „Auslöser war eine defekte Duschkabine. Der Wasserschaden wurde sehr spät entdeckt“, erklärt Stark. Restaurieren kann man die Fahne nicht mehr, dafür ist sie zu stark beschädigt. „Wir müssen jetzt sehen, was mit ihr passiert. Wir sind auch im engen Kontakt mit der Blauen Ente“, sagt Gerätewart Martin Gäss. Für eine dauerhafte Ausstellung in dem Museum sei die alte Fahne aber nicht geeignet. „Die Lagerung ist nicht einfach.“ Am besten wäre es, die Fahne eingerollt und im Dunkeln zu lagern.

Und dennoch: Die Freude über die zurückerhaltende Fahne, können die Verantwortlichen der Feuerwehr kaum in Worte fassen. „Die Fahne ist eine alte Historie unseres Vereins, sie verbindet uns“, sagt Martin Gräss. Bei allen Großveranstaltungen, Beerdigungen und Hochzeiten war die Fahne immer mit dabei. „Für mich ist es eine Ehrerbietung, so ein altes Stück wieder hier zu haben. Auch in Gedenken an unsere verstorbenen Mitglieder“, sagt Martin Gräss.

Die Oberschicht der Fahne ist aus reinster Seide, die aufwendigen Verziehrungen sind handgestickt, zum Teil mit einem Metallfaden durchzogen, der bereits oxidiert. Auf der Rückseite befindet sich das Stadtwappen – allerdings thront obenauf noch eine Krone und die Stadtfarben fehlen. Das Wappen ist in Goldtönen gehalten. Vorne prangt unter dem Schriftzug der Feuerwehr eine Jahreszahl und diese ist es, die im Moment noch Rätsel aufgibt.

Wie alt ist die Fahne?

Denn ist eine der Ziffern nun eine Null oder eine Sechs? „Wir wissen nicht, wie alt die Fahne ist“, sagt Vorsitzender Martin Stark. 1807 oder 1867 – beide Jahreszahlen sind möglich und beide kommen in der Geschichte der Feuerwehr Leipheim vor. 1865 wurde der Verein offiziell gegründet – gut möglich, dass zwei Jahre später die Fahne dazu kam.  Doch schon viel früher gab es in Leipheim einen Zusammenschluss von Freiwilligen, die bei Bränden ausrückten. Sie hatten 1807 schon den ersten Spritzenwagen. Ist die Fahne also bereits älter als der Verein? In den nächsten Wochen soll die Fahne genauer untersucht werden, dann soll dieses Geheimnis gelöst werden. So oder so, in Leipheim dominiert im Moment die Freude darüber, dass ein altes und wichtiges Erinnerungsstück der Vereinsgeschichte nach so vielen Jahren „nach Hause zurückgekehrt ist“, wie es Martin Gräss auf den Punkt bringt.

Quelle: Günzburger Zeitung

Mehr Geld für die Freiwilligen Feuerwehren

Löschzüge im Landkreis Günzburg erhielten 2017 mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder vom Freistaat

Die Feuerwehrleute in Bayern bewältigen rein rechnerisch alle zweieinhalb Minuten einen Einsatz. Zur Unterstützung ihrer Arbeit stockte der Freistaat die Fördermittel im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent auf gut 52 Millionen Euro auf. Knapp 3990 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich in den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Günzburg.

Mit exakt 349 Aktiven sei jede Zehnte von ihnen eine Feuerwehrfrau, wie aus einer aktuellen Anfrage der CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Hans Reichhart beim Bayerischen Staatsministerium des Innern hervorgehe. „Der Einsatz unserer Feuerwehrfrauen und -männer ist immens“, erklärt Sauter in seiner Mitteilung. „Sie stehen Tag und Nacht auf Abruf für die Gesell-schaft bereit und setzen sich dabei immer wieder Gefahren für Leib und Leben aus, zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Insgesamt seien 320000 Feuerwehrleute in Bayern aktiv, 310000 davon ehrenamtlich. „Unsere Feuerwehrleute sind ein unmittelbarer und starker Garant für Sicherheit.“

Um die Feuerwehrleute zu unter-stützen, erhöhte der Freistaat die Fördermittel. Der Grund seien Geräteverbesserungen sowie die Aufrüstung auf moderne Rettungstechnik. Insgesamt investierte der Freistaat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 184 Millionen Euro zur Gewährleistung des Feuerschutzes im Land. Davon flossen 26,6 Millionen Euro in den Regierungsbezirk Schwaben, mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder erhielten die Löschzüge im Landkreis Günzburg. Zusätzlich dazu stehen den Wehren Sonderförderprogramme für Gefahrgut-Gerätewagen, Wärmebildkameras, Digitalfunk oder Jugendschutzbekleidung zur Verfügung.

Wie in vielen Vereinen sinkt auch bei den Freiwilligen Feuerwehren die Mitgliederstärke. In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der freiwilligen Wehrleute im Freistaat um 8200 Personen. Um weiter einen umfassenden Schutz im Brand-, Überschwemmungs- und Katastrophenfall zu gewährleisten, bemühen sich der Freistaat und der Landesfeuerwehrverband, weitere Freiwillige anzuwerben. Seit 2011 stellt der Staat jährlich 275000 Euro für Imagekampagnen zur Nachwuchsgewinnung zur Verfügung. „Feuerwehren leisten eine starke Jugendar-beit“, betont auch der neue Staatssekretär Hans Reichhart. „In den Gemeinden zwischen Kammel, Mindel und Günz prägen sie den Ortszusammenhalt.“ Mit der Novellierung des bayerischen Feuerwehrgesetzes 2017 werden Möglichkeiten zur kommunalen Zusammenarbeit der Löschzüge vor Ort gegeben, außerdem wird in den Aufbau von Kinder- und Jugendfeuerwehren investiert. „Es ist richtig, dass den Wehren mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um Jugendarbeit attraktiv zu gestalten. Die Jugendarbeit ist eine wichtige Investition in die Zukunft der Freiwilligenarbeit.“

Auch die Erwachsenenbildung der Feuerwehrleute wird gestärkt. Für die Ausbildung ehrenamtlicher Feuerwehrkräfte investierte der Freistaat von 2008 bis 2017 mehr als 228 Millionen Euro. So konnten die Lehrgangskapazitäten an den Feuerwehrschulen von 46000 Fortbildungstagen (2011) auf 65000 im Jahr 2017 erhöht werden. Um dieses Plus zu gewährleisten, erhöhte der Freistaat die Lehrstellen an den Schulen um 60 Personen, 65 Millionen Euro wurden für bauliche Verbesserungen investiert, die Erhöhung der Bettenzahl von 330 auf 460 kostete 60 Millionen.

Quelle: Günzburger Zeitung

Häufig werden Brände gemeldet – obwohl es nicht brennt

Die Feuerwehr muss im Landkreis immer wieder ausrücken, obwohl es gar kein Feuer gibt. Was es damit auf sich hat und welche Folgen das haben kann.

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In den vergangenen Tagen sind Feuerwehren im Landkreis Günzburg öfter ausgerückt, weil Brandmeldeanlagen Alarm ausgelöst hatten. Alleine vom 26. Februar bis 1. März kam das sieben Mal vor, zeigt die Übersicht des Kreisfeuerwehrverbands. In der Regel gibt es bei solchen Meldungen aber kein Feuer. Kreisbrandrat Robert Spiller sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass es Zeiten gebe, in denen sich solche Alarme häuften, beispielsweise bei Kälte oder starkem Wind.

Er spricht nicht vom Fehl-, sondern vom Täuschungsalarm, da die Anlagen durchaus etwas registrieren. So könnte es sein, dass Wind Staub aufwirbelt, und dieser als Rauch interpretiert werde. Davon abgesehen komme es immer wieder vor, dass Staplerfahrer in Firmen an Sprinkleranlagen hängen bleiben, und auch dadurch ein Alarm ausgelöst wird.

Dass in Unternehmen bei Kälte öfter Melder anschlagen, kann sich der Geschäftsführer von Esotronic, nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen in Süddeutschland auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik mit Sitz in Bubes-heim, nicht pauschal erklären. Dabei müsse geprüft werden, sagt Rolf Haugg, ob sich in einer Firma im Winter gegenüber den warmen Jahreszeiten etwas verändere.

Eigentlich sollte es keine falschen Alarme geben

So gebe es Anlagen, die auf Temperaturunterschiede reagieren und angesichts der derzeit niedrigeren Werte Alarm geben könnten. Aber die Technik sei so ausgereift, dass dies nicht vorkommen sollte – wenn die Geräte richtig eingestellt sind. Es komme aber vor, dass sich beispielsweise in der Produktion eines Betriebs etwas ändert, und vergessen wird, die Brandmeldeanlage auch umzustellen. Normalerweise gebe es vier Mal im Jahr eine Wartung, bei der auch darauf geachtet und beispielsweise zudem geprüft wird, ob ein Melder noch richtig funktioniert. „Bei einer ordentlichen Wartung darf es keine falschen Alarme geben“, betont Haugg. Aber dafür müsse ein Betrieb erst einmal auch Fachleute damit beauftragen.

Vorkommen kann es auch, dass generell falsche Melder installiert sind, etwa wenn ein hitzeempfindliches Gerät neben einem Brennofen hängt. So oder so müsse auf die Funktionstüchtigkeit geachtet werden, zumal es auch Meldeanlagen gebe, die nicht direkt mit der Feuerwehr verbunden sind. Und wenn es dann immer einen falschen Alarm gibt, bestehe die Gefahr, dass ein richtiger vom Personal nicht mehr ernst genommen wird. Gute Technik und eine ausgiebige Planung seien mit größeren Anschaffungskosten verbunden, die sich aber auf lange Sicht bezahlt machten.

Die Unternehmen müssen Einsätze bei Technikfehler zahlen

Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis nach Robert Spillers Worten insgesamt 172 Brandeinsätze und 192 Fehl- beziehungsweise Täuschungsalarme. Von einem Fehlalarm spricht man, wenn jemand beispielsweise wegen einer Rauchentwicklung den Notruf wählt, sich aber herausstellt, dass es nicht brennt. So wurde einmal im Bereich der Windräder im Scheppacher Forst ein möglicher Brand gemeldet, aber offenbar hatte der Wind nur viel Staub aufgewirbelt.

Früher habe es übrigens durchaus Firmen gegeben, bei denen sich Täuschungsalarme häuften, aber das komme heute so nicht mehr vor. Schließlich müssen die Unternehmen den Einsatz der Feuerwehr bezahlen, wenn die Technik Alarm auslöst, es aber keinen Notfall gibt. Die Wehr muss dann kommen, die Situation klären und die Anlage wieder scharf stellen.

Kosten zwischen 500 und 1000 Euro

Da die Gemeinden unterschiedliche Satzungen und somit unterschiedliche Preise haben, könne er nicht pauschal sagen, wie teuer ein solcher Einsatz wird. Aber man könne von einer Summe zwischen 500 und 1000 Euro ausgehen. Auch für mutwillige Fehlmeldungen von Personen wird es eine Rechnung geben – und Ermittlungen der Polizei. Aber wenn jemand im guten Glauben ein mögliches Feuer meldet, muss derjenige nicht für die Kosten des Einsatzes zahlen.

Absichtliche Fehlmeldungen kämen inzwischen nicht mehr häufig vor, genauso wenig das Drücken eines Feuermelders aus „Spaß“, etwa um die Einsatzkräfte ausrücken zu sehen. So oder so könne es aber durchaus Probleme mit sich bringen, wenn sich die Fehl- und Täuschungsalarme häufen, weil dann die Bereitschaft der Arbeitgeber noch weiter sinken könne, Mitarbeiter für den Dienst in der Feuerwehr freizustellen. Generell sei diese gesunken, vor allem in Orten, in denen die Einsatzzahlen steigen. Aber insgesamt seien doch noch sehr viele Betriebe kulant – auch, weil sie um den großen Vorteil wüssten, Feuerwehrleute bei sich zu haben, die auch in der eigenen Firma im Notfall schnell reagieren können.

Quelle: Günzburger Zeitung

Floriansjünger aus Großanhausen gewinnen die Stadtmeisterschaft der Feuerwehren

Foto Helmut Göppel

Bei der „27. Kegel-Stadtmeisterschaft“ der Feuerwehren der Stadt Burgau belegten zwei von insgesamt drei teilnehmenden Mannschaften aus Großanhausen (I und III -Jugend) jeweils den ersten Platz und durften die von Bürgermeister Konrad Barm gestifteten Wanderpokale in Empfang nehmen.
Auf den Kegelbahnen bei Wendelin Offenwanger war Hochbetrieb. Insgesamt 11 Mannschaften – davon drei Jugendmannschaften – mit 55 Keglerinnen und Keglern von den Feuerwehren aus Burgau, Oberknöringen, Unterknöringen,

Limbach, Großanhausen sowie die Stadtverwaltung Burgau traten zum Turnier an.

Bei der Siegerehrung konnte Bürgermeister Barm, die von ihm gestifteten Wanderpokale, der Feuerwehr Großanhausen I und III (Jugend) übergeben. Dieses Team präsentierte sich in Hochform und belegte mit 946 Holz den 1. Platz vor der Feuerwehr Limbach I mit 867 Holz. Platz drei erkämpfte sich die Mannschaft der Stadtverwaltung Burgau mit 829 Holz. Die weiteren Platzierungen: 4. Burgau I (828), 5. Burgau II (803), 6. Oberknöringen I (767), 7. Unterknöringen I (734), 8. Großanhausen II (673).
Mit überragenden 636 Holz verteidigte die Jugend aus Großanhausen den Titel „Stadtmeister“ und verwies die Mannschaften aus Unterknöringen II (469) und Unterknöringen III (411) auf den zweiten und dritten Platz.
Als beste Einzelkegler wurden ausgezeichnet: Regina Walburger, Großanhausen I mit 205 Holz und Andre Widmann, Limbach I mit 209 Holz. Bei den Jugendlichen wurden Annika Göppel  (158) und Nico Stark (128) – beide Großanhausen III besonders geehrt.

Ulrich Mändle, Erster Vorstand der Feuerwehr Großanhausen, freute sich über die tolle Beteiligung und die Tatsache, dass Dank großzügiger Sponsoren jeder teilnehmenden Mannschaft ein Präsent überreicht werden konnte. Sein besonderer Dank galt seinem Vereinskameraden Markus Müller für die hervorragende Organisation.

Beschreibung Bild: Siegerehrung mit Vertretern aller teilnehmenden Mannschaften, Schirmherr Erster Bürgermeister Konrad Barm und 3. Bürgermeister Herbert Blaschke, 1. Vorstand Ulrich Mändle und Markus Müller Organisator FF Großanhausen sowie die besten Einzelkegler

Ein Tag in der Integrierten Leitstelle Donau-Iller

Die Disponenten – hier Daniel  Stumpp und Sabine Kappel­meier – arbeiten eng zusammen.
© Foto: Volkmar Könneke

Der Mann am Telefon klingt aufgeregt. Ein Keuchen, dann rattert er ohne Luft zu holen eine Adresse im Unterallgäu herunter. „Meine Frau hat einen Erstickungsanfall, wir brauchen einen Notarzt, schnell“, ruft er. Sabine Kappelmeier tippt die Daten in ein Formular ein, ihre Finger huschen über die Computertastatur. „Der Rettungsdienst ist unterwegs zu Ihnen“, sagt sie, ruhig und freundlich. „Ist Ihre Frau ansprechbar?“ Doch da ist nur noch ein Tuten zu hören – der Anrufer hat schon wieder aufgelegt.

Kappelmeier arbeitet in der Integrierten Leitstelle Donau-Iller (ILS) in Krumbach. Hier werden sowohl Einsätze des Rettungsdienstes als auch der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes organisiert. Wer in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Unterallgäu oder der Stadt Memmingen die Notrufnummer 112 wählt, landet bei einem der 23 Disponenten. Sie arbeiten aber nicht nur Notfälle ab, sondern planen auch Krankentransporte und vorhersehbare Einsätze: Dieses Wochenende sind zum Beispiel viele Feuerwehren bei Funkenfeuern unterwegs.

Die Einsatzzentrale liegt im ersten Stock eines unscheinbaren Gebäudes in der Krumbacher Innenstadt. Die Möbel sind aus hellem Holz, an den Fenstern hängen Jalousien. An jedem der sechs Arbeitsplätze stehen fünf Bildschirme. Schichtleiter Daniel Stumpp deutet auf einen davon. „Hier sieht man die aktuellen Einsätze“, sagt er. Einige Zeilen sind gelb eingefärbt, diese Einsätze laufen gerade. Was blau gekennzeichnet ist, ist heute noch zu erledigen – etwa ein Krankentransport in die Weißenhorner Klinik. „Gerade ist die Lage relativ ruhig“, sagt Stumpp. „Das kann in einer halben Stunde aber schon ganz anders aussehen.“

Plötzlich klingelt das Telefon, bei jedem der Disponenten poppt eine Meldung auf dem Bildschirm auf. Kappelmeier setzt ihr Headset auf und klickt auf ein Hörer-Symbol. „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Kappelmeier, Grüß Gott“, sagt sie. Es meldet sich eine Erzieherin aus einem Kindergarten im Unterallgäu. Ein Junge sei gestürzt und mit dem Kopf auf einem Fensterbrett aufgeschlagen. „Er hat eine Platzwunde, wir können die Eltern nicht erreichen.“ Kappelmeier erkundigt sich noch, wie alt der Junge ist: drei Jahre. „Wir schicken jemanden“, sagt sie dann. Drei Minuten, nachdem der Anruf eingegangen ist, sind die Sanitäter schon unterwegs zum Kindergarten.

Die Disponentin nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche. „Für mich ist das wirklich ein Traumjob“, sagt sie. „Wenn man nach Hause geht, weiß man, dass man etwas Sinnvolles getan hat.“ Eigentlich hat die 36-Jährige Erzieherin gelernt, früher in einer Kinderkrippe gearbeitet. Seit neun Jahren ist sie nun schon in der Leitstelle beschäftigt, momentan in Teilzeit. „Ich bin da so reingerutscht, mit zwölf Jahren hab ich schon bei der Feuerwehr angefangen.“

Das ist auch Voraussetzung für den Disponenten-Job. Wer sich bewirbt, sollte schon die Gruppenführer-Prüfung der Freiwilligen Feuerwehr bestanden haben, außerdem muss man Rettungsassistent oder Notfallsanitäter sein. „Die eigentliche Ausbildung zum Disponenten erfolgt dann vor Ort“, erklärt Schichtleiter Stumpp. Anfänger hören zuerst mit, wenn erfahrene Kollegen telefonieren, steigen dann langsam selbst ins Telefonieren und Disponieren ein. Parallel dazu gibt es eine zehnwöchige Schulung, die an die Ausbildung der Berufsfeuerwehr angelehnt ist. Dazu kommt ein siebenwöchiger Disponenten-Lehrgang an der Feuerwehrschule im oberbayerischen Geretsried. „Bis man fertig ausgebildet ist, dauert das etwa ein Jahr. Das hängt aber etwa auch von den Ortskenntnissen ab.“

Drei Arbeitsplätze in der Leitstelle sind immer besetzt – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. An einem sitzt der Schichtführer, er behält den Überblick über alle Einsätze. Ein Kollege organisiert den Rettungsdienst, einer die Einsätze der Feuerwehren. Je nach Zeit und Lage kommen noch weitere Mitarbeiter dazu, die sich nur ums Telefonieren kümmern und die Daten dann an die Kollegen weitergeben. Für größere Unglücke gibt es dafür sogar noch einen extra Raum. „Grundsätzlich gilt aber: Jeder kann alle Dienste machen“, sagt Schichtleiter Stumpp. „Ich telefoniere auch ganz normal mit, wie alle anderen auch.“

Kappelmeier hat heute Feuerwehrdienst. Plötzlich erklingt ein leiser Gong, auf ihrem Bildschirm taucht ein kleines Feuer-Symbol auf. Ein Autofahrer hat übers Handy einen Unfall auf der A7 zwischen dem Dreieck Hittistetten und Nersingen gemeldet. Drei Autos seien darin verwickelt – ob jemand verletzt ist, weiß niemand. Diesmal gibt es einen „kombinierten Einsatz“: Feuerwehr und Rettungsdienst rücken aus. Das Computersystem macht automatisch Vorschläge, welche Feuerwehr den Unfallort am besten erreichen kann – in diesem Fall sind die Einsatzkräfte aus Senden dran. Zwölf Minuten, nachdem der Anruf eingegangen ist, kommt eine Rückmeldung aus dem Rettungswagen: Die Einsatzkräfte haben den Unfallort erreicht, es gibt einen Leichtverletzten. Weitere vier Minuten später trifft auch die Feuerwehr ein und meldet: Es sind tatsächlich drei Fahrzeuge beteiligt, die linke Spur ist blockiert.

Die Disponentin tippt alle Informationen in den PC dokumentiert alle Rückmeldungen. So können sämtliche Einsätze genau nachvollzogen werden. 2017 verzeichnete die Leitstelle insgesamt rund 132 500 Anrufe. 83 500 Mal rückte der Rettungsdienst aus, 4300 Mal die Feuerwehr. Seit Jahren steigen diese Zahlen stetig an. „Die Menschen werden schließlich älter, dann entstehen auch mehr Krankheiten“, sagt Reiner Wolf, Leiter der Integrierten Leitstelle. Außerdem verändere sich in Bayern die Krankenhauslandschaft, manche Kliniken schließen oder werden zusammengelegt – dadurch sind mehr und weitere Fahrten nötig.

Manchmal wird die 112 auch bei Beschwerden gewählt, die einfach in einer Praxis behandelt werden können. Dann verweisen die Disponenten auf die Telefonnummer 116117, über die der ärztliche Bereitschaftsdienst koordiniert wird. „Letztes Jahr hat auch mal eine ältere Frau angerufen, weil ihre Heizung ausgefallen ist“, erzählt Kappelmeier – eigentlich nicht das Aufgabengebiet der Leitstelle. „Aber wenn man raushört, dass sich jemand wirklich nicht mehr zu helfen weiß, unterstützt man ihn trotzdem.“

Dann klingelt wieder das Telefon. „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Guten Tag“, sagt Kappelmeier erneut, als sie den Anruf annimmt. Es meldet sich der Mann aus dem Unterallgäu, dessen Frau heute Vormittag keine Luft mehr bekommen hatte. Mittlerweile ist alles wieder gut – ihr war beim Essen etwas im Hals stecken geblieben, die Haushaltshilfe leistete erfolgreich Erste Hilfe. Der Mann möchte nur noch eines loswerden, er sagt: „Dankeschön!“

Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/kreis-neu-ulm-bayern/ein-tag-in-der-integrierten-leitstelle-donau-iller-24821826.html

Feuerwehr: Jeder hat seine Aufgabe

Foto: Feuerwehr Krumbach

Was Mathias Vogel bei der Freiwilligen Feuerwehr Krumbach macht und, warum er es gern macht. Von Marc Hettich Wer die Krumbacher Feuerwehr gerne kennenlernen möchte, kann das am Tag der offenen Tür am 22. Juli, der anlässlich des 65-jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr stattfindet.
Samstag Abend. Die Familie sitzt entspannt am reich gedeckten Tisch in einem Krumbacher Restaurant. Die Kinder futtern vergnügt ihr Schnitzel mit Pommes, während die Mama an ihrer Weinschorle nippt. Plötzlich legt der Papa hastig sein Besteck zur Seite, springt auf und eilt geschwind zur Tür hinaus – begleitet von einem recht deutlich vernehmbaren Piepsgeräusch. Die Kinder wissen: Das Piepsgeräusch ruft den Papa zum Einsatz. Denn der ist Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Seit 20 Jahren ist Mathias Vogel dabei. Inzwischen ist er der Kommandant der Krumbacher Wehr. „Im Fußballverein weiß man: An diesen Tagen ist Training, an jenem Tag haben wir ein Spiel“, vergleicht der 31-jährige Krumbacher, „Feuerwehr-Einsätze kommen immer unverhofft“. Da bleibt schon mal die Familie im Restaurant zurück. Oder die Kumpels in der Kneipe. Zeit für Diskussionen oder zum Bezahlen bleibt da nicht. „Großer Dank gebührt den Krumbacher Unternehmen, die es ihren Mitarbeitern ermöglichen, die Arbeit für einen Einsatz zu verlassen,“ sagt er.

Nicht jeder Feuerwehrmann muss sich in brennende Gebäude wagen

Vogel strahlt große Ruhe aus, wenn er spricht. Ist das Bedingung, um Feuerwehrmann zu sein? „Spaß am Helfen ist die wichtigste Voraussetzung“, ist Mathias Vogel überzeugt. „Auch Offenheit gegenüber Neuem gehört dazu“. Kurz hält er inne, bevor er grinsend hinzufügt: „Ich finde aber für jeden eine Aufgabe“. Nicht jeder Feuerwehrmann muss sich in brennende Gebäude wagen. 250 Mitglieder hat der Feuerwehrverein. Davon leisten 98 aktiven Dienst – darunter auch fünf Frauen.

Zu den modernen Herausforderungen gehört die Inklusion. Eine Bewohnerin einer Wohngruppe des Dominikus-Ringeisen-Werkes steht ihre Feuerwehr-Frau. „Sie ist mit großer Begeisterung dabei“, freut sich Vogel, gibt jedoch zu bedenken: „Natürlich gilt abzuwägen, welche Aufgaben zumutbar sind. Wir haben große Verantwortung, sind aber jederzeit offen“. Das gilt auch für Asylbewerber: „In vielen arabischen Ländern ist die Arbeit der Feuerwehr bei der Polizei angesiedelt. Vielleicht gibt es hier schlechte Erfahrungen oder eine gewisse Distanz“, vermutet der überzeugte Feuerwehrmann. „Ich glaube, viele Migranten kennen das System freiwillige Feuerwehr nicht richtig.“

Die Aufgaben ändern sich. „Früher sind wir im Insektenschutzanzug bei 35 Grad im Dachboden rumgekrabbelt, um jährlich 30 Wespennester zu entfernen“. Heute gibt es nicht nur den Naturschutz zu beachten, sondern auch Kammerjäger. „Die leben schließlich davon“. Für die Feuerwehr bleibt trotzdem genug zu tun. Neben der klassischen Brandbekämpfung wie in der Gaststätte Kachelofen, warten viele weitere Einsätze: Wohnungsöffnungen, Drehleiterrettungen, Verkehrsabsicherung, Wasser im Keller.

Vogel: „Da werden gerne Feuerwehreinsätze kritisiert, obwohl die Leute gar keine Ahnung haben“

Zur Arbeit der Feuerwehr gibt es reichlich Rückmeldung in den sozialen Medien. „Da werden gerne Feuerwehreinsätze kritisiert, obwohl die Leute gar keine Ahnung haben“, stellt Vogel fest. „Wenn man dann erklärt, dass man das ehrenamtlich macht und was für Know-how dahintersteckt, ändert sich der Ton schnell“. Auch hier zeigt sich wieder die Gelassenheit des Krumbacher Kommandanten. Eine wertvolle Eigenschaft im Feuerwehralltag.

Rund 40 Kilo wiegt eine komplette Ausrüstung für den Atemschutzeinsatz. Aber nicht nur die physischen Anforderungen sind hoch. Die psychische Belastung hängt von der Art des Einsatzes ab. „Es macht einen großen Unterschied, ob Kinder oder Erwachsene betroffen sind. Und natürlich hat man für eine ältere Dame, die von einem LKW überfahren wird, mehr Mitleid als für jugendliche Raser unter Alkoholeinfluss“, erklärt Vogel. „Geöffnete Körper aus einem PKW schneiden, ist eine Aufgabe für ausgewählte Feuerwehrleute“. Da sind die Rettungssanitäter, Krankenpfleger und hart gesotteneren Veteranen in der Truppe gefragt. Die jüngeren Kameraden bleiben hier möglichst außen vor. „Oft unter Protest“, kommentiert der Kommandant. Er ist sich seiner Verantwortung bewusst und hinterfragt sich auch selbst nach einem Einsatz: „Hab ich alle Entscheidungen richtig getroffen? Oder mich mal im Ton vergriffen?“

Kameradschaft ist ein wichtiges Element des Feuerwehrdienstes. „Nach einem Einsatz kommt die ganze Mannschaft im Feuerwehrhaus zusammen, um das Geschehen Revue passieren zu lassen“. Er erinnert sich an einen besonders bitteren Einsatz, bei dem seine Leute einen Kameraden nach einem Motorradunfall bergen mussten. „Da ist man keinem bös, wenn der mal hier unten hockt und heult“.

Die ehrenamtliche Arbeit von Mathias Vogel und seinem Feuerwehr-Team ist für Krumbach von unschätzbarem Wert. Wer die Krumbacher Feuerwehr gerne kennenlernen möchte, kann das am Tag der offenen Tür am 22. Juli, der anlässlich des 65-jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr stattfindet.

Quelle: www.augsburger-allgemeine.de – Stand: 13.02.2018 – 08:43 Uhr

Helden bei der Arbeit

Im Günzburger Legoland präsentierten sich Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen und Geräten. Für sie hatte der Spaß für die Besucher einen wichtigen Hintergrund. Von Mario Obeser

Sie sind die stillen und manchmal lauten Helden des Alltags. Sie helfen in Not geratenen Menschen und Tieren und schützen im Ernstfall Hab und Gut. Die Einsatzkräfte aus verschiedenen Bereichen der Feuerwehr, der Rettungsorganisationen und des Technischen Hilfswerks präsentierten sich jetzt beim Helden-Event im Günzburger Legoland.

Hier war einiges geboten. Wer über den Dingen sein wollte, konnte einen Hubschrauberrundflug ordern, um sich das Legoland für ein paar Minuten von oben anzusehen. Einen Platz neben dem Kunstflieger, der waghalsiger Flugmanöver zeigte, war nicht zu bekommen. Was sicherlich auch nicht wirklich jemand wollte.

Bereits vor dem Eingangsbereich des Parks konnten eine Drehleiter, verschiedene moderne und ältere (teils Oldtimer-) Fahrzeuge von Feuerwehr und THW, darunter auch ein 50 Meter Kran der Feuerwehr Ulm bestaunt werden. Im Inneren des Legoland-Parks waren über das gesamte Gelände verteilt einzelne Stationen aufgebaut. Mal gab es Einsatzfahrzeuge zu sehen, bei denen fachkundige Helfer der jeweiligen Organisationen Fahrzeug und Material zu erklären wussten. An anderen Stellen gab es richtige Action.

Auf zwei Showübungen zeigten die Helfer zum Beispiel, wie nach einem Verkehrsunfall ein im Auto eingeschlossener Mensch möglichst schonend aus seinem Fahrzeug gerettet wird. Eindrucksvoll arbeiteten Kräfte verschiedener Feuerwehren zusammen, um mit hydraulischer Rettungsschere und Spreizer den Fahrer aus seinem Unfallauto zu befreien. Der Rettungsdienst versorgte währenddessen den „Verunglückten“ bereits im Fahrzeug, ehe er dann durch die Feuerwehrfrauen und Männer gerettet und dem Rettungsdienst übergeben wurde.

Bindeglied zwischen den Organisationen 

Auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) des Katastrophenschutzes des Landkreis Günzburg mit ihren Fahrzeugen präsentierte ihre Arbeit als Bindeglied zwischen den verschiedenen Rettungsorganisationen. 20 Männer und eine Frau sind beim Katastrophenschutz und ausgebildet im Umgang der Technik.

Die Motorradstaffel des Bayerischen Roten Kreuz ist auf den Hauptverkehrsrouten in ganz Schwaben an den Wochenenden unterwegs. Mit einigem medizinischem Material ausgestattet sind die wendigen Helfer eine wertvolle Ergänzung zu den großen Rettungswagen und Notarztfahrzeugen. Sie fahren dabei Streife, und werden auch gezielt über die Integrierte Leitstelle Donau-Iller zu Einsätzen geschickt.

Kleine und große Wunden schminkte das Jugendrotkreuz den Besuchern – um diese dann auch noch perfekt zu verbinden. Die Rettungshundestaffel des BRK hatte einen Parcours aufgebaut und zeigte in Vorführungen eindrucksvoll, was die ausgebildeten Rettungshunde leisten können. Auch der THW-Ortsverband Günzburg stellte Fahrzeuge, Werkzeuge und Einsatzmittel unter professioneller Beratung aus. Neben einem Rüstwagen – der fahrenden Werkzeugkiste – war auch ein Unimog ausgestellt. Dieser stand mit den Vorderreifen auf Hebekissen. Jedes dieser Kissen kann 7,5 Tonnen Last per Druckluft heben. Diese Kissen werden beispielsweise zum Anheben von Trümmerteilen verwendet, um an verschüttete Menschen zu kommen. Im Legoland nutzten die Helfer die Kissen für ein Spiel: Vor dem Unimog war ein Labyrinth aufgebaut, das mittels Hebekissen geneigt werden konnte, um so einen Ball mit Fingerspitzengefühl ans Ziel zu manövrieren.

Alle Rettungsorganisationen haben eines gemeinsam, die suchten stets nach Kindern- und Jugendlichen, die sich interessieren und Mitglied werden. Auch deshalb war für die Helfer das Heldenwochenende so wichtig, um sich zu präsentieren. Denn die beste Technik und viel Geld helfen am Ende nichts, wenn der Nachwuchs fehlt.

Quelle: www.augsburger-allgemeine.de – Stand: 16.04.2016 – 11:49 Uhr

Sonstige 2011

Grundlehrgang erfolgreich beendet
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    • Alle 19 Teilnehmer bestanden die Prüfung Im Zeitraum vom 15.03.11 bis zum 16.04.2011 haben 19 Kameraden und Kameradinnen aus den Feuerwehren Ziemetshausen, Muttershofen, Schönebach und Schellenbach ihren Feuer-wehr-Grundlehrgang zum Truppmann absolviert. Insgesamt wurden 68 Unterrichtsstunden absolviert, inklusive des im Februar bereits absolvier-ten Ersten Hilfe Kurses. Abgehalten wurden dieser Kurs größtenteils vom Lehrgangsleiter Eisele Sven sowie weiteren Führungskräften der Feuerwehr Ziemetshausen bzw. der teilnehmenden Ortsteilfeuerwehren. Diese Ausbildung wurde nach 2004, 2005, 2007, 2009 nunmehr zum fünften in eigener Regie durchgeführt, worauf die Stützpunktwehr zu Recht stolz sein kann. Ausbildungsthemen waren unter anderem: Rechtsgrundlagen, Brennen und Löschen, Fahr-zeugkunde, Gerätekunde, Rettung, Löscheinsatz, Technische Hilfeleistung, Verhalten bei Gefahr, Unfallversicherung, Löschwasserversorgung und -entnahme, Brandsicherheitswach-dienst, etc. Bei der Prüfung im Feuerwehrgerätehaus Ziemetshausen musste von den Teilnehmern eine schriftliche und praktische Prüfung absolviert werden. Alle Teilnehmer haben dabei mit sehr guten Leistungen bestanden. Zum Abschluss konnte Kreisausbilder Elmar Müller und Kreisbrandmeister a.D. Eduard Hillenbrand allen Prüflingen zur bestandenen Prüfung gratulieren und ihnen ihr Zeugnis überrei-chen. Kreisausbilder Müller bedankte sich bei Lehrgangsleiter Sven Eisele und den einzelnen Aus-bildern der Feuerwehren sowie beim 1.Kommandant der Ziemetshauser Wehr, Hansjörg Micheler für die gute Ausbildung und gratulierte ihm und den Ortsteilkommandanten zu den neuen Truppmännern und Truppfrauen, die somit das Leistungsniveau der einzelnen Feuerwehren deutlich erhöhen. Abschließend bedankte sich auch 1. Kommandant Hansjörg Micheler für die Teilnahme am Kurs und bat alle Teilnehmer das erlernte Wissen in der Praxis umzusetzen und auch weiterhin an Fortbildungen teilzunehmen. Bild zeigt von links nach rechts: KBM a.D. Hillenbrand Eduard, Kreisausbilder Müller Elmar, Gasteiger Monika, Hartmann Julia, Leitenmaier Doris, Weizenegger Sonja, Weizenegger Franz, Reinhardt Nadine, Maier Peter, Böhm Tanja, Huber Patrick, Knöpfle Markus, Fendt Andreas, Eder Thomas, Jaser Florian, Knöpfle Florian, Wowra Jonas, Fendt Andreas, Seefried Philipp, Aigster Peter, Reinhardt Markus, Lehrgangsleiter Eisele Sven, 1. Kommandant Micheler Hansjörg Foto/Text: Feuerwehr Ziemetshausen

Jugendfeuerwehren proben 24 Stunden lang den Feuerwehralltag
menschenrettung

    • menschenrettung

 

    • 24 Stunden haben die Jugendgruppen der Freiwilligen Feuerwehren aus Reisensburg und aus Riedhausen bereits zum zweiten Mal zusammen geübt. Bei diesem Berufsfeuerwehrtag probten sie Übungseinsätze, die von erfahrenen Feuerwehrleuten begleitet wurden. Gegenseitiges Kennenlernen und die Pflege der Kameradschaft kamen dabei aber nicht zu kurz. Begonnen wurde Samstag früh um neun Uhr mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet im Reisensburger Gerätehaus. Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: „Starke Rauchentwicklung im Landjugendheim in Reisensburg“ lautete die Alarmmeldung. Ziel war das richtige Absuchen eines verrauchten Raumes nach vermissten Personen unter Beachtung des Eigenschutzes. Mit Hilfe eines Lüfters wurde der Raum anschließend fachgerecht rauchfrei gemacht. Zum Mittagessen ging es zurück ins Gerätehaus. Das Nachmittagsprogramm gestaltete dann jede Jugendgruppe für sich in ihrem Heimatort. Während die Jugendlichen in Riedhausen mit Tauchpumpe und Stromerzeuger die technische Hilfeleistung probten, galt es in Reisensburg eine abgestürzte Person am Hang zu retten und einen Papierkorbbrand in den Griff zu bekommen. Pünktlich um 16 Uhr erhielten beide Jugendgruppen an ihrem Standort einen Alarm über zwei vermisste Personen nördlich der Donau. Treffpunkt war der Sportplatz Reisensburg. Bei der Suche wurden die Feuerwehranwärter von der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes unterstützt. Da das Suchgebiet direkt an den Donauradwanderweg grenzte, war eine Aufgabe der Feuerwehr, dort Posten aufzustellen um Spaziergänger und Radfahrer zu informieren. Die beiden Rettungshundeteams wurden je von einem ortskundigen Jugendlichen begleitet. Ebenso wurden Suchtrupps eingesetzt, welche die Wege nach den Vermissten kontrollierten. Hierbei war ein Suchtrupp erfolgreich – sie fanden eine der Personen. Ein Tragetrupp blieb bei der Einsatzleitung ständig in Bereitschaft und wurde nach Auffinden der zweiten vermissten Person angefordert. Nach dem Abendessen in Reisensburg klingelte das Alarmtelefon schon wieder. Wenig später waren die Löschfahrzeuge besetzt und auf dem Weg zum Einsatzort. Auf dem Volksfestplatz in Günzburg hatten sich die Organisatoren einen PKW-Brand ausgedacht. Mit Hilfe des MicroCafs und einem Trupp der aktiven Wehr unter Atemschutz wurde zuerst versucht den Brand im Motorraum zu löschen ehe der Vollbrand des Fahrzeuges mit einem größeren Schaumeinsatz bekämpft wurde. Nach dem erfolgreichen Einsatz wurden beide Fahrzeuge am Gerätehaus wieder mit sauberen Schläuchen bestückt und einsatzbereit gemacht. Wegen des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses in Riedhausen fehlte eine Übernachtungsmöglichkeit, weshalb die Jugend aus Riedhausen den Berufsfeuerwehrtag gegen 23.00 Uhr beendete. Die Reisensburger Jugendlichen nutzten die freie Zeit zum DVD-schauen, ehe der letzte Einsatz die Nachtruhe unterbrach. Im Donauried musste noch ein Hubschrauberlandeplatz ausgeleuchtet und der Brandschutz sichergestellt werden. Verschnaufpausen gab es also nur wenige. Bei dem abschließenden gemeinsamen Frühstück wurden die letzten 24 Stunden aus fachlicher Sicht nochmals besprochen und die gute kameradschaftliche Zusammenarbeit aller von den Jugendleitern beider Wehren gelobt. Eine wirklich tolle Leistung der Aktiven, Helfer und Statisten, die mit solchen Übungen versuchen die Jugendlichen für die Hilfe an den Mitmenschen zu begeistern. Vielen Dank an alle, die durch ihre Teilnahme dazu beigetragen haben, einen interessanten und lehrreichen Tag zu gestalten. Bis zum nächsten Berufsfeuerwehrtag: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!“ Text und Fotos: Feuerwehr Reisensburg und Riedhausen

Ein markanter Tag für die Feuerwehr
LF 20/16

    • LF 20/16

 

    • Mit großem Bahnhof und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde das lang ersehnte neue Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Ziemetshausen am Freitagabend empfangen. Von der Überführungsfahrt aus der Nähe des österreichischen Linz haben Bürgermeister Anton Birle und etliche Gemeinderäte, nahezu die komplette Wehr und Kreisbrandmeister Martin Mayer das Fahrzeug begrüßt. Unter den Klängen der Blaskapelle zog ein beachtlicher Zug vom Feuerwehrhaus zur Ortsitte und wurden dort schon von vielen Bürgern erwartet. 1. Vorstand Karl Miller jr. hielt mit seiner Freude über das fabrikneue Fahrzeug nicht hinter dem Berg zurück, da dies das nunmehr 40 Jahre alte TLF 16 ablöst. Dennoch wünsche er sich, dass die künftigen Einsätze trotz der Freude über das Fahrzeug so gering wie möglich sein werden. Die offizielle Einweihung des LF 20/16 werde Anfang Mai kommenden Jahres im Rahmen der ausstehenden 40-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Ziemetshausen erfolgen. Lob für Fahrzeugausschuss Bürgermeister Anton Birle freut sich gemeinsam mit den Floriansjüngern über das hoch moderne Löschfahrzeug und dankte dafür, dass das Vorgängermodell mit entsprechender Pflege und gewissenhafter Handhabung nahezu vier Jahrzehnte Dienst leisten konnte. Sein Dank galt dem Fahrzeugausschuss der Wehr, die ihn bei Auswahl und Ausstattung des neuen Fahrzeugs über alle Maßen unterstützt haben. Bei der anschließenden Besichtigung des LF /16 mit KBM Mayer konnten sich beide über die moderne und zweckgemäße Ausrüstung und Beladung des Fahrzeugs ein eindrucksvolles Bild machen. Und zahlreiche Bürger die den Empfang des neuen Stolzes der hiesigen Feuerwehr miterleben wollten, taten dies ebenfalls. Für die Jugend war das Fahrzeug ein begehrtes Objekt, durften sie doch auch einmal im Innenraum Platz nehmen und sich das Innleben eines solchen Gefährts betrachten. Modernst ausgerüstet Das 260 PS starke LF 20/16 verfügt über einen Löschwasserbehälter mit 2400 Liter Inhalt und zusätzlich einer Feuerlöschkreiselpumpe, die bis zu 3000 Litern/min. leisten kann. 200 Liter Schaummittel als Sonderlöschmittel sind ebenso mit an Bord wie eine Schaumzumischanlage, mit der Schaummittel bereits ab der Pumpe hinzugegeben werden kann. Vier Atemschutzgeräte befinden sich vorne im Mannschaftsraum, so dass sich die Atemschutzgeräteträger bereits bei der Anfahrt zum Einsatzort komplett ausrüsten können. Neben einem 13 KVA Stromerzeuger gehört der Fahrzeugaufbau insgesamt zum modernsten was derzeit auf dem Markt ist. Dazu gehört auch ein mittels Fernbedienung gesteuerter integrierter pneumatischer Lichtmast, dessen Halogenscheinwerfer durch die Lichtmaschine des Fahrzeuges gespeist werden. Eine einachsige Fahrzeughaspel am Heck mit 160 Meter B-Schläuchen, die Schnellangriffseinrichtung mit 50 Meter Länge und der 2000 Liter fassende Wasserwerfer stechen ebenso hervor wie die zusätzliche Verkehrswarneinrichtung am Fahrzeugheck. Lieferant der kompletten Geräte im Feuerwehraufbau war die Firma Fischer-Brandschutz in Dinkelscherben, mit der man so einen kompetenten Partner in unmittelbarer Nähe hat. Bild und Bericht: FF Ziemetshausen

Berufsfeuerwehrtag bei der Jugendfeuerwehr Krumbach
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    • Vor Kurzem fand im Feuerwehrgerätehaus Krumbach ein sogenannter Berufsfeuerwehrtag statt. Im Zuge der Zeitumstellung waren es keine, wie normal üblich, 24 sondern 26 Stunden, die die 11 teilnehmenden Feuerwehranwärter im Feuerwehrhaus verbrachten. Ziel und Zweck dieser Übung ist den Jugendlichen zu vermitteln, wie ein typischer Alltag bei einer Berufsfeuerwehr aussieht, nämlich durchzogen von theoretischen und praktischen Unterrichten und Übungen, Sport und Einsätzen. Natürlich darf hier auch die kameradschaftspflege nicht zu kurz kommen. Samstagmorgen um 9.00 Uhr wurden die Jugendlichen durch den Jugendfeuerwehrwart Markus Link und den Kommandanten Wolfgang Hiller begrüßt und Organisatorisches geklärt. Als allererstes stand dann Fahrzeugkunde auf dem Programm, da ja wie bei richtigen Einsätzen der Feuerwehr Krumbach die Ausrückeordnung beachtet wurde, und eben mit den dementsprechenden Fahrzeugen zu den Übungseinsätzen gefahren wurde. Kurz danach wurden die Jugendfeuerwehrler auch schon zum ersten Einsatz alarmiert. Es ging in den Stadtgarten zur Tierrettung; 2 Stofftiere auf 2 Bäumen mussten von jeweils einer Gruppe mittels Steckleiterteilen von den Bäumen gerettet werden. Wieder im Feuerwehrhaus angelangt wurde erst zu Mittag gegessen, ehe sich der nächste etwas größere Einsatz anbahnte. Erneut rief die Sirene die Jugendlichen an ihre Spinde um sich für den Brand in der Grundschule Krumbach umzuziehen. „Brand im Südflügel, 2 Personen werden vermisst“ so die Alarmmeldung. Während der Einsatzleiter von einem Fahrzeug eine Wasserversorgung vom Krumbächle her aufbauen ließ, durften 4 Jugendliche vom 2ten Großfahrzeug als Atemschutztrupp fungieren und das Gebäude im Erdgeschoss und 1 Obergeschoss absuchen. Nach kurzer Zeit waren die beiden Vermissten gerettet und konnten medizinisch Erstversorgt werden. Die nun aufgebaute Wasserversorgung wurde parallel zur Außenbrandbekämpfung genutzt wodurch der Übungseinsatz schnell beendet werden konnte. Nun stand, als die Fahrzeuge wieder voll bestückt und einsatztauglich waren, der Dienstsport auf dem Tagesablaufplan. Bei strahlendem Sonnenschein konnte die Jugendgruppe auf dem Feuerwehrhof Völkerball spielen. Um 17.00 heulte wiederrum die Alarmglocke, diesmal zur Beseitigung einer Ölspur auf dem Parkplatzgelände der Fachoberschule Krumbach. Rasch wurde die ausgelaufene Flüssigkeit mit Bindemittel abgebunden und parallel dazu zur Sicherheit ein Gulli mit einem Dichtkissen verschlossen. Nachdem Abendessen kam es zum Verkehrsunfall zwischen 2 PKW mit 2 eingeklemmten Personen auf dem Gelände des Rathauses. Unter den Augen von Kreisbrandmeister Franz Durm, Vorstand und stv. Kommandant Christian Seitz und diversen weiteren Zuschauern mussten hierbei nicht nur die PKW mit schwerem Rettungsgerät geöffnet, sondern auch die Unfallstelle mit Flutlichtstrahlern ausgeleuchtet, die beiden Verletzten in den Autos betreut als auch eine Absicherung der Einsatzstelle vorgenommen werden. Einer der beiden PKW lag auf der Seite und musste fachgerecht gegen umfallen gesichert werden. Bei dem ganzen Einsatz waren die Jugendlichen ständig unter der Begleitung von erfahrenen Aktiven die die Rettungsschritte beaufsichtigten und die Feuerwehranwärter unterstützten. Nachdem der Verkehrsunfall abgearbeitet war traf man sich im Brandstüble zum gemeinsamen Spieleabend, um auch hier ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig besser Kennenzulernen wurden dementsprechend Spiele gemacht. Ab 24 Uhr herrschte Nachtruhe, leider kam es aber erneut zu einem Alarm gegen 3.00 Uhr. „Ausgelöste Brandmeldeanlage im Stadtgebiet, näheres unklar“ nach kurzer Erkundung durch den Einsatzleiter stand schnell fest, dass es sich um einen Fehlalarm handelt und der Einsatz konnte abgebrochen werden. Zum letzten Einsatz der 26-stündigen Übung ging es um 6.30 Uhr in die Bauschuttdeponie zwischen Krumbach und Ebershausen zum tatsächlichen Brandeinsatz. Auf dem neuangelegten Plateau brannte ein kleinerer Holzhaufen. Dieser wurde schnell durch das Tanklöschfahrzeug mit einem Löschaufbau abgelöscht und durch das 2te Löschfahrzeug mit einem Schaumteppich bedeckt, damit der Haufen sich nicht mehr entzünden konnte. Abschließend fand ein Weisswurstessen im Feuerwehrhaus, bei dem die vergangenen Stunden reflektiert wurden, und allen für die Bereitschaft einen ganzen Tag für die Feuerwehr zu opfern gedankt. Nach allen Einsätzen fand zudem eine kleine Besprechung aus fachlicher Sicht statt bei dem kleinere Fehler angesprochen bzw. Verbesserungsvorschläge von der Jugendleitung als auch von den Jugendlichen selbst gemacht wurden. „Dieser Übungstag war ein voller Erfolg! Die positive Resonanz aller Beteiligten legt eine erneute Auflage des Berufsfeuerwehrtages bei der Jugendfeuerwehr Krumbach im nächsten Jahr nahe.“ so Jugendwart Markus Link. Ein weiterer Dank gilt allen Helfern der Aktiven Wehr, die die Einsätze vorbereitet haben, der Stadtverwaltung Krumbach, besonders Herrn Ruf für die tatkräftige Unterstützung und Vorbereitung der Übung, und dem Landratsamt Günzburg die die Plätze für die Einsätze bereitgestellt haben sowie bei Ludwig Knoll für das gelieferte Essen. Bericht und Bild: FF Krumbach

Feuerwehrführung des Landkreises auf Lehrfahrt

Ein ebenso abwechslungsreiches wie interessantes Tagesprogramm bot sich den Führungskräften der Feuerwehren des Landkreises Günzburg bei der diesjährigen Kommandantenlehrfahrt. Kreisbrandmeister Marin Mayer, verantwortlich für Organisation und Reiseleitung, führte die 64 Teilnehmer souverän durch den Tag.

 

Bei dem ersten Etappenziel die Berufsfeuerwehr der Stadt Pforzheim verschafften sich die Führungskräfte einen detaillierten Einblick in die Aufgaben und die Organsatin der Berufsfeuerwehr. Nach einer kurzen Begrüßung und einer Einführung in den Fachbereich des örtlichen Feuerwehrwesens, schloss sich eine umfassende Fachführung durch die Feuerwache und die Feuerwehrleitstelle an. Das vorgestellte Leitstellen- und Alarmierungskonzept, die Organisation des Fahrzeugparks sowie die enge Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren im Stadtbereich Pforzheim boten umfassenden Stoff für einen interessanten und fachlichen Dialog. Nach der Führung bedankte sich Kreisbrandmeister Martin Mayer im Namen aller bei Herrn Knödel dem Wachbereichsleiter der BF Pforzheim für die detaillierte Führung.

Beim anschließenden Besuch des Mercedes-Benz-Museum gelang ein spannender Einblick in die Welt des Automobils. Als einziges Museum der Welt kann das Mercedes-Benz-Museum die 125-jährige Geschichte der Automobilindustrie vom ersten Tag an lückenlos darstellen.

Einen gelungenen Abschluss fand die diesjährige Kommandantenlehrfahrt beim Besuch des 167. Cannstatter Wasen.

Bericht und Bild: KBM Martin Mayer, KFV-GZ


Ein Jahr Integrierte Leitstelle Donau-Iller

Seit nun mehr einem Jahr erfolgt die Alarmierung der Feuerwehren für den Bereich der Landkreise Günzburg, Neu-Ulm, Unterallgäu und der Stadt Memmingen über die Integrierte Leitstelle (ILS) Donau-Iller. Bürgerinnen und Bürger, die Hilfe durch die Feuerwehr und/oder den Rettungsdienst benötigen, wählen einheitlich den Notruf 112 und kommen bei der Integrierten Leitstelle mit Sitz in Krumbach an. Von dort aus werden dann über einen Einsatzleitrechner auf Grund vordefinierter Einsatzstich- und Schlagwörter und georeferenzierter Einsatzörtlichkeiten die nächstgelegenen Einsatzkräfte alarmiert. Bei der Anforderung der Feuerwehr wird dann immer die örtlich zuständige Feuerwehr alarmiert, welche je nach Schadensbild automatisch Unterstützung anderer Wehren erhält, die über bestimmte technische Ausstattungen wie beispielsweise für Verkehrsunfälle über hydraulische Rettungsgeräte oder bei Bränden  über Drehleitern und zusätzliche Löschfahrzeuge u.a. verfügen.

Vor Inbetriebnahme der ILS Donau-Iller wurden die Feuerwehren über die zuständigen Polizeiinspektionen alarmiert. Auf Grund einer vom bayerischen Innenministerium vorgegebenen neuen, bayernweit einheitlichen Feuerwehralarmierung und -alarmplanung   mussten die Kreisverhaltungsbehörden zusammen mit den örtlichen Feuerwehren und Gemeinden sowie den zuständigen Kreisbrandinspektionen in gut zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit ihr Notruf- und Alarmierungssystem neu organisieren. Für die Bereiche Memmingen, Unterallgäu, Neu-Ulm und Günzburg wurde zum 08.11.2011 die Integrierte Leitstelle (ILS) Donau-Iller in Betrieb genommen.

Für die Feuerwehren und das Technisches Hilfswerk hat sich mit der neuen Alarmplanung vieles verändert. Die neue Alarmplanung und die Nutzung eines zentralen Leitsystems bietet Vor- und Nachteile, allerdings muss sich jedes neue Planungskonzept in der Praxis auch bewähren. Aufgrund der Komplexität der Alarmplanung für rund 350 Feuerwehren im Bereich der ILS Donau-Iller sind innerhalb der vergangenen 12 Monate Erkenntnisse vorgetreten, die nun nach und nach angepasst werden müssen.

Ein großer Vorteil des neuen Alarmierungssystem ist, dass die gesetzliche Vorgabe nach der schnellen Hilfe die örtlichen Feuerwehren generell berücksichtigt. Dies stärkt auch das ehrenamtliche Engagement jeder Feuerwehr. Gleichzeitig ermöglicht das Leitsystem effizient eine schnellere und optimalere Hilfe für in Not geratene Personen, da je nach Schadensbild Feuerwehren und Rettungsdienst gleichzeitig alarmiert werden.

Nach einem Jahr ILS Donau-Iller muss man alle Beteiligten loben, die Leiter und Disponenten der Leitstelle, die Führer- und Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes, auch die Verantwortlichen in den Kommunen und nicht zuletzt das Team, dass verantwortlich ist/war für die Umsetzung der neuen Alarmplanung. Alle Beteiligten gaben und geben ihr Bestes, um den Bürgerinnen und Bürgern schnell und effizient zu helfen. Die Umstellung auf das neue Alarmierungssystem war richtig.

Quelle new-facts.eu