Fahrzeugbrände im Kreis: Feuerlöscher an Bord nehmen! 

Bild: A. Werdich

Derzeit häufen sich im Landkreis Günzburg die Brände bei Fahrzeugen. Die Feuerwehr hat einen wichtigen Rat, den jeder beherzigen sollte.

Was kann ich schon ausrichten mit einem kleinen Feuerlöscher? Das mag sich mancher fragen beim Rat des Kreisbrandinspektors, einen solchen Behälter an Bord des Fahrzeugs zu haben. Die Antwort: sehr viel. Zum einen können damit kleinere, entstehende Feuer bekämpft werden, zum anderen können mehrere Fahrer mit ihren Löschern zusammenarbeiten und so eine viel größere Wirkung entfalten. So kann die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr genutzt werden, wobei sich natürlich keiner selbst in Gefahr begeben soll. Solch ein Behälter ist schon für wenig Geld in der nächsten Werkstatt beziehungsweise im Autozubehörhandel zu bekommen und mit Sicherheit eine sinnvolle Investition.

Ohnehin wäre es wünschenswert, wenn jeder Fahrer eine gewisse Grundausrüstung zum eigenen Schutz im Wagen hätte, angefangen bei der Warnweste. Jeden Tag sind beispielsweise auf der Autobahn Menschen zu sehen, die neben ihrem Pannenfahrzeug stehen – bevorzugt nicht hinter der Leitplanke – und nur schlecht aus der Ferne zu erkennen sind. Auch Warndreiecke aufzustellen scheint heute kein Standard mehr zu sein, der Warnblinker genügt vielen schon als Absicherung. Wenn überhaupt. Doch je deutlicher der Wagen und man selbst aus der Ferne zu sehen ist, desto besser und sicherer.

Quelle: Kreis Günzburg: Fahrzeugbrände im Kreis: Feuerlöscher an Bord nehmen! – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 09.08.2018 – 11:16 Uhr

Die Feuersucher halten in der Region Günzburg Ausschau

Die Brandgefahr ist weiter groß – auch wenn noch diese Woche eine Abkühlung kommen soll. Die Luftbeobachter starten von Illertissen aus. Wir waren dabei.

Gelblicher Rauch steigt an einem Acker zwischen Krumbach und Illertissen auf. Die Wolke ist über mehrere Kilometer zu sehen. Ohne zu zögern reißt Siegfried Möst den Steuerknüppel seines einmotorigen Kleinflugzeugs zur Seite. Die Maschine, die noch in ruhiger Lage auf Erkundungstour war, neigt sich ruckartig nach rechts. Möst lässt das Flugzeug in Richtung der Rauchwolke fallen. Brennt dort ein Acker?

Als sich der Flieger nähert, wird erkennbar, dass sich die Rauchquelle auf ein nahes Dorf zubewegt. Entlang des Ackers bildet sich eine Wand. Der Pilot hält die Rauchsäule fest im Blick, lenkt seine Maschine darauf zu. Neben ihm im Cockpit sitzt Florian Drollinger. Dem Luftbeobachter ist die Rauchwolke zuerst aufgefallen. Doch als sich die Maschine nähert, winkt Drollinger ab und gibt seinem Kollegen zu verstehen: Glück gehabt. Das dort unten war kein Ackerbrand, es war ein Traktor, der den staubigen Boden aufgewirbelt hat. Möst lenkt die Maschine wieder auf Kurs. Im Augenwinkel sehen die beiden die nächste potenzielle Gefahrenstelle.

Acht Piloten fliegen für den Stützpunkt Illertissen – einer von drei in Schwaben

Möst und Drollinger sind Teil der Luftretterstaffel in Illertissen. Aus luftigen Höhen beobachten sie weite Teile Schwabens und halten Ausschau nach jeder Rauchsäule, jedem potenziellen Brand. Insgesamt acht Piloten fliegen für die Luftbeobachtung am Stützpunkt. Allesamt machen das ehrenamtlich. Geld gibt es vom Land Bayern nur für Instandhaltung der Flieger und den verbrauchten Sprit. Möst, der die Beobachtungsstelle in Illertissen leitet und 20 Jahre Erfahrung als Pilot hat, koordiniert die Flüge. In jedem Beobachtungsflugzeug sitzt neben dem Piloten auch ein ausgebildeter Luftbeobachter, wie Drollinger einer ist. Zurzeit fliegen sie jeden Tag. Zweimal. Immer zu zweit. Einer lenkt das Flugzeug, der andere hält Ausschau.

Geflogen wird auf Anordnung der Regierung von Schwaben. Dieses Jahr waren es bereits mehrere Tage, an denen die Luftretter losmussten, sagt der Stützpunktleiter. Hintergrund ist die Hitzewelle, die Felder, Wiesen und Wälder austrocknet. Eine Folge: Während zuletzt nur in vereinzelten Regionen Ausschau nach Waldbränden gehalten werden musste, steht nun der ganze Regierungsbezirk unter Beobachtung. Der deutsche Wetterdienst ordnet die Waldbrandgefahr in nahezu ganz Schwaben auf die Stufen drei und vier von insgesamt fünf ein. Und der Grasland-Feuerindex zeigt überall Stufe vier an. Ein Ende der Gefahr scheint nicht in Sicht. „Wir fliegen so lange, bis es wieder ein paar Tage lang regnet“, sagt Möst. Das könne dauern. Möst lenkt das rot-weiße Kleinflugzeug über ein Waldstück. In der engen Kabine wird jedes andere Geräusch durch das Dröhnen des Motors übertönt. Durch das Grün am Boden schlängeln sich vereinzelt kleine Wege. Über Orten wie diesem müssen die beiden Beobachter besonders aufmerksam sein. Denn wenn sie ein gerade erst beginnendes Feuer übersehen, könnte sich daraus ein gefährlicher Waldbrand entwickeln.

Vier Hektar Weizen brannten ab

Wie ernst die Lage ist, weiß Drollinger. Neben seinem Ehrenamt als Luftbeobachter arbeitet er hauptberuflich als Klimaschutzmanager im Landratsamt Neu-Ulm. Seit drei Jahren fliegt er bei den Luftrettern mit. Er sagt: „Heuer ist es trockener als in den vergangenen Jahren.“ Die seit Wochen andauernde Hitze dörre den Boden und die Pflanzen aus. Ein Funken könnte da schon enormen Schaden anrichten. Wie schnell das gehen kann, zeigt ein Beispiel aus Ichenhausen vor zwei Wochen, von dem der Pilot Möst erzählt. Auf einem Flug habe er dort eine „riesige schwarze Rauchsäule“ auf einem Weizenfeld gesehen. „Wir sind natürlich sofort hingeflogen“, erzählt er. Aus der Nähe erkannte er dann die Ursache: Auf einem Feld war ein Mähdrescher in Brand geraten. Das Feuer griff auf den Acker über. Vier Hektar Weizen brannten ab. Möst konnte nichts mehr tun. „Die Feuerwehr war schon da.“

Ihre Route führt die Beobachter über weite Teile des westlichen Schwabens. Von Illertissen geht es zuerst nach Krumbach, dann nach Memmingen, Grönenbach, weiter nach Bad Wörishofen, Thannhausen und Burgau und über Weißenhorn zurück. Ein Autofahrer würde für die Strecke mehr als vier Stunden brauchen. Möst und Drollinger brauchen eine. Der Blick in die Ferne und auf die vielen kleinen Dörfer, die sich in der hügeligen Landschaft zu verstecken scheinen, bereitet trotz des diesigen Wetters einen einmaligen Anblick. Doch Augen für das Panorama haben die beiden Beobachter nicht. Konzentriert achten sie auf alles am Boden, was auch nur im Entferntesten nach einem Brand aussieht. Und wenn sie etwas entdecken, lenkt Möst seinen Flieger vorsichtshalber immer dorthin – auch wenn es am Ende doch kein Brand ist. Aus der Flughöhe von gerade einmal 300 Metern – die reguläre Flughöhe für Kleinflugzeuge beträgt 600 Meter – erkennt man jeden Lastwagen, jedes Auto. Immer wieder blitzen die Solaranlagen auf den Dächern der Häuser auf. Die beiden Männer lenkt das jedoch nicht ab.

Geflogen wird immer nachmittags, wenn es am heißesten ist. Für den Piloten und seinen Nebenmann ist das eine zusätzliche Belastung. Unter dem Plexiglas des Cockpits bieten nur die Wolken am Himmel Schatten. Deswegen gehören zur festen Ausrüstung auch Hut und Sonnenbrille. Die Hitze hält das jedoch nicht ab. Nach einer Stunde in der Luft sind die T-Shirts der Beobachter oft völlig durchgeschwitzt.

Im Ernstfall werden sie zu Lotsen

Wenn die Luftbeobachter dann mal einen Brand entdecken, läuft ein vorbestimmtes Prozedere ab. Zuerst melden sie das Feuer der Leitstelle in Krumbach und beobachten weiter die Brandentwicklung. Wenn die Einsatzkräfte der Feuerwehr anrücken, müssen die Piloten sie oft zum Brandherd lotsen. „Wir sind aber wesentlich schneller als die am Boden“, sagt Möst. „Das heißt, wir müssen sehr viele, sehr enge Kurven fliegen, damit wir die Kollegen nicht aus den Augen verlieren.“ Ungeübten Mägen kann es da schon mal unangenehm werden. Nach knapp einer Stunde lässt Möst den Flieger wieder auf der Landebahn in Illertissen aufsetzen. Er schießt die Wiese entlang, bevor er zur Lagerhalle rollt. Außer der Staubwolke gab es heute keine Vorkommnisse. Drollinger sagt: „Das ist auch gut so.“

 

Quelle: Landkreis Günzburg: Die Feuersucher halten in der Region Günzburg Ausschau  – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 09.08.2018 – 09:52 Uhr

Warum brennen gerade so häufig Fahrzeuge?

Bild: Motzer/Feuerwehr

Die Fälle im Landkreis Günzburg häufen sich derzeit. Die Feuerwehr und ein Werkstattleiter erläutern die Gründe für brennende Wagen.

In den vergangenen Wochen haben sich Meldungen von Polizei und Feuerwehr im Landkreis über brennende Fahrzeuge gehäuft, gerade auf der Autobahn. Doch woran liegt das? Kreisbrandinspektor Wolfgang Härtl erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass fast durchgängig technische Defekte die Ursache für die Brände gewesen seien. Mal war es ein Motorschaden, mal ein Ölverlust, mal eine defekte Abgasrückführung. Es sei ein „unglücklicher Zufall“, dass sich diese Fälle gerade häuften. Die Fahrzeugtechnik sei viel komplexer als früher, da könne auch mehr passieren, gerade im Bereich der Abgasrückführung gebe es höhere Temperaturen. Aber auch der extrem heiße Sommer trage sicher seinen Teil bei. Wenn ein Fahrzeug in Brand gerät, kann sich dieser schnell auf die Umgebung ausbreiten, so wie kürzlich bei Limbach, als auch die Böschung neben der Autobahn Feuer fing.

Weitere Faktoren seien momentan sicher die hochbelastete Autobahn mit Urlaubsverkehr. Grundsätzlich wichtig sei es, einen Feuerlöscher an Bord zu haben, um entstehende Brände bekämpfen zu können. Wenn mehrere Fahrer mit ihren Löschern zusammenarbeiten, könnten sie viel bis zum Eintreffen der Feuerwehr ausrichten, die ja erst einmal anfahren muss.

Der Werkstattleiter Pkw im Autohaus Zanker in Günzburg, Martin Miller, erklärt, dass Fahrzeugbrände zu 80 Prozent auf defekte Kabel zurückzuführen seien, wo etwas schmore oder angescheuert sei. Der Austritt von Kraftstoffen spiele auch eine Rolle. Zwar staue sich die Hitze unter der Motorhaube, das allein sei aber kein Auslöser. Ein Mehr an Technik spiele keine Rolle. Oft sei eine schlechte Wartung der Wagen das Problem, eine umfassende Inspektion sei wichtig.

 

Quelle: Landkreis Günzburg: Warum brennen gerade so häufig Fahrzeuge? – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 09.08.2018 – 09:48 Uhr

Aquaplaning-Unfälle auf A8: Liegt es an der Straße?

VU / Symbolfoto

Günzburgs Feuerwehrchef stellt mehr Vorfälle seit dem Ausbau fest. Was Autobahnbetreiber und Polizei dazu sagen.

In der vergangenen Woche war es wieder so weit. Am Donnerstagabend ging ein kräftiger Regenguss über dem Raum Günzburg und der Autobahn nieder. Ein Fahrer wurde im Bereich der A8-Anschlussstelle leicht verletzt, er war mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und in die Leitplanke gefahren. Fast zur selben Zeit ereignete sich ein weiterer Unfall, bei dem ein Fahrer ebenfalls in die Schutzplanke fuhr. Er blieb laut der Mitteilung der Polizei unverletzt.

Als Ursache für die Unfälle gaben die Beamten den plötzlich einsetzenden Regen und Aquaplaning an. Günzburgs Feuerwehrkommandant Christian Eisele beobachtet immer wieder, dass bei stärkerem Regen mehr Aquaplaning-Unfälle auf der ausgebauten A8 als auf der Vorgängerstrecke passieren. Fließt das Wasser nicht richtig ab? Das wäre eine Vermutung, sagt er, aber in erster Linie sieht er die größere Fläche – eine Spur mehr plus Standstreifen – gegenüber früher als Ursache, ebenso wie die Starkregenereignisse. Außerdem merke man als Fahrer auf der ausgebauten Straße das eigene Tempo nicht mehr so sehr.

Der Chef der Autobahnbetreibergesellschaft Pansuevia, Robert Schmidt, sieht nicht angepasste Geschwindigkeit und Ablenkung als Problem. Zudem spielten die größere Fläche und die Querneigung der Straße eine Rolle, genauso wie der zunehmende Verkehr. Es gebe keine Unebenheiten, keine Verwerfungen, keine Spurrillen – und die Gefahr von Aquaplaning sei bei der Betonfahrbahn weitaus geringer als auf Asphalt. Alle zwei Jahre werde die Fahrbahn überprüft. Er hofft darauf, dass Schilderbrücken mit flexiblen Anzeigen kommen, um Fahrer vor Gefahren warnen zu können.

Statistisch ließe sich das Phänomen nur schwer auswerten, erklärt Werner Schedel, Chef der Autobahnpolizei. Er erkennt als Ursache für die Unfälle in erster Linie, „dass es Fahrer an Aufmerksamkeit mangeln lassen“. Bei starkem Regen müsse man das Tempo reduzieren und vorher sowieso den Himmel im Blick behalten. Die A8 könne nichts dafür, an den Ingenieuren habe er keine Zweifel. Er habe selbst erlebt, dass beim Bau in einem Abschnitt nachgebessert wurde, wo Vorgaben nicht eingehalten wurden. Momentan mache auch die Hitze vielen zu schaffen, die Aufmerksamkeit lasse nach. Die meisten Fahrer seien aber vernünftig.

Quelle: Kreis Günzburg: Aquaplaning-Unfälle auf A8: Liegt es an der Straße? – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 07.08.2018 – 09:38 Uhr

Für mehr Sicherheit in Günzburg: Spatenstich für neue Feuerwache

Der offizielle Spatenstich zum Neubau der Feuerwache ist vollzogen. Landrat Hubert Hafner, Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer, stellvertretender Kommandant Achim Senser, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Staatssekretär Dr. Hans Reichhardt, Feuerwehrreferent Ferdinand Munk, Landtagsabgeordneter Alfred Sauter, Feuerwehrreferent Günter Treutlein, Kommandant Christian Eisele, Stadtbaumeister Georg Dietze und Architekt Berthold Braunger machten sich gemeinsam ans Werk (v.r.). Foto: Julia Ehrlich/ Stadt Günzburg

Spatenstich der neuen Günzburger Feuerwache eröffnet die offiziellen Bauarbeiten des Millionenprojekts

Eine lange Planungszeit von über zehn Jahren geht zu Ende: der Spatenstich der neuen Feuerwache am heutigen 25.07.2018 läutet den offiziellen Baubeginn ein. Nächste Woche beginnen die Abrissarbeiten, 2021 folgt die Fertigstellung.

„Eine Feuerwache angepasst an ihre Zeit, ihre Aufgaben und Herausforderungen, ihre zu schützende Bevölkerung, ihre Feuerwehrfrauen und -männer, bedeutet für uns alle mehr Sicherheit und dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, lohnt sich der Einsatz“, sagt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig in seiner Rede. Allein in der letzten Woche rückte die Feuerwehrmannschaft zu über zehn Einsätzen aus, teilweise zu sehr schweren Unfällen.

Über Jahre hinweg begleitete die Diskussion nach dem Standort die Planungsphase der neuen Feuerwache. Ein Erweiterungsbau oder ein Neubau? Ein Gebäude nur für die Feuerwehr oder eine Einsatzzentrale zusammen mit dem bayerischen Roten Kreuz? Bauen am jetzigen Standort oder auf freiem Feld? Diese Fragen beschäftigten die Feuerwehr als auch die Stadtverwaltung und den Stadtrat über Jahre. Seit 2016 wird nach dem von der Feuerwehr erarbeiteten und vom Stadtrat beschlossenen Raumprogramm für den jetzigen Standort geplant. Grund dafür ist, dass nur mit der innenstadtnahen Zentrale die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 10 Minuten eingehalten werden kann. „Auch hier hat die Frage nach der Sicherheit und nicht der einfachere Weg gewonnen“, erklärt Oberbürgermeister Jauernig.

Etwa 9 Millionen Euro Baukosten
Mit Kosten von rund neun Millionen Euro schlägt der Neubau zu Buche. Gebaut werden 3.000 m2 Nutzfläche, 18 Fahrzeughallenplätze, eine Waschhalle, Stabs-, Technik-, Funktions- und Schulungsräume, eine Schlauchwaschanlage und einen Schlauchtrockenturm, eine Atemschutzwerkstatt und Räume für den Verein. Damit sei die Freiwillige Feuerwehr und die Stadt Günzburg gut und sicher aufgestellt für die Zukunft und die Herausforderungen, die eine wachsende Bevölkerung, die Autobahn, das Legoland ein neues Industriegebiet mit sich brächten, so Oberbürgermeister Jauernig.

„Unsere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gehen für uns, für unsere Bürger und Bürgerinnen im wahrsten Sinne des Wortes durch das Feuer. Deshalb sei an dieser Stelle auch nochmals ein ausdrücklicher Dank an die Mannschaft gerichtet. Wir alle haben großen Respekt vor Ihrer und eurer Arbeit“, nutzte Oberbürgermeister Jauernig die Chance, sich bei den vielen anwesenden Feuerwehrfrauen und -männer für ihren Einsatz zu bedanken.

Quelle: Für mehr Sicherheit in Günzburg: Spatenstich für neue Feuerwache – Stand: 25.07.2018 – 18:54 Uhr

Der Digitalfunk läuft fast rund 

Insgesamt sind Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit der neuen Technik durchaus zufrieden. Aber es gibt einen großen Wunsch.

Kürzlich hat Burgaus Feuerwehrkommandant Hans-Peter Merz im Gespräch mit unserer Zeitung ein Problem thematisiert: den Digitalfunk. Manche kurz vor dessen Einführung beschaffte Infrastruktur sei mit ihm nicht kompatibel. Die Alarmierung laufe weiter analog. Und obwohl der Analogfunk zusätzlich zum digitalen in Fahrzeugen vorgehalten werden müsse, habe die Stadt vom Freistaat eines nur mit digitalem Funk erhalten. In der Tat, sagt Kreisbrandrat Robert Spiller, laufe die Alarmierung noch über analoge Meldeempfänger. Wer die zweimalige Durchsage verpasst, erfahre erst im Feuerwehrhaus, was passiert ist. Die digitale Alarmierung sei geplant, aber sie wollten derzeit nur Bayern und Hessen.

Insgesamt sind Spiller und Roman Gepperth, beim Landratsamt für den Bereich öffentliche Sicherheit zuständig, mit dem Digitalfunk aber zufrieden. Zum 3. Juli 2017 wurden die Feuerwehren im Gebiet des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Donau-Iller darauf umgestellt. Es könne zwar vorkommen, dass bei starkem Regen die Verbindung abbricht, aber physikalische Gegebenheiten ließen sich auch mit der neuen Technik nicht umgehen. „Zumindest zeigen die Geräte jetzt an, wenn man nicht verbunden ist“, sagt Gepperth. Bei den analogen habe man das nicht einmal gemerkt.

Auch in den meisten Gebäuden funktionierten die Geräte, die Funkabdeckung sei bis auf ein paar wenige Bereiche im Landkreis gut. Etwa im Mühlwegtunnel in Günzburg soll eine stationäre digitale Funkeinrichtung nachgerüstet werden und wenn die digitale Alarmierung komme, würden ein paar weitere Basisstationen für den Empfang ergänzt. Im Kreis Günzburg habe es das nicht gegeben, anderswo in Schwaben hätten auch Proteste gegen die Funkmasten zu Problemen bei der Abdeckung geführt.

Baden-Württemberg hat noch analogen Funk

Dass in den Fahrzeugen im Landkreis analoge und digitale Technik installiert ist, hänge nur damit zusammen, dass Baden-Württemberg noch nicht auf den Digitalfunk umgestellt habe und bei länderübergreifenden Einsätzen in diesem Grenzgebiet die Verbindung zu den dortigen Kameraden gehalten werden muss. Dass bei einem Fahrzeug in Burgau der analoge Funk fehlt, sei beim Freistaat moniert worden. Aber weil in Bayern digital Standard ist, werde das nicht erfolgen. Deshalb müsse immer ein Führungsfahrzeug mit ausrücken.

Was Spiller und Gepperth ebenfalls nicht gefällt, aber was sie genauso wenig ändern können, ist die nicht kompatible Vorrüstung für den Digitalfunk. So wurden beispielsweise Funktische installiert, die doch wieder ausgewechselt werden mussten. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar und unbefriedigend“, sagt Spiller. Aber es sei nun einmal schwer vorherzusagen, wie sich die Technik entwickelt, und durch die Verzögerung bei der Einführung des Digitalfunks seien Ersatzansprüche gegenüber den Firmen verjährt. Auch das Landratsamt selbst sei betroffen gewesen. Alles in allem sei die neue Technik wesentlich besser als die analoge.

Johanniter haben keine Probleme mit Digitalfunk

Auch der Chef der Rettungsleitstelle Donau-Iller, Reiner Wolf, möchte sie nicht mehr missen. Zwar könne es in der Tat bei schlechter Witterung Ausfälle geben, aber der Digitalfunk bedeute eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem analogen Vorgänger. Allerdings „muss die Alarmierung dringend umgestellt werden“, um mehr Möglichkeiten zu haben. Das sieht der kommissarische Leiter Rettungsdienst beim Kreisverband des Roten Kreuzes, Christian Skibak, genauso. Der Empfang sei wesentlich besser geworden, etwa in der Innenstadt von Burgau, wo es damit früher große Probleme gegeben habe.

Aber auch wenn es bei Nebel oder starkem Regen nach wie vor Schwierigkeiten gebe, so geht er davon aus, dass nach und nach die Technik verfeinert wird. Und die Johanniter sind auch der Ansicht, dass es schon beim Analogfunk „Kinderkrankheiten“ gab, wie Sprecherin Kerstin Biedermann sagt. Und bei ihnen seien nicht einmal Probleme bei starken Regenfällen bekannt.

Bei der Polizei wird Analogfunk zurückgebaut

Die Polizei ist nicht minder zufrieden mit dem Digitalfunk, erklärt das zuständige Landeskriminalamt. Von den Dienststellen im Landkreis Günzburg gebe es eine positive Resonanz. Regelmäßige Störungen etwa bei Starkregen gebe es nicht. Der Analogfunk wurde bei der Polizei im Bereich des Präsidiums Schwaben Süd/West inzwischen übrigens außer Betrieb genommen und wird gerade zurückgebaut.

Das Bayerische Innenministerium erklärt, dass Funktische an örtliche Situationen angepasst würden, ohne dass sich der Freistaat beteilige. Je nach Dimension sei es möglich, dass kein Platz zum Einbau zusätzlicher Digitalfunkkomponenten vorhanden war. Häufig könne das durch eine Erweiterung des Funktischs gelöst werden. Die digitale Alarmierung bei Feuerwehren werde demnächst nachgerüstet. Die zeitliche Verfügbarkeit des Digitalfunks in Bayern liege fast bei 100 Prozent, „dass sich bei schlechter Witterung der Empfang verschlechtert, ist den physikalischen Gesetzmäßigkeiten geschuldet“ und könne bei jedem Funksystem passieren. Wo nötig, werde das Netz dichter. Zum Fall Burgau: Das beschaffte Fahrzeug sei für den Einsatz mit anderen Wagen vorgesehen, unter anderem einem Führungsfahrzeug. In dem sei der Analogfunk installiert.

Quelle: Kreis Günzburg: Der Digitalfunk läuft fast rund – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 21.05.2018 – 19: Uhr

Wie freiwillig können Feuerwehren sein?

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Bild: Bernhard Weizenegger

Die Belastung für die Aktiven nimmt zu. Der Burgauer Kommandant hat deshalb eine Vergütung für die Einsätze ins Spiel gebracht. Doch dabei gibt es Hürden.

Die Zeiten haben sich geändert. Viele Menschen arbeiten nicht mehr in ihrem Wohnort, die Zahl der Landwirte ist stark zurückgegangen. Aus diesen (und anderen) Gründen ist es gerade für viele kleinere Feuerwehren nicht mehr möglich, tagsüber genug Kräfte zum Ausrücken aufzubieten. Darauf wurde schon insofern reagiert, dass nicht mehr nach einzelnen Wehren, sondern nach benötigten Geräten alarmiert wird. Gerade die größeren Feuerwehren seien stärker belastet, sagt Kreisbrandrat Robert Spiller im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar hat bei einem Einsatz im Ort selbst die dortige Wehr die Leitung – bloß tun sich immer mehr schwer, überhaupt noch Führungskräfte zu finden, während anderswo die Mannschaft fehlt. Burgaus Kommandant Hans-Peter Merz hatte angesichts der steigenden Anforderungen und Belastungen kürzlich bereits eine mögliche Einsatzvergütung ins Spiel gebracht, doch Spiller sieht hier ein Problem.

Denn wenn es eine Bezahlung gibt, könne man mitunter nicht mehr von einer Freiwilligen Feuerwehr sprechen. Zwar gebe es schon jetzt die Möglichkeit, Kameraden mit einer besonderen Funktion eine Vergütung zu zahlen, aber das sei wohl nicht flächendeckend möglich. Um diese Frage zu klären, will der Kreisfeuerwehrverband den Kommunen ein Seminar zum Feuerwehrrecht anbieten und dafür auch einen Referenten aus dem zuständigen Ministerium gewinnen. Auf jeden Fall dürfe kein geldwerter Vorteil entstehen, sonst bringe eine solche Vergütung keinem etwas.

So oder so geht Spiller davon aus, dass sich die Konzentration bei den Feuerwehren in Zukunft fortsetzt. Es dürfe zwar keine aufgelöst werden, aber es sei damit zu rechnen, dass weitere Löschgruppen entstehen, die sich größeren Einheiten angliedern. Ebenso werde die Zahl der Zusammenschlüsse wohl zunehmen. „Besonders in Orten, wo die Menschen nur noch zum Schlafen sind, haben wir das Problem, dass sich kaum noch jemand für das Gemeinwohl verantwortlich fühlt.“

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Das Innenministerium betont wie Spiller, dass es im Ehrenamt keine klassische Vergütung gebe. Wenn die freiwilligen Feuerwehrleute im Dienst sind, sind sie währenddessen und in einem bestimmten Zeitraum danach von ihrer beruflichen Tätigkeit gesetzlich freigestellt und erhalten währenddessen ihren Lohn fortgezahlt. Wer nicht fest angestellt ist, bekommt den Verdienstausfall von der Gemeinde bis zu einem gewissen Höchstsatz ersetzt. Auch seien die Gemeinden verpflichtet, bestimmte Auslagen zu erstatten, Sachschäden zu ersetzen und in bestimmten Fällen die Feuerwehrleute zu verpflegen.

Für Kommandant und Stellvertreter gebe es eine pauschale Entschädigung, die von der Gemeinde festgesetzt werde. Und wer ohne eine solche Position „regelmäßig über das übliche Maß hinaus“ Dienst leistet, könne auch entschädigt werden, etwa der Geräte- und Jugendwart. „Das übliche Maß bestimmt sich nach dem Zeitaufwand, den die Feuerwehrdienstleistenden üblicherweise aufbringen“, erklärt der Sprecher. „Unseres Erachtens kann hierauf keine Einsatzvergütung für alle Feuerwehrdienstleistenden gestützt werden. Sie würde den Grundsatz der Ehrenamtlichkeit des Feuerwehrdienstes unzulässig aushöhlen.“

Quelle: Günzburger Zeitung

Mehr Brände und schwere Unfälle im Kreis

Mit fast 70.000 Einsatzstunden geraten die Feuerwehren im Kreis an ihre Belastungsgrenze. Zu schaffen macht ihnen die wachsende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der A8Copy%20of%20DSC_0334.tif

Die wachsende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der A8 bereitet den Feuerwehren im Landkreis Bauchschmerzen. Kreisbrandinspektor Wolfgang Härtl sieht die Zunahme vor allem im Zusammenhang mit dem dreispurigen Ausbau der Autobahn. Die Einsatzstellen seien weitläufiger geworden, die Unfallmechanismen hätten sich geändert und erforderten andere Vorgehensweisen bei der Abarbeitung, erklärte Härtl bei der Dienstversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Bräuhaussaal in Ursberg.

Auch bei den Bränden waren die 108 Feuerwehren im Landkreis im vergangenen Jahr stark gefordert.

Mit den Werks- und Betriebsfeuerwehren leisteten fast 4300 Männer und Frauen ihren Dienst im Ehrenamt, um in unterschiedlichen Notlagen, Bränden und Unfällen zu helfen. Trotz ihres engagierten Eingreifens entstanden hohe Sachschäden durch Unfälle oder Brände, aber auch durch Unwetter. Mit neun Einsätzen mehr als im Vorjahr stieg die Zahl der Einsätze im Jahr 2017 auf 1524. 364 Mal wurde die Feuerwehr gerufen, weil es brannte – 19 Mal öfter als im Vorjahr. 780 Mal rückten die Wehren zu technischen Hilfeleistungen aus. Für elf Menschen kam im vergangenen Jahr jedoch jede Hilfe zu spät.

Spuren hinterlassen die Einsätze aber auch bei den Hilfskräften, von denen 162 betreut werden mussten, 16 Feuerwehrleute wurden verletzt. Mit fast 70000 Stunden ist die Einsatzzeit auf Rekordhöhe und die Aktiven kämen teilweise an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Nach einigen Daten zu den eingesetzten Geräten und verschiedenen Übungsstunden sowie Hinweisen zu Neuerungen im Meldewesen dankte Härtl einer ganzen Reihe von Organisationen, die die Arbeit der Feuerwehren unterstützen und eine konstruktive Zusammenarbeit gewährleisten.

Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Link vermeldete, dass sich die Zahl der Mitglieder in den 83 gemeldeten Jugendgruppen auf 661 Feuerwehranwärter erhöht hat. Darunter sind 171 Mädchen. Link wies die anwesenden Kommandanten noch darauf hin, dass sie über einen Jugendwartwechsel in ihrer Wehr grundsätzlich informieren sollten.

Nicht nur die Wahl des Versammlungsortes Ursberg mache ihn stolz, sondern der hohe Ausbildungsstand und die Anstrengungen und Bemühungen in der Jugendarbeit verdienten große Anerkennung, sagte 2. Bürgermeister Anton Jeckle in seinem Grußwort.

„Das heutige Treffen ist eine wunderbare Gelegenheit, Ihnen meine vollste Anerkennung und Wertschätzung für diese ehrenamtliche Arbeit entgegenzubringen, denn das Gefährdungspotenzial, das Sie abdecken müssen, ist sehr umfangreich“, lobte auch Landrat Hubert Hafner.

 

In einer ausführlichen Laudatio ging er auf die Laufbahn von Robert Spiller, der seit fast 17 Jahren sein Amt als Kreisbrandrat verantwortungsbewusst und zuverlässig ausübt, ein. „Mit seinen Kollegen geht er buchstäblich durchs Feuer. Es freut mich, dass wir im Landkreis eine solch harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit aufweisen können“, so Hafner. Gerne hätte er ihm im Namen des Freistaates Bayern die verdiente Ehrung überbracht, da Spiller jedoch erkrankt fehlte, erfolgt sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Die im Bericht des Schatzmeisters erwähnten Zahlen seien in Buchführung und finanzieller Hinsicht in Ordnung, bestätigte Kassenprüfer Christian Blaha.

Ohne Gegenstimme wählten die Mitglieder anschließend Martin Mayer wieder zum Schatzmeister sowie Christian Blaha (FW Unterknöringen) und Andreas Faith (Ziemetshausen) als Kassenrevisoren. Kreisbrandinspektor Härtl und Landrat Hafner ehrten im Verlauf der Versammlung mehrere verdiente Aktive mit silberner und goldener Inspektionsnadel.

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten

Mehr Geld für die Freiwilligen Feuerwehren

Löschzüge im Landkreis Günzburg erhielten 2017 mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder vom Freistaat

Die Feuerwehrleute in Bayern bewältigen rein rechnerisch alle zweieinhalb Minuten einen Einsatz. Zur Unterstützung ihrer Arbeit stockte der Freistaat die Fördermittel im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent auf gut 52 Millionen Euro auf. Knapp 3990 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich in den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Günzburg.

Mit exakt 349 Aktiven sei jede Zehnte von ihnen eine Feuerwehrfrau, wie aus einer aktuellen Anfrage der CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Hans Reichhart beim Bayerischen Staatsministerium des Innern hervorgehe. „Der Einsatz unserer Feuerwehrfrauen und -männer ist immens“, erklärt Sauter in seiner Mitteilung. „Sie stehen Tag und Nacht auf Abruf für die Gesell-schaft bereit und setzen sich dabei immer wieder Gefahren für Leib und Leben aus, zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Insgesamt seien 320000 Feuerwehrleute in Bayern aktiv, 310000 davon ehrenamtlich. „Unsere Feuerwehrleute sind ein unmittelbarer und starker Garant für Sicherheit.“

Um die Feuerwehrleute zu unter-stützen, erhöhte der Freistaat die Fördermittel. Der Grund seien Geräteverbesserungen sowie die Aufrüstung auf moderne Rettungstechnik. Insgesamt investierte der Freistaat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 184 Millionen Euro zur Gewährleistung des Feuerschutzes im Land. Davon flossen 26,6 Millionen Euro in den Regierungsbezirk Schwaben, mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder erhielten die Löschzüge im Landkreis Günzburg. Zusätzlich dazu stehen den Wehren Sonderförderprogramme für Gefahrgut-Gerätewagen, Wärmebildkameras, Digitalfunk oder Jugendschutzbekleidung zur Verfügung.

Wie in vielen Vereinen sinkt auch bei den Freiwilligen Feuerwehren die Mitgliederstärke. In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der freiwilligen Wehrleute im Freistaat um 8200 Personen. Um weiter einen umfassenden Schutz im Brand-, Überschwemmungs- und Katastrophenfall zu gewährleisten, bemühen sich der Freistaat und der Landesfeuerwehrverband, weitere Freiwillige anzuwerben. Seit 2011 stellt der Staat jährlich 275000 Euro für Imagekampagnen zur Nachwuchsgewinnung zur Verfügung. „Feuerwehren leisten eine starke Jugendar-beit“, betont auch der neue Staatssekretär Hans Reichhart. „In den Gemeinden zwischen Kammel, Mindel und Günz prägen sie den Ortszusammenhalt.“ Mit der Novellierung des bayerischen Feuerwehrgesetzes 2017 werden Möglichkeiten zur kommunalen Zusammenarbeit der Löschzüge vor Ort gegeben, außerdem wird in den Aufbau von Kinder- und Jugendfeuerwehren investiert. „Es ist richtig, dass den Wehren mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um Jugendarbeit attraktiv zu gestalten. Die Jugendarbeit ist eine wichtige Investition in die Zukunft der Freiwilligenarbeit.“

Auch die Erwachsenenbildung der Feuerwehrleute wird gestärkt. Für die Ausbildung ehrenamtlicher Feuerwehrkräfte investierte der Freistaat von 2008 bis 2017 mehr als 228 Millionen Euro. So konnten die Lehrgangskapazitäten an den Feuerwehrschulen von 46000 Fortbildungstagen (2011) auf 65000 im Jahr 2017 erhöht werden. Um dieses Plus zu gewährleisten, erhöhte der Freistaat die Lehrstellen an den Schulen um 60 Personen, 65 Millionen Euro wurden für bauliche Verbesserungen investiert, die Erhöhung der Bettenzahl von 330 auf 460 kostete 60 Millionen.

Quelle: Günzburger Zeitung

Häufig werden Brände gemeldet – obwohl es nicht brennt

Die Feuerwehr muss im Landkreis immer wieder ausrücken, obwohl es gar kein Feuer gibt. Was es damit auf sich hat und welche Folgen das haben kann.

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In den vergangenen Tagen sind Feuerwehren im Landkreis Günzburg öfter ausgerückt, weil Brandmeldeanlagen Alarm ausgelöst hatten. Alleine vom 26. Februar bis 1. März kam das sieben Mal vor, zeigt die Übersicht des Kreisfeuerwehrverbands. In der Regel gibt es bei solchen Meldungen aber kein Feuer. Kreisbrandrat Robert Spiller sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass es Zeiten gebe, in denen sich solche Alarme häuften, beispielsweise bei Kälte oder starkem Wind.

Er spricht nicht vom Fehl-, sondern vom Täuschungsalarm, da die Anlagen durchaus etwas registrieren. So könnte es sein, dass Wind Staub aufwirbelt, und dieser als Rauch interpretiert werde. Davon abgesehen komme es immer wieder vor, dass Staplerfahrer in Firmen an Sprinkleranlagen hängen bleiben, und auch dadurch ein Alarm ausgelöst wird.

Dass in Unternehmen bei Kälte öfter Melder anschlagen, kann sich der Geschäftsführer von Esotronic, nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen in Süddeutschland auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik mit Sitz in Bubes-heim, nicht pauschal erklären. Dabei müsse geprüft werden, sagt Rolf Haugg, ob sich in einer Firma im Winter gegenüber den warmen Jahreszeiten etwas verändere.

Eigentlich sollte es keine falschen Alarme geben

So gebe es Anlagen, die auf Temperaturunterschiede reagieren und angesichts der derzeit niedrigeren Werte Alarm geben könnten. Aber die Technik sei so ausgereift, dass dies nicht vorkommen sollte – wenn die Geräte richtig eingestellt sind. Es komme aber vor, dass sich beispielsweise in der Produktion eines Betriebs etwas ändert, und vergessen wird, die Brandmeldeanlage auch umzustellen. Normalerweise gebe es vier Mal im Jahr eine Wartung, bei der auch darauf geachtet und beispielsweise zudem geprüft wird, ob ein Melder noch richtig funktioniert. „Bei einer ordentlichen Wartung darf es keine falschen Alarme geben“, betont Haugg. Aber dafür müsse ein Betrieb erst einmal auch Fachleute damit beauftragen.

Vorkommen kann es auch, dass generell falsche Melder installiert sind, etwa wenn ein hitzeempfindliches Gerät neben einem Brennofen hängt. So oder so müsse auf die Funktionstüchtigkeit geachtet werden, zumal es auch Meldeanlagen gebe, die nicht direkt mit der Feuerwehr verbunden sind. Und wenn es dann immer einen falschen Alarm gibt, bestehe die Gefahr, dass ein richtiger vom Personal nicht mehr ernst genommen wird. Gute Technik und eine ausgiebige Planung seien mit größeren Anschaffungskosten verbunden, die sich aber auf lange Sicht bezahlt machten.

Die Unternehmen müssen Einsätze bei Technikfehler zahlen

Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis nach Robert Spillers Worten insgesamt 172 Brandeinsätze und 192 Fehl- beziehungsweise Täuschungsalarme. Von einem Fehlalarm spricht man, wenn jemand beispielsweise wegen einer Rauchentwicklung den Notruf wählt, sich aber herausstellt, dass es nicht brennt. So wurde einmal im Bereich der Windräder im Scheppacher Forst ein möglicher Brand gemeldet, aber offenbar hatte der Wind nur viel Staub aufgewirbelt.

Früher habe es übrigens durchaus Firmen gegeben, bei denen sich Täuschungsalarme häuften, aber das komme heute so nicht mehr vor. Schließlich müssen die Unternehmen den Einsatz der Feuerwehr bezahlen, wenn die Technik Alarm auslöst, es aber keinen Notfall gibt. Die Wehr muss dann kommen, die Situation klären und die Anlage wieder scharf stellen.

Kosten zwischen 500 und 1000 Euro

Da die Gemeinden unterschiedliche Satzungen und somit unterschiedliche Preise haben, könne er nicht pauschal sagen, wie teuer ein solcher Einsatz wird. Aber man könne von einer Summe zwischen 500 und 1000 Euro ausgehen. Auch für mutwillige Fehlmeldungen von Personen wird es eine Rechnung geben – und Ermittlungen der Polizei. Aber wenn jemand im guten Glauben ein mögliches Feuer meldet, muss derjenige nicht für die Kosten des Einsatzes zahlen.

Absichtliche Fehlmeldungen kämen inzwischen nicht mehr häufig vor, genauso wenig das Drücken eines Feuermelders aus „Spaß“, etwa um die Einsatzkräfte ausrücken zu sehen. So oder so könne es aber durchaus Probleme mit sich bringen, wenn sich die Fehl- und Täuschungsalarme häufen, weil dann die Bereitschaft der Arbeitgeber noch weiter sinken könne, Mitarbeiter für den Dienst in der Feuerwehr freizustellen. Generell sei diese gesunken, vor allem in Orten, in denen die Einsatzzahlen steigen. Aber insgesamt seien doch noch sehr viele Betriebe kulant – auch, weil sie um den großen Vorteil wüssten, Feuerwehrleute bei sich zu haben, die auch in der eigenen Firma im Notfall schnell reagieren können.

Quelle: Günzburger Zeitung