Notfallversorgung: Nur die Fusion sichert den Schutz der Bürger

Die Verantwortlichen sind zufrieden mit dem Ergebnis. Von links: Kreisbrandinspektor Erwin Schneider, Kreisbrandmeister Helmut Motzer, Kreisbrandrat Robert Spiller, Kommandant FFW Konzenberg Alexander Böck, Kommandant FFW Eichenhofen Christian Baumeister, Kommandant FFW Hafenhofen Thomas Seichter, Bürgermeister Georg Holzinger. Bild: Philipp Wehrmann

Die Feuerwehren dreier Haldenwanger Ortsteile schließen sich zusammen. Wie es nun weitergeht.

Wegen dieser Versammlung hat Bürgermeister Georg Holzinger, der eigentlich Patient war, auf eigene Gefahr das Krankenhaus verlassen. Bei den Wehren Konzenberg, Eichenhofen und Hafenhofen ist die Lage ernst. An Werktagen sind sie tagsüber nicht einsatzbereit. Deshalb hat Holzinger im Krankenhaus ein Formular unterschrieben und sich ins Auto gesetzt, um direkt nach der Versammlung wieder ins Krankenbett zurückzukehren. Vor drei Jahren hatten die drei Kommandanten ihn auf eine Fusion angesprochen. Mittlerweile drängt die Zeit noch aus einem anderen Grund: Der Konzenberger Kindergarten benötigt mehr Platz (siehe oben), weshalb das benachbarte Feuerwehrhaus voraussichtlich weichen muss.

Die Versammlung am Donnerstagabend fand im Sportheim des FC Konzenberg statt. In dessen Nachbarschaft möchte Holzinger ein gemeinsames Gerätehaus bauen. Zwölf mal 20 Meter soll es messen. Die drei bestehenden Fahrzeuge, Umkleiden für Männer und Frauen und ein Büro sollen Platz haben. Der Gemeinderat und Sportverein seien einverstanden, sagte Holzinger. Die Feuerwehr Haldenwang wird selbstständig bleiben. Zwar leide auch sie an mangelnder Einsatzfähigkeit, doch Haldenwang sei von dem neuen Feuerwehrhaus nicht binnen zehn Minuten erreichbar.

Ein Feuerwehrmann fragte Kreisbrandrat Robert Spiller, inwieweit die einzelnen Ortsteile noch geschützt seien, wenn zum Beispiel Keller vollliefen. Meist geschehe das dann in allen Ortsteilen, doch bisher habe jeder seine eigene Wehr. „Die Priorität legen dann die Führungskräfte fest“, antwortete Spiller. Zeitweise wurde es laut im Saal. Aus dem Vorstand der Hafenhofener Wehr waren skeptische Töne zu hören. Die Abstimmung verlief dennoch eindeutig. Nur sechs der etwa 50 aktiven Feuerwehrleute im Saal stimmten gegen die Fusion. „Diese Entscheidung ist gut für die Zukunft der Feuerwehr und der Jugend“, sagte der Bürgermeister.

Die drei Kommandanten begrüßten die Fusion. Kommandant Thomas Seichter aus Hafenhofen sagte auf Nachfrage, er sei optimistisch, dass er die Diskussion in seiner Wehr befrieden könne. Der Konzenberger Kommandant Alexander Böck sagte, er sei schon immer ein Befürworter gewesen. Früher sei das ein Tabuthema gewesen. Mittlerweile sei die Zeit reif.

Nun gibt die Gemeinde die Planung für das neue Gerätehaus in Auftrag. Holzinger erwartet eine Förderung von knapp 170000 Euro vom Bezirk. Unklar ist , wie die neue Wehr heißen soll. „Entweder sie trägt alle Ortsteile oder ihre Abkürzungen im Namen, oder eben gar keine“, forderte ein Feuerwehrmann. Nach dem Bau wird der Kommandant gewählt. Spiller sagte, zwei Stellvertreter seien möglich. Deshalb könnten alle drei Ortsteile im Führungsteam vertreten sein.

Quelle: Notfallversorgung: Nur die Fusion sichert den Schutz der Bürger – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 02.08.2018 – 09:42 Uhr

Arbeit am Rande der Kapazitäten

Bild: Bernhard Weizenegger

Bei der Dienstversammlung in Günzburg wird deutlich, was die Aktiven leisten. Dabei gibt es auch viel Kritik.

Stadtbrandinspektor und Kommandant Christian Eisele sprach zwar von einer normalen Einsatzzahl im Jahr 2017 – mit 413 waren es sogar fast 60 weniger als im Vorjahr, bei der Dienstversammlung am Donnerstag im Wasserburger Sportheim stellte er aber auch klar: „Die großen Feuerwehren sind am Ende ihrer Möglichkeiten.“ Hinzu komme, dass es immer schwieriger werde, Kameraden zu finden, vor allem solche, die Führungspositionen übernähmen. Der Topf, aus dem Aktive zu finden sind, werde aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung kleiner. Trotz der Ehrenamtlichen, die es in Günzburg Gott sei Dank noch gebe, stehe das System der Ehrenamtlichkeit auf sehr wackeligen Beinen, so Eisele. „Wann seid ihr eigentlich daheim?“ – Kreisbrandinspektor Albert Müller brachte es auf den Punkt: Eine Feuerwehr wie Günzburg fahre an der Kapazitätsgrenze. Diejenigen, die etwas ändern könnten, kämen aus der Politik. Die Probleme, die es früher schon gegeben habe, die gebe es heute noch.

Die Zahlen, die Christian Eisele nannte, sprachen für sich. Rechnet man diese hoch, wurden 2017 bei 6320 Einsatzstunden umgerechnet insgesamt 6520 Feuerwehrdienstleistende eingesetzt. Hinzu kommt eine Gesamtzahl von 6145 Stunden für Übungsdienst, darunter Lehrgänge und Fortbildungen, wie auch die Übungsstunden in der Atemschutzübungsstrecke, die die 94 Aktiven geleistet hatten.

Eisele ging aber auch auf die nicht selten hohe psychische und physische Belastung der Ehrenamtlichen ein. Zwar konnten 35 Personen bei den Einsätzen gerettet werden. Die Zahl von acht Toten, für die die Hilfe zu spät kam, gebe jedoch zu denken. Eisele erinnerte an den Verkehrsunfall am 6. März 2017 auf der A8 kurz vor Leipheim, bei dem zwei Menschen nach einer Reifenpanne auf dem Standstreifen von einem Lastwagen erfasst wurden und mehr als 50 Meter weit mitgeschleift wurden. Beide hatten den Unfall nicht überlebt. Die Freiwillige Feuerwehr Günzburg war bei diesem Einsatz mit neun Fahrzeugen und 27 Aktiven fünf Stunden vor Ort. Der einige Wochen vorher an der Günz eingefrorene und nach seiner Rettung munter, aber schimpfende Schwan, war da eher Nebensache.

Trotz der vielen Aufgaben einer Stadt wie Günzburg sei die Wehr beim Stadtrat insbesondere bei Oberbürgermeister Gerhard Jauernig stets auf offene Ohren gestoßen. So konnte vor einem Jahr der Abrollbehälter „Hochwasserschutz“ in Dienst gestellt werden. Weiter wurden sämtliche Motorsägen mitführende Fahrzeuge mit neuer Schnittschutzbekleidung sowie die wasserführenden Armaturen aller Löschfahrzeuge mit Rückflussverhinderern ausgestattet. In diesem Jahr soll der Abrollbehälter „Ölwehr“ und der neue Gerätewagen Gefahrgut in Dienst gestellt werden. Und vor allem: In diesem Jahr wird (wie berichtet) mit dem Um- und Neubau der Feuerwache begonnen, die mit 3000 Quadratmetern Nutzfläche und 16 000 Kubikmetern umbauten Raum in zwei Bauabschnitten entstehen wird. In der letzten Juliwoche soll der langersehnte Spatenstich zu dem Millionenprojekt erfolgen.

Wie sieht es bei der Jugendfeuerwehr aus? Seit 1. Januar ist Manuel Füssl neuer Jugendwart. Markus Mayer, der bisherige Leiter, ist nun sein Vertreter. „Unsere Jugend, das sind die Feuerwehrler von Morgen“ betonte Mayer. Zum 31. Dezember 2017 bestand die Jugendgruppe aus zehn Jugendlichen und auch dort seien 422 Ausbildungsstunden geleistet worden. Gleichzeitig konnten mit Kyrill Zimmermann, Thomas Werner, Joshua Ziegler und Luca Breitfelder vier neue Mitglieder gewonnen werde. Alle vier wurden – das ist in Günzburg Tradition – am Donnerstag von Oberbürgermeister Gerhard Jauernig offiziell in die Feuerwehr aufgenommen.

Auch Ehrungen und Beförderungen gab es: Michael Mayer und Marcel Mayer wurden für zehn Jahre, Frank Egenberger für 20 Jahre aktiven Dienst geehrt. Sara Frick, Daniel Imminger, Dominik Kautter, Maximilian Snukat, Marc-Michael Ventzke, Thomas Wagner, Christoph Weber und Dominik Ziegler wurden zu Oberfeuerwehrmann beziehungsweise zur Oberfeuerwehrfrau, Georg Kohler, Robert Prokscha und Florian Propp wurden zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Eiseles Stellvertreter Achim Senser ist jetzt Brandmeister.

Bei der anschließenden Versammlung des Feuerwehrvereins betonte Oberbürgermeister Jauernig, zugleich auch Vereinsvorsitzender, die Wichtigkeit der persönlichen Kontakte der Aktiven untereinander. Das Maibaumstellen, das Schlachtfest und vor allem das traditionelle Gartenfest mit dem Appell am Schloss und Rathaus trügen wesentlich dazu bei.

Aber auch seitens des Vereins gab es Kritik: Kassenwart Christian Hofner monierte die unzureichende Honorierung der Feuerwehrvereine seitens der Politik im Vergleich zu anderen Vereinen und sprach dabei auch das Thema Übungsleiterpauschale bei Sportvereinen an. Ein Feuerwehrverein einer Wehr mittlerer Größe sei vom Gesetz her komplett ohne Lobby, kritisierte Hofner.

Eine Veränderung gab es ebenfalls: Nachdem Reinhold Hobor nach langjähriger Tätigkeit als zweiter Vereinsvorsitzender und aufgrund der Vielzahl weiterer ehrenamtlicher Aufgaben im Verein sein Amt niedergelegt hatte, wurde Marc-Michael Ventzke mit großer Mehrheit als sein Nachfolger gewählt. Markus Stocker wurde zum Mannschaftsvertreter bestimmt.

Mit wenigen Worten fasste Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, die Arbeit der Aktiven zusammen, bevor er die Versammlung schloss: „Eine großartige Leistung.“

Quelle: Günzburger Zeitung

Feuerwehr Reisensburg unter neuer Führung

Neuer 1. Kommandant Alexander Werdich, die ehemaligen Wehrführer Stefan Löhle und Martin Mayer, 1. Vorstand Gerhard Stocker und sein Stellvertreter Norbert Stelzle, sowie der neue Kommandantenstellvertreter Christian Stelzle

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Feuerwehr Reisensburg stand neben der Wahl der Vorstandschaft auch die Neuwahl der Kommandanten an. Hierzu konnte der Vorsitzende Gerhard Stocker 49 stimmberechtigte Mitglieder und die Stadträte Ferdinand Munk, Margit Werdich-Munk, Günter Treutlein und Erhard Uhl begrüßen. Von der Feuerwehr Günzburg konnte das Führungsduo mit Stadtbrandinspektor Christian Eisele und Stadtbrandmeister Achim Senser willkommen geheißen werden. Von der Kreisfeuerwehrinspektion kam Kreisbrandmeister Ralf Maier um der Versammlung zu folgen.

Im Anschluss an die Begrüßung verlas der scheidende Kommandant Martin Mayer seinen Tätigkeitsbericht, seinen zwölften und somit Letzten. Er habe Ihn extra kurzgehalten, und solle nicht länger wie eine Zigarettenlänge und ein letztes Glas im Stehen dauern, und so berichtete er über die Einsätze im vergangenen Jahr die sich zum Glück nur auf neun beziffern lassen. Spektakulärster Einsatz war wohl der Brand einer KFZ Werkstatt im Günzburger Industriegebiet.

In der aktiven Mannschaft befinden sich derzeit 34 Männer und eine Frau. Drei Mitglieder besuchten im vergangenen Jahr erfolgreich den Maschinistenlehrgang in Thannhausen. Bei der Inspektion am 23.5.2017 konnten wir mit der Note „sehr gut“ im Löschaufbau sowie der Note „gut“ in der Einsatzübung unser Können unter Beweis stellen. Er bedankte sich bei seinem Stellvertreter Stefan Löhle für die sehr gute Zusammenarbeit, ebenso galt sein Dank der Vorstandschaft die in allen Belangen unkompliziert unterstützend zur Seite stand. Als letzte Amtshandlungen Mayers beförderte er Nico Zacher zum Hauptfeuerwehrmann und Daniel Engenhardt zum Oberfeuerwehrmann. Per Handschlag wurde Ricardo Santos in die aktive Wehr aufgenommen.

Einen weiteren letzten und zwölften Bericht verlas der Jugendwart Alexander Werdich. Im Berichtszeitraum hielten die elf Jugendlichen 22 Übungen ab. Neben feuerwehrtechnischen Inhalten standen auch diverse Unternehmungen auf dem Programm wie beispielsweise die Besichtigung der Flughafen-Feuerwehr in München, Müllsammeln bei der Aktion „saubere Stadt“, oder als großes Highlight, der Besuch von a-TV. Beim Wissenstest in Burgau konnte Johannes Anwald Stufe 1 und Josefine Merklein Stufe 4 ablegen. Werdich bedankte sich ebenfalls bei allen Unterstützern in seiner Amtszeit als Jugendwart.

Spannend wurde es bei den Neuwahlen der Kommandanten. Unter der Leitung des Wahlausschusses bestehend aus den Stadträten Ferdinand Munk, Erhardt Uhl und Günther Treutlein, galt es die Ämter neu zu besetzen. Zum ersten Kommandanten vorgeschlagen und gewählt wurde Alexander Werdich. Sein neuer alter Stellvertreter wurde der ehemalige stellvertretende Jugendwart Christian Stelzle. Beide nahmen die Wahl an, alle Anwesenden beglückwünschten die Gewählten.

Im Anschluss an die Dienstversammlung fand die Mitgliederversammlung des Vereins statt. Stocker berichtete über diverse Vereinsaktivitäten wie den traditionellen Vereinsausflug und die Floriansmesse zu Ehren des Schutzpatrones. Der berühmte Feuerwehr Faschingsball, das allseits beliebte Dorffest im August und das Schlachtfest fanden wieder sehr großen Anklang, und sorgten für einen soliden Kassenstand was auch Kassierer Bernhard Wahl bestätigte. Die hervorragend geführte Kasse welche von Kassenprüfer Markus Mayerhofer und Markus Stelzle geprüft wurde ließ ohne Einwände eine Entlastung des Vorstandes und des Schatzmeisters zu.

Auch die Kinderfeuerwehr war wieder fleißig. Die kleinen Floriansjünger treffen sich ebenfalls im zweiwöchigen Rhythmus und unternehmen allerhand. Höhepunkte waren der Besuch von Augsburg-TV. In einem ca. dreiminütigem Videobeitrag wurde die Kinder- und Jugendgruppe vorgestellt. Der Besuch der Flughafenfeuerwehr in München beeindruckte nicht nur die Kinder. Die Besichtigung der Günzburger Polizei rundete das vergangene Jahr ab, besonders als alle drei Betreuer der Kinderfeuerwehr in einer Zelle ausharren mussten. Zudem findet aber auch noch eine Heranführung an die Feuerwehr statt z. B. bei gemeinsamen Übungen mit der Jugendfeuerwehr oder bei einfacher Gerätekunde. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig Kinder schon sehr früh an einen unseren Verein zu binden, sonst haben wir bald keinen mehr der anderen helfen kann.“

Bei der Wahl der Vorstandschaft übernahm wieder der gleiche Wahlausschuss die Wahlleitung. Im Amt als Vereinsvorsitzender wurde Gerhard Stocker bestätigt, auch der stellvertretende Vorsitzende Norbert Stelzle und Kassierer Bernhard Wahl behalten Ihren Posten. Neuer Schriftführer wurde Burkhard Sterk. Als Beisitzer wurden Christian Eisele, Sebastian Kuhn, Schroweg Martin und Schroweg Stefan berufen. Die Kasse wird wie bisher durch Markus Mayerhofer und Markus Stelzle geprüft. Bei Festen und Umzügen tragen Sebastian Kuhn, Martin Schroweg und Daniel Engenhardt die Vereinsfahne. Um die Fahrzeuge und Gerätschaften kümmern sich Johann Stelzle, Martin Mayer und Daniel Engenhardt. Die Jugendgruppe wird künftig von Nico Zacher, Timo Stelzle und Daniel Engenhardt betreut und ausgebildet. Aus der Vorstandschaft schieden der ehemalige Schriftführer Johannes Werdich und der Beisitzer Bernd Messerschmidt aus.

Im Anschluss an die Wahlen folgten die Grußworte. Feuerwehrreferent und Stadtrat Ferdinand Munk überbrachte die Grußworte der Stadt Günzburg in Vertretung für den erkrankten Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Er beglückwünschte alle neu Gewählten, und er hoffe dass alle Aktiven immer heil und gesund von Ihren Einsätzen nachhause kommen. Kreisbrandmeister Ralf Maier überbrachte die Grüße der Kreisfeuerwehrinspektion und sprach ebenfalls seine Glückwünsche aus. Last but not least ergriff Stadtbrandinspektor Christian Eisele das Wort. Die Wichtigkeit der Feuerwehr Reisensburg sei nicht zu unterschätzen, der flächenmäßig größte Stadtteil mit topografischen Besonderheiten halte die ein oder andere Herausforderung bereit, umso wichtiger sei es eine gut funktionierende Wehr vor Ort zu haben. Ferner berichtete er über die kürzlich stattgefundene modulare Truppmann-Ausbildung sowie den momentanen Stand bei der Einführung des Digitalfunks und des Feuerwehr-Bedarfsplan.

Weitere Infos zur Feuerwehr Reisensburg unter www.ff-reisensburg.de

Bericht: Thomas Burghart FF Reisensburg / KFV GZ
Bild: Helmut Werdich FF Reisensburg

Mehr Brände und schwere Unfälle im Kreis

Mit fast 70.000 Einsatzstunden geraten die Feuerwehren im Kreis an ihre Belastungsgrenze. Zu schaffen macht ihnen die wachsende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der A8Copy%20of%20DSC_0334.tif

Die wachsende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der A8 bereitet den Feuerwehren im Landkreis Bauchschmerzen. Kreisbrandinspektor Wolfgang Härtl sieht die Zunahme vor allem im Zusammenhang mit dem dreispurigen Ausbau der Autobahn. Die Einsatzstellen seien weitläufiger geworden, die Unfallmechanismen hätten sich geändert und erforderten andere Vorgehensweisen bei der Abarbeitung, erklärte Härtl bei der Dienstversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Bräuhaussaal in Ursberg.

Auch bei den Bränden waren die 108 Feuerwehren im Landkreis im vergangenen Jahr stark gefordert.

Mit den Werks- und Betriebsfeuerwehren leisteten fast 4300 Männer und Frauen ihren Dienst im Ehrenamt, um in unterschiedlichen Notlagen, Bränden und Unfällen zu helfen. Trotz ihres engagierten Eingreifens entstanden hohe Sachschäden durch Unfälle oder Brände, aber auch durch Unwetter. Mit neun Einsätzen mehr als im Vorjahr stieg die Zahl der Einsätze im Jahr 2017 auf 1524. 364 Mal wurde die Feuerwehr gerufen, weil es brannte – 19 Mal öfter als im Vorjahr. 780 Mal rückten die Wehren zu technischen Hilfeleistungen aus. Für elf Menschen kam im vergangenen Jahr jedoch jede Hilfe zu spät.

Spuren hinterlassen die Einsätze aber auch bei den Hilfskräften, von denen 162 betreut werden mussten, 16 Feuerwehrleute wurden verletzt. Mit fast 70000 Stunden ist die Einsatzzeit auf Rekordhöhe und die Aktiven kämen teilweise an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Nach einigen Daten zu den eingesetzten Geräten und verschiedenen Übungsstunden sowie Hinweisen zu Neuerungen im Meldewesen dankte Härtl einer ganzen Reihe von Organisationen, die die Arbeit der Feuerwehren unterstützen und eine konstruktive Zusammenarbeit gewährleisten.

Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Link vermeldete, dass sich die Zahl der Mitglieder in den 83 gemeldeten Jugendgruppen auf 661 Feuerwehranwärter erhöht hat. Darunter sind 171 Mädchen. Link wies die anwesenden Kommandanten noch darauf hin, dass sie über einen Jugendwartwechsel in ihrer Wehr grundsätzlich informieren sollten.

Nicht nur die Wahl des Versammlungsortes Ursberg mache ihn stolz, sondern der hohe Ausbildungsstand und die Anstrengungen und Bemühungen in der Jugendarbeit verdienten große Anerkennung, sagte 2. Bürgermeister Anton Jeckle in seinem Grußwort.

„Das heutige Treffen ist eine wunderbare Gelegenheit, Ihnen meine vollste Anerkennung und Wertschätzung für diese ehrenamtliche Arbeit entgegenzubringen, denn das Gefährdungspotenzial, das Sie abdecken müssen, ist sehr umfangreich“, lobte auch Landrat Hubert Hafner.

 

In einer ausführlichen Laudatio ging er auf die Laufbahn von Robert Spiller, der seit fast 17 Jahren sein Amt als Kreisbrandrat verantwortungsbewusst und zuverlässig ausübt, ein. „Mit seinen Kollegen geht er buchstäblich durchs Feuer. Es freut mich, dass wir im Landkreis eine solch harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit aufweisen können“, so Hafner. Gerne hätte er ihm im Namen des Freistaates Bayern die verdiente Ehrung überbracht, da Spiller jedoch erkrankt fehlte, erfolgt sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Die im Bericht des Schatzmeisters erwähnten Zahlen seien in Buchführung und finanzieller Hinsicht in Ordnung, bestätigte Kassenprüfer Christian Blaha.

Ohne Gegenstimme wählten die Mitglieder anschließend Martin Mayer wieder zum Schatzmeister sowie Christian Blaha (FW Unterknöringen) und Andreas Faith (Ziemetshausen) als Kassenrevisoren. Kreisbrandinspektor Härtl und Landrat Hafner ehrten im Verlauf der Versammlung mehrere verdiente Aktive mit silberner und goldener Inspektionsnadel.

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten