Feuerwehr Günzburg: Ehrungen beim Gartenfest und Start einer Spendenaktion

Feuerwehr Gartenfest 2018 1

Neben Ehrungen und dem Jahresrückblick steht vor allem der Neubau der Feuerwache im Fokus beim jährlichen Fest Beim Gartenfest der Freiwilligen Feuerwehr.

Beim Gartenfest der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg standen neben Ehrungen und dem Bericht über das vergangene Jahr vor allem der Blick auf die Zukunft im Fokus: der Neubau der Feuerwache. Die Spendenaktion für die Ausstattung des Jugendraums, der Einrichtung des Floriansstüble und der Medienausrüstung fing gut an. Bei den Ehrungen erhielten Ferdinand Munk und Werner Mutzel das Goldene Ehrenzeichen der Freiwilligen Feuerwehr.

Ehrungen
Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Kreisbrandinspektor Albert Müller konnten gleich drei Günzburger Floriansjünger für jeweils 25 Jahre aktiven Dienst auf dem Schloßplatz vor dem Rathaus ehren: Hofner Christian, Ihle Günter und Wagner Thomas.

Goldene Ehrenzeichen überreicht
Eine ganz besondere Auszeichnung erhielten Ferdinand Munk und Werner Mutzel. Für ihre Treue und Unterstützung verdienten sie sich das Goldene Ehrenzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg. „Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz für unsere Mannschaft“, sagte Christian Eisele, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg.

Nach dem Umzug vom Schloßplatz zum Gerätehaus der Feuerwehr, musikalisch begleitet vom Freien Fanfarenzug Günzburg, fand eine Fahrzeugausstellung statt.

Gleichzeitig präsentierte eine Präsentation die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg und der Jugendfeuerwehr. Eine große Besucheranzahl zeigte das Interesse der Bürger an ihrer Feuerwehr.

Auf Spendengelder für Jugendraum und Einrichtung des Floriansstüble angewiesen
Im Fokus stand jedoch in diesem Jahr nicht allein der Rückblick, sondern die Vorausschau: der Neubau der Feuerwache. Ein Stand informierte über die Pläne des Großprojekts. „Für mehr Sicherheit in Günzburg, für Sie wie für mich, investiert die Stadt in das neue Gebäude sowie die Grundausrüstung etwa neun Millionen Euro“, erklärt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Für die Ausstattung des Jugendraums, der Einrichtung des Floriansstüble und der Medienausrüstung wurden erstmals Spenden gesammelt – denn dafür dürfen keine öffentlichen Gelder fließen. Die Günzburger Wehr setzt jetzt auf die Mithilfe der Günzburger.

Weitere Informationen
Wenn Sie die Feuerwehr beim Neubau und der Ausstattung unserer neuen Wache unterstützen möchten, so können Sie dies gerne durch den Erwerb von Schlüsselanhängern oder Weizengläsern tun. Wenn Sie größere Beträge spenden möchten, so finden Sie Informationen hierzu im Flyer. Ab einem Spendenbetrag von 100 Euro erhalten Sie einen repräsentativen Spendenstein und Urkunde. Darüber hinaus erhalten die Spender einen namentlichen Platz im Eingangsbereich der neuen Wache. Für Spendenbeträge bis 150 Euro dient die Überweisung als Nachweis, darüber erhalten Sie von der Feuerwehr Günzburg selbstverständlich eine Spendenbescheinigung. Bitte vermerken Sie hierzu auf der Überweisung auch Ihre Adresse.

Spendenkonto:
Freiwillige Feuerwehr Günzburg e.V.
IBAN: DE29 7205 1840 0000 0098 03
Sparkasse Günzburg-Krumbach

Die Freiwillige Feuerwehr Günzburg bedankt sich für Ihre Unterstützung – sie zahlt sich aus, denn Sie dient auch Ihrer Sicherheit!

 

Quelle: Feuerwehr Günzburg: Ehrungen beim Gartenfest und Start einer Spendenaktion – Stand: 13.09.2018 – 11:06 Uhr

Die alte Drehleiter hat noch längst nicht ausgedient

Bild: Heike Schreiber

Die Jettinger Feuerwehr besteht seit 150 Jahren. Was sie auszeichnet und was am Wochenende alles geplant ist.

Der Motor stottert etwas, dann rattert, knattert und qualmt es ein bisschen, als Feuerwehrvorsitzender und Bürgermeister Hans Reichhart die „alte Dame“ fürs Foto aus der Garage fährt. Etwas in die Jahre gekommen ist sie, die Drehleiter DL 18, mit ihren 59, und doch ist sie der ganze Stolz der Jettinger Feuerwehr. Neben den hoch technisierten Fahrzeugen wirkt sie fast schon vorsintflutlich – ist aber wohlgemerkt noch immer einsatzfähig. Und im Vergleich zum gesamten Verein ist die Drehleiter geradezu noch ein Teenager. Denn die Feuerwehr selbst wurde schon vor 150 Jahren ins Leben gerufen und ist damit einer der ältesten Vereine am Ort. Am kommenden Wochenende wird das Jubiläum gebührend gefeiert.

Seit knapp einem halben Jahr wird die 150-Jahr-Feier geplant. Ursprünglich sollte sie ziemlich klein ausfallen, maximal mit Gottesdienst und Frühschoppen, erinnert sich Erster Kommandant Markus Schmucker zurück. Aber dann hätten sich die Pläne bei den vielen abendlichen Sitzungen doch immer mehr ausgeweitet, das Programm wurde schließlich auf zwei Tage verteilt. Zum Festumzug am Sonntag haben sich immerhin 15 Feuerwehren und die örtlichen Vereine angemeldet. „150 Jahre, das muss man dann doch etwas größer feiern“, sagt Vereinsvorsitzender Hans Reichhart. Die Feuerwehr solle sich auch präsentieren und vielleicht den ein oder anderen dazu bewegen, zur Feuerwehr zu gehen.

Vor 25 Jahren Blut geleckt

Genauso wie es beim Ersten Kommandanten lief. Markus Schmucker hatte beim 125. Jubiläum „Blut geleckt“, wie er sagt. Zusammen mit einer zehnköpfigen Clique trat er sofort der Feuerwehr bei, um schließlich 2009 den Chefposten zu übernehmen. Zeitgleich mit ihm wurde Wolfgang Walburger sein Stellvertreter. Inzwischen sind sie ein eingespieltes Duo, das hinter sich eine starke Mannschaft weiß. 181 Mitglieder zählt der Verein, davon sind 36 aktiv dabei und 18 Jugendliche. Zwar sei die Mitgliederzahl, wie bei den meisten Wehren und Vereinen in den vergangenen Jahren, geschrumpft, „aber die Leute, die dabei sind, engagieren sich sehr, man kann sich auf jeden einzelnen verlassen“, lobt Schmucker seinen „Haufen“. Kameradschaft werde großgeschrieben, man halte zusammen. Was in Schmuckers Augen in der heutigen Zeit besonders wichtig ist, da Feuerwehrmänner ziemlich viel aushalten müssen. Beruf und Standing hätten sich sehr verändert, die Leute seien viel aggressiver, Floriansjünger würden bei ihrer Arbeit oft behindert oder angepöbelt. Schmucker ist aber keiner, der gerne jammert oder den Teufel an die Wand malt. „Zum Glück gibt es neben den schwarzen Schafen auch viele positive Rückmeldungen.“

Einmal brannte eine ganze Straßenzeile ab

Ohne ihre Feuerwehr wäre Jettingen-Scheppach nie so groß geworden wie heute. Im 19. Jahrhundert brannte es so oft und heftig, dass einmal sogar eine ganze Straßenzeile Raub der Flammen wurde. Auslöser für die Gründung der Wehr 1868 waren erneut zwei Brände beim „Hacker“ und „Schimmelkäser“, wie aus der Chronik hervorgeht. Doch auch 350 Feuerwehrleute aus der Gemeinde und den umliegenden Städten konnten nicht verhindern, dass das Jettinger Schloss 1928 Opfer eines verheerenden Feuers wurde. In der Neuzeit hat sich eine ganz andere Katastrophe ins Gedächtnis der Bevölkerung und der Feuerwehrler eingebrannt: Den 9. März 2006 wird Markus Schmucker nie vergessen, als ein Fahrzeug in der Weberstraße in einen Trauerzug raste, vier Menschen in den Tod gerissen und 56 zum Teil schwer verletzt wurden. Schmucker saß im ersten Feuerwehrauto, fühlte sich wie in einem „Kriegsfilm“. „Das hat uns alle geprägt, das ist tief drin.“

Doch im Moment denkt er nur an das bevorstehende Jubiläum. Am meisten freut sich der Kommandant auf den Festzug. „Das hat schon etwas, wenn man mit Fahnen auf den Festplatz marschiert.“

Die „alte Dame“, die Drehleiter DL 18, darf sich derweil ausruhen.

Das Programm: Das Jubiläum beginnt am Samstag, 9. Juni, um 18 Uhr im Zelt beim Feuerwehrhaus mit den Ehrungen. Ab 19.30 Uhr spielt die Schwaben-Combo. Am Sonntag ist um 8.30 Uhr Festzug durch Jettingen, dem sich um 9 Uhr der Gottesdienst mit Frühschoppen anschließt. Nach dem Mittagstisch klingt das Fest bei Kaffee und Kuchen aus.

Quelle: Jubiläum: Die alte Drehleiter hat noch längst nicht ausgedient – Nachrichten Günzburg – Augsburger Allgemeine – Stand: 06.08.2018 – 09:45 Uhr