Fliegerbombe in Leipheim entschärft

 Bild: Bernhard Weizenegger
Am Stadtrand von Leipheim wurde am Mittwoch eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe gefunden. Das Foto zeigt Sprengmeister Roger Flakowski (rechts) und Gehilfe Usam Bach vom Sprengkommando.

Bei Grabungen im neuen Baugebiet ist ein 250 Kilo schwerer Sprengkörper entdeckt worden. Knapp 369 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.

Nicht nur in Neu-Ulm wird derzeit eine Fliegerbombe nach der anderen entdeckt, auch in Leipheim ist am Mittwoch ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg aufgetaucht. Mitarbeiter der Firma Terrasond Kampfmittelräumung, die seit einigen Tagen auf dem künftigen Baugebiet Grasiger Weg Grabungen durchführen, stießen am Morgen auf einen 250 Kilo schweren Sprengkörper. In der Folge mussten Feuerwehr und Polizei in einem Radius von 300 Metern Gebäude evakuieren, der Verkehr wurde weiträumig gesperrt. 369 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen, auch das Gartenhallenbad und Gewerbebetriebe mussten schließen. Kurz vor 16 Uhr kam die Entwarnung, die Bombe war entschärft.

Als Bürgermeister Christian Konrad am Mittwochvormittag die Nachricht bekam, dass ein Blindgänger am Stadtrand entdeckt worden war, blieb er gelassen: „Wir sind da mittlerweile entspannt, wir hatten das Szenario schön öfter und wissen, dass hier noch so einiges rumliegt.“ In die bisherige Amtszeit des Leipheimer Rathauschefs fallen schon diverse Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden drei Sprengkörper entdeckt. Ans Licht gebracht hat sie jeweils die Firma Terrasond Kampfmittelräumung aus Günzburg, die seit kurzem auch das neue Baugebiet Grasiger Weg/Bauabschnitt II in Leipheim überprüft und sondiert hat. Wie Geschäftsführer Denny Brademann im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, waren seine Mitarbeiter bei der Auswertung der Unterlagen auf mehrere Anomalien gestoßen. „Wir haben gesehen, dass da Dinge vergraben sind, die da nicht hingehören.“ Die Erfahrung lehre, dass zu 80 oder 90 Prozent Schrottteile in der Erde lägen, „manchmal sind aber auch Kampfmittel dabei“.

Gezielt gegraben

Das Team hatte am Mittwoch gezielt gegraben, um 10 Uhr war der Bagger ganz in der Nähe des Kreisverkehrs an der Augsburger/Günzburger Straße auf ein verdächtiges Objekt gestoßen. Roger Flakowski vom Sprengkommando München rückte an und identifizierte es als „amerikanische Bombe mit zwei mechanischen Aufschlagzündern, einem Kopf- und einem Heckzünder“. Mit 250 Kilo sei die Bombe zwar nur halb so schwer wie der Fund in Neu-Ulm für Flakowski ist aber Größe und Gewicht zweitrangig. „Bombe ist Bombe, da ist höchste Sicherheit gefragt.“ Er selbst habe in seiner Laufbahn schon viele Kampfmittel entschärft, sie aber nie gezählt, um nicht in Routine zu verfallen. „Für mich ist es jedes Mal die erste Bombe.“

Kaum entdeckt, lief die ganz große Maschinerie an. Neben Sprengkommando rückten Feuerwehr, Polizei und Rettunsdienst an, am Ende sollten es fast 120 Einsatzkräfte sein. Der Verkehr wurde weiträumig gesperrt. Allein 60 Feuerwehrler und 15 Polizisten kümmerten sich um die Evakuierung, forderten die Bewohner per Megafon zum Verlassen ihrer Häuser auf und gingen von Tür zu Tür, wo sie klingelten. Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkam, fand in der Güssenhalle einen zentralen Anlaufpunkt. Die zwölf betroffenen Firmen im Gewerbegebiet waren bereits gegen 13.30 Uhr geräumt, das Gartenhallenbad und ein nebenan gelegener Einkaufsmarkt hatten ihre Türen ebenfalls schon geschlossen.

Einsatz routiniert geleitet

Stefan Müller, Chef der Günzburger Polizeiinspektion, koordinierte den Einsatz routiniert – für ihn war es schon der dritte Bombeneinsatz in den vergangenen zwei Jahren. „Wir haben Glück, dass es hier nicht so dicht besiedelt ist und nicht so viele Häuser geräumt werden müssen.“ Er geht aber davon aus, dass in nächster Zeit noch mehr gefunden wird. Er sollte Recht behalten, denn noch während er auf Verstärkung aus Augsburg und Neu-Ulm wartete, baggerten die Mitarbeiter von Terrasond weiter und stießen keine 100 Meter von der Fliegerbombe entfernt erneut auf verdächtiges Material. „Wenn jetzt noch eine Bombe zutage kommt, können wir es wenigstens in einem Aufwasch erledigen“, nahm es Stefan Müller mit Humor. Sprengmeister Roger Flakowski gab jedoch nach bangen Minuten Entwarnung – es handelte sich um Reste einer 50-Kilogramm-Brandbombe, die schon detoniert und zerbrochen war. Auch die Befürchtung, dass die in unmittelbarer Nähe verlaufende Gasleitung abgeklemmt werden muss, bewahrheitete sich nicht.

Getränke und Eis verteilt

Etwa 150 Bewohner waren in der Zwischenzeit in der Güssenhalle zusammengekommen. Das Rote Kreuz nahm sie in Empfang, schrieb ihre Namen in Listen. Neben Getränken verteilte die Stadt Leipheim auch Eis. „Die Stimmung ist gut, völlig entspannt“, sagte Bürgermeister Konrad. Als kurz vor 16 Uhr die gute Nachricht kam, dass die Bombe entschärft ist, war auch er trotz der Routine erleichtert. Und Einsatzleiter Stefan Müller erklärte: „Es lief alles nach Plan, niemand wurde verletzt, in der nächsten halben Stunde wird die Bombe abtransportiert“. Alle Straßen wurden wieder geöffnet, die Bürger durften in ihre Häuser zurückkehren. Und auch das Hallenbad öffnete wieder.

Quelle: Günzburger Zeitung

Unfall: Frau in kritischem Zustand

Die Strecke zwischen Kötz und Oxenbronn musste am Mittwoch lange gesperrt werden.

Mehrere Stunden gesperrt war am Mittwochnachmittag die Ortsverbindungsstraße zwischen Oxenbronn und Großkötz. Nach einem Unfall, bei dem eine Frau lebensgefährlich verletzt worden war, musste ein Gutachter zur Unfallaufnahme hinzugezogen werden.

Der Unfall passierte laut Polizei zwischen 13 und 14 Uhr zwischen Oxenbronn und Großkötz. Ein 48-Jähriger wollte nach links in den Wertstoffhof einbiegen. Ein hinter ihm fahrender 31-Jähriger setzte in diesem Moment zum Überholen an, beide Autos prallten zusammen. Während die Fahrer nur leicht verletzt wurden, musste die 77-jährige Beifahrerin im abbiegenden Wagen mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Unfallaufnahme zog sich bis in die Abendstunden hin.

Quelle: Günzburger Zeitung

Acht Verletzte bei Unfall am Günzburger Stadtrand

Im Bereich der Kreuzung Riedstraße/Dillinger Straße kollidieren am Mittwochnachmittag zwei Autos. An ihnen entsteht Totalschaden.

Für knapp zwei Stunden ist der Bereich der Riedstraße/ Dillinger Straße am Günzburger Stadtrand am Unteren Riedwirtshaus am Mittwochnachmittag gesperrt worden. Denn gegen 16.30 Uhr hat sich dort ein Verkehrsunfall mit zwei Autos ereignet, bei dem acht Menschen verletzt wurden.

Wie Günzburgs Feuerwehrkommandant und Stadtbrandinspektor Christian Eisele auf Anfrage unserer Zeitung sagte, war der Fahrer eines Autos von der Riedstraße kommend auf die B16 gefahren und hat dort einen anderen Wagen „abgeschossen“, wie es Eisele formulierte. An beiden Fahrzeugen, die im Landkreis Dillingen zugelassen sind, entstand demnach Totalschaden.

Von den insgesamt acht Verletzten wurden sieben Menschen leicht und einer mittelschwer verletzt, erklärte der Kommandant. Sie wurden für die weitere Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Im Einsatz waren bei dem Unfall außer dem Rettungsdienst und der Polizei 20 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus der Günzburger Kernstadt.

Die Polizei könne am Mittwoch noch keine Angaben zu dem Unfall machen. Das sagte ein Pressesprecher des Präsidiums Schwaben Süd/West in Kempten auf Anfrage der Günzburger Zeitung.

Quelle: Günzburger Zeitung

Autobahn 8 musste nach Unfall gesperrt werden

Unfall auf der A8 Hv?he AS Leipheim Richtung Stuttgart

Bei einem Verkehrsunfall auf der A8 bei Leipheim sind am Donnerstagnachmittag zwei Menschen leicht verletzt worden.

Gegen 16 Uhr war ein 60-Jähriger war mit seinem Auto in Fahrtrichtung Stuttgart unterwegs. Etwa auf Höhe der Anschlussstelle Leipheim verlor der Mann aus nicht näher geklärter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte damit gegen die Mittelbebauung. Im Anschluss schleuderte der Wagen quer über die Fahrbahn und kam am rechten Fahrbahnrand zu Stehen. Der Mann sowie ein sechsjähriges Kind wurden bei dem Unfall leicht verletzt und mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Für die Landung eines Rettungshubschraubers musste die Autobahn in Richtung Stuttgart kurzfristig komplett gesperrt werden, der Helikopter wurde dann aber doch nicht mehr benötigt. Neben Polizei und Rettungskräften war auch die Freiwillige Feuerwehr Leipheim mit gut 20 Mann im Einsatz. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste der rechte Fahrstreifen gesperrt werden. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und einem Rückstau von knapp sechs Kilometern Länge. Der Gesamtschaden beträgt nach Angaben der Polizei etwa 5000 Euro. 

Quelle: Günzburger Zeitung

Autobahn 8: Schneller unachtsamer Spurwechsel führt zu Unfall bei Burgau

Unfall A8 Burgau 22032018 1Eine 38-jährige Frau wurde nach einem Unfall am Donnerstagnachmittag, 22.03.2018, auf der A 8 an der Anschlussstelle Burgau mit schwereren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Während der Aufräumungsarbeiten staute sich der Verkehr in Richtung München etwa auf 9 Kilometer zurück. Die Autobahnpolizei Günzburg gibt den Sachschaden mit rund 18.000 Euro an.

Die Frau war gegen 16.30 Uhr an der Anschlussstelle Burgau in Richtung München auf die Autobahn 8 aufgefahren und wechselte danach rasch vom rechten über den mittleren auf den linken Fahrstreifen. Dort fuhr ein 54-Jähriger mit seinem Auto. Er bremste noch stark ab, konnte nicht mehr ausweichen und fuhr dem Wagen der Frau ins Heck. Diese geriet dadurch außer Kontrolle, krachte gegen die Betongleitwand und überschlug sich mindestens einmal. Das Auto blieb letztlich auf dem mittleren Fahrstreifen stehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Günzburg unterstützte den Rettungsdienst bei der Rettung der Verletzten aus ihrem Fahrzeug und sicherte die Unfallstelle ab. Wegen der Sperrung der durch den Unfall betroffenen Fahrstreifen – es wurde einspurig an der Unfallstelle vorbeigeleitet – bildete sich bald ein langer Rückstau. Der Autobahnbetreiber Pansuevia waren ebenfalls im Einsatz. Die beiden Unfallwagen wurden abgeschleppt. Die Aufräumungsarbeiten waren kurz nach 18.00 Uhr beendet, der Stau in Richtung München löste sich in der Folge auf und die Autobahn war wieder ungehindert befahrbar.

Quelle: BSAktuell.de

Gundremmingen: Im Kreisverkehr gegen Baum geprallt

Gegen 07.15 Uhr, am 24.03.2018, ereignete sich am Kreisverkehr, auf der Umgehungsstraße Gundremmingen, ein Verkehrsunfall mit einem Transporter.

Unfall Grundremmingen Kreisverkehr 24032018 10Der Fahrer des Transporters war auf der ST2025 von Lauingen in Richtung Gundremmingen unterwegs. Zum Unfallzeitpunkt herrschte dichter Nebel. Der Lenker des Transporters fuhr in den Kreisverkehr und prallte dort gegen einen Baum. Nach ersten Informationen zog sich der Fahrer hierbei leichte Verletzungen zu und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren.

Neben einem Rettungswagen und einem Notarztfahrzeug, war die Freiwillige Feuerwehr Gundremmingen vor Ort. Sie sperrte teilweise den Kreisverkehr, beseitigte den Baum und kümmerte sich um die auslaufenden Betriebsstoffe. Eine Streife der Polizeiinspektion Burgau nahm den Verkehrsunfall auf. Die Unfallursache dürfte die schlechte Sicht gewesen sein.

Quelle: BSAktuell

Häufig werden Brände gemeldet – obwohl es nicht brennt

Die Feuerwehr muss im Landkreis immer wieder ausrücken, obwohl es gar kein Feuer gibt. Was es damit auf sich hat und welche Folgen das haben kann.

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In den vergangenen Tagen sind Feuerwehren im Landkreis Günzburg öfter ausgerückt, weil Brandmeldeanlagen Alarm ausgelöst hatten. Alleine vom 26. Februar bis 1. März kam das sieben Mal vor, zeigt die Übersicht des Kreisfeuerwehrverbands. In der Regel gibt es bei solchen Meldungen aber kein Feuer. Kreisbrandrat Robert Spiller sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass es Zeiten gebe, in denen sich solche Alarme häuften, beispielsweise bei Kälte oder starkem Wind.

Er spricht nicht vom Fehl-, sondern vom Täuschungsalarm, da die Anlagen durchaus etwas registrieren. So könnte es sein, dass Wind Staub aufwirbelt, und dieser als Rauch interpretiert werde. Davon abgesehen komme es immer wieder vor, dass Staplerfahrer in Firmen an Sprinkleranlagen hängen bleiben, und auch dadurch ein Alarm ausgelöst wird.

Dass in Unternehmen bei Kälte öfter Melder anschlagen, kann sich der Geschäftsführer von Esotronic, nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen in Süddeutschland auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik mit Sitz in Bubes-heim, nicht pauschal erklären. Dabei müsse geprüft werden, sagt Rolf Haugg, ob sich in einer Firma im Winter gegenüber den warmen Jahreszeiten etwas verändere.

Eigentlich sollte es keine falschen Alarme geben

So gebe es Anlagen, die auf Temperaturunterschiede reagieren und angesichts der derzeit niedrigeren Werte Alarm geben könnten. Aber die Technik sei so ausgereift, dass dies nicht vorkommen sollte – wenn die Geräte richtig eingestellt sind. Es komme aber vor, dass sich beispielsweise in der Produktion eines Betriebs etwas ändert, und vergessen wird, die Brandmeldeanlage auch umzustellen. Normalerweise gebe es vier Mal im Jahr eine Wartung, bei der auch darauf geachtet und beispielsweise zudem geprüft wird, ob ein Melder noch richtig funktioniert. „Bei einer ordentlichen Wartung darf es keine falschen Alarme geben“, betont Haugg. Aber dafür müsse ein Betrieb erst einmal auch Fachleute damit beauftragen.

Vorkommen kann es auch, dass generell falsche Melder installiert sind, etwa wenn ein hitzeempfindliches Gerät neben einem Brennofen hängt. So oder so müsse auf die Funktionstüchtigkeit geachtet werden, zumal es auch Meldeanlagen gebe, die nicht direkt mit der Feuerwehr verbunden sind. Und wenn es dann immer einen falschen Alarm gibt, bestehe die Gefahr, dass ein richtiger vom Personal nicht mehr ernst genommen wird. Gute Technik und eine ausgiebige Planung seien mit größeren Anschaffungskosten verbunden, die sich aber auf lange Sicht bezahlt machten.

Die Unternehmen müssen Einsätze bei Technikfehler zahlen

Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis nach Robert Spillers Worten insgesamt 172 Brandeinsätze und 192 Fehl- beziehungsweise Täuschungsalarme. Von einem Fehlalarm spricht man, wenn jemand beispielsweise wegen einer Rauchentwicklung den Notruf wählt, sich aber herausstellt, dass es nicht brennt. So wurde einmal im Bereich der Windräder im Scheppacher Forst ein möglicher Brand gemeldet, aber offenbar hatte der Wind nur viel Staub aufgewirbelt.

Früher habe es übrigens durchaus Firmen gegeben, bei denen sich Täuschungsalarme häuften, aber das komme heute so nicht mehr vor. Schließlich müssen die Unternehmen den Einsatz der Feuerwehr bezahlen, wenn die Technik Alarm auslöst, es aber keinen Notfall gibt. Die Wehr muss dann kommen, die Situation klären und die Anlage wieder scharf stellen.

Kosten zwischen 500 und 1000 Euro

Da die Gemeinden unterschiedliche Satzungen und somit unterschiedliche Preise haben, könne er nicht pauschal sagen, wie teuer ein solcher Einsatz wird. Aber man könne von einer Summe zwischen 500 und 1000 Euro ausgehen. Auch für mutwillige Fehlmeldungen von Personen wird es eine Rechnung geben – und Ermittlungen der Polizei. Aber wenn jemand im guten Glauben ein mögliches Feuer meldet, muss derjenige nicht für die Kosten des Einsatzes zahlen.

Absichtliche Fehlmeldungen kämen inzwischen nicht mehr häufig vor, genauso wenig das Drücken eines Feuermelders aus „Spaß“, etwa um die Einsatzkräfte ausrücken zu sehen. So oder so könne es aber durchaus Probleme mit sich bringen, wenn sich die Fehl- und Täuschungsalarme häufen, weil dann die Bereitschaft der Arbeitgeber noch weiter sinken könne, Mitarbeiter für den Dienst in der Feuerwehr freizustellen. Generell sei diese gesunken, vor allem in Orten, in denen die Einsatzzahlen steigen. Aber insgesamt seien doch noch sehr viele Betriebe kulant – auch, weil sie um den großen Vorteil wüssten, Feuerwehrleute bei sich zu haben, die auch in der eigenen Firma im Notfall schnell reagieren können.

Quelle: Günzburger Zeitung

Eichenprozessionsspinner könnten Feste gefährden

nestentfernungRaupen Gestern war auch die Günzburger Feuerwehr im Einsatz

VON WALTER KAISER

Man soll ja den Teufel nicht an die Wand malen. Aber wenn’s dumm läuft, könnten die gefährlichen Eichenprozessionsspinner bei so manchem Open-Air-Festveranstalter in den nächsten Tagen und Wochen noch für Kopfzerbrechen sorgen. Denn Experten sind sich einig: mit den behaarten Raupen ist nicht gut Kirschen essen. Deshalb waren die Riedheimer sicher gut beraten, ihr für Samstag geplantes Fischerfest abzublasen. Inzwischen sind die ekligen Krabbler auch in Günzburg entdeckt worden – an Eichen bei der Zufahrt zum Auwaldstadion und in
der Nähe des Auwaldkindergartens.
Eingepackt in dichte Schutzanzüge machten sich gestern sechs Floriansjünger von 7.30 bis 11 Uhr daran, den Tieren, die zu hunderten in einem Nest sitzen, an insgesamt fünf Eichen den Garaus zu machen. Wie Feuerwehrkommandant Christian Eisele erläuterte, wurden die Raupen auf Anraten der Regierung von Schwaben und der Berufsfeuerwehr Stuttgart in mühseliger Kleinarbeit eingesammelt und anschließend mitsamt ihrer Nester verbrannt.

Selbst Schockreaktionen sind möglich

Da Pestizide gegen die Raupen in deren jetzigem Entwicklungsstand nichts mehr ausrichten können, muss zu dieser wenig erbaulichen Kampfweise gegriffen werden. Denn die mit Widerhaken bestückten, sehr feien Brennhaare der Raupen können sich selbst nach dem Tod der Tiere noch ausbreiten und bei allergisch veranlagten Menschen bis zu Schockreaktionen führen. „Diese Gefahr besteht jetzt bis weit in den Herbst hinein“, erklärte Christian Eisele.
Der Platzwart des Auwaldstadions wurde deshalb gestern von der Stadtverwaltung angewiesen, die Umgebung des Sportgeländes nach weiteren Eichenprozessionsspinnern abzusuchen, die Kinder des Auwaldkindergartens mussten während des Feuerwehreinsatzes in ihren
Räumen bleiben.

Das Günzburger Ordnungsamt wies zudem die Verantwortlichen der verschiedenen städtischen Einrichtungen – darunter Waldbad und Kindergärten – an, ebenfalls nach Raupennestern Ausschau zu halten. Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren am gestrigen Nachmittag ihrerseits unterwegs, um zum Beispiel am Donauradwanderweg und am Trimm-Dich-Pfad im Bereich der Heidenheimer Straße nach den gefährlichen Krabblern zu fahnden. „Ich will keine Panik machen“, versicherte Feuerwehrkommandant Eisele, „aber wer Eichenprozessionsspinner sieht, sollte sehr vorsichtig sein“. Ohne eine Rundumschutzkleidung dürften die Tiere nicht angefasst werden. Eisele: „Gummihandschuhe reichen mit Sicherheit nicht aus.“ Wie gestern berichtet, sorgt ein Eiweiß in den feinen Haaren der Raupen für Ausschläge, häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Befallene Gebiete sollten sofort den örtlichen Behörden gemeldet werden. Wer mit Eichenprozessionsspinnern in Berührung kommt, sollte rasch die Kleider wechseln und unter die Dusche gehen.

Aus der GZ vom 13.06.07