Unbekannte Flüssigkeit lief von Lkw auf die B16

Foto: Feuerwehr Günzburg

Auf der Bundesstraße 16 in Günzburg sorgte am 30.05.2018 eine von einem Lkw laufende unbekannte Flüssigkeit für kurze Aufregung.
Ein 43-jähriger Lkw-Fahrer befuhr die Bundesstraße 16 in Fahrtrichtung Dillingen, als er im Mühlwegtunnel gegen 14.20 Uhr verkehrsbedingt stark abbremsen musste. Der 40-Tonner war mit mehreren Fässern, darunter auch Gefahrgut, beladen.

Aufgrund mangelhafter Ladungssicherung verrutschten die Fässer, wodurch eines davon derart gequetscht wurde, dass Flüssigkeit auslief. Da nicht absehbar war, um welchen Stoff es sich handelt, wurde aus Sicherheitsmaßnahmen der Mühlwegtunnel gesperrt. Die Feuerwehr Günzburg stellte nach Messungen und vergleich der Frachtpapiere fest, dass es sich bei der ausgelaufenen Flüssigkeit um Entfärbemittel für Textilien, und somit um keinen Gefahrstoff, handelte. Im Anschluss konnte die Fahrbahn, die für etwa eine Stunde gesperrt war, wieder freigegeben werden. Verletzt wurde niemand.
Aufgrund der zunächst unklaren Sachlage wurden neben Polizei und Rettungsdienst auch die Feuerwehren Günzburg und Denzingen, sowie die Kreisfeuerwehrinspektion Günzburg, der Fachberater Gefahrgut der Feuerwehr und die CbRNe Einheit des Landkreis Günzburg alarmiert. Diese waren mit rund 40 Kräften im Einsatz.

Durch die Sperrung staute sich der Verkehr sowohl in Richtung Dillingen, als auch in Richtung Krumbach zurück.
Die Polizei Günzburg leitet nun ein Bußgeldverfahren wegen mangelhafter Ladungssicherung ein.

Quelle: Günzburg: Unbekannte Flüssigkeit lief von Lkw auf die B16 – Stand: 01.06.2018 – 12: Uhr

Autofahrer kollidiert bei Ellzee mit Betonmischer

Bild: Foto Weiss

Schwerste Verletzungen zog sich heute Mittag, 23.05.2018, gegen 11.40 Uhr, ein Autofahrer auf der Bundesstraße 16 zwischen Ellzee und Heubelsburg zu.
Der 31-jährige Fahrer war mit seinem VW Polo auf der B16 in Fahrtrichtung Ichenhausen unterwegs und kam aus noch ungeklärter Ursache auf gerader Strecke – Höhe des Gewerbegebiets Ellzee – auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte er mit seiner linken Fahrzeugfront gegen die Fahrerseite eines entgegenkommenden vollbeladenen Betonmischers. Die Wucht des Aufpralles war so heftig, dass der Motorblock aus der Karosserie herausgerissen wurde. Pkw und Motorblock kamen abseits der Fahrbahn in einem Feld einige Meter voneinander entfernt zum Stehen, bzw. Liegen.

Die Feuerwehren mussten den eingeklemmten und schwerstverletzten Pkw-Fahrer aus seinem Wrack schneiden. Der LKW-Fahrer wurde nicht verletzt.

Wegen auslaufender Betriebsstoffe musste die Straßenmeisterei das Erdreich im angrenzenden Feld abtragen und entsorgen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft wurde zur Klärung des Unfallgeschehens ein Gutachter beauftragt. Durch die Polizei und das Kriseninterventionsteam aus Günzburg wurden die Angehörigen verständigt und betreut.

Der erst vor wenigen Tagen neu zugelassene LKW wurde vorne links schwer beschädigt, der Schaden wird auf 30.000 Euro geschätzt. Am Pkw entstand Totalschaden.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Ellzee, Wattenweiler und Ichenhausen, sowie die Kreisfeuerwehrinspektion Günzburg. Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe aus Kötz und des BRK Weißenhorn, einem Notarzt des BRK Krumbach und einem Einsatzleiter Rettungsdienst des BRK Günzburg an der Unfallstelle. Ebenso Kräfte des Kriseninterventionsdienst des BRK Günzburg. Der Rettungshubschrauber aus Ulm landete am Unfallort.

Quelle: BSAktuell

Ellzee: Gefahrgutaustritt bei Automobilzulieferer

Am 09.05.2018 wurde gegen 11.20 Uhr über die Integrierte Leitstelle Donau-Iller mitgeteilt, dass in Ellzee bei einem Automobilzulieferer flüssiges Isocyanat ausgelaufen sei.
Vor Ort wurde von den alarmierten Feuerwehren festgestellt, dass ein mit 20.000 Litern beladener Satteltankzug entladen werden sollte. Beim Umpumpen riss aus bislang ungeklärter Ursache ein Schlauch und etwa 30 Liter der Flüssigkeit traten aus.

Der Fahrer des Lkw kam mit der Flüssigkeit in Berührung und wurde verletzt. Er wurde durch den Rettungsdienst ärztlich behandelt und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der Gefahrenbereich auf dem Firmengelände wurde abgesperrt und die Flüssigkeit durch die Feuerwehr gebunden und abgetragen. Der Stoff Isocyanat wird zur Herstellung eines Zweikomponentenschaums für Formteile benötigt. Für die Bevölkerung und Umwelt bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Ellzee, Wattenweiler, Dürrlauingen, Röfingen, Ichenhausen und Günzburg.  Ebenso war die Polizei vor Ort, wie auch der Rettungsdienst.

Quelle: BSAktuell

Feuerwehr Reisensburg unter neuer Führung

Neuer 1. Kommandant Alexander Werdich, die ehemaligen Wehrführer Stefan Löhle und Martin Mayer, 1. Vorstand Gerhard Stocker und sein Stellvertreter Norbert Stelzle, sowie der neue Kommandantenstellvertreter Christian Stelzle

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Feuerwehr Reisensburg stand neben der Wahl der Vorstandschaft auch die Neuwahl der Kommandanten an. Hierzu konnte der Vorsitzende Gerhard Stocker 49 stimmberechtigte Mitglieder und die Stadträte Ferdinand Munk, Margit Werdich-Munk, Günter Treutlein und Erhard Uhl begrüßen. Von der Feuerwehr Günzburg konnte das Führungsduo mit Stadtbrandinspektor Christian Eisele und Stadtbrandmeister Achim Senser willkommen geheißen werden. Von der Kreisfeuerwehrinspektion kam Kreisbrandmeister Ralf Maier um der Versammlung zu folgen.

Im Anschluss an die Begrüßung verlas der scheidende Kommandant Martin Mayer seinen Tätigkeitsbericht, seinen zwölften und somit Letzten. Er habe Ihn extra kurzgehalten, und solle nicht länger wie eine Zigarettenlänge und ein letztes Glas im Stehen dauern, und so berichtete er über die Einsätze im vergangenen Jahr die sich zum Glück nur auf neun beziffern lassen. Spektakulärster Einsatz war wohl der Brand einer KFZ Werkstatt im Günzburger Industriegebiet.

In der aktiven Mannschaft befinden sich derzeit 34 Männer und eine Frau. Drei Mitglieder besuchten im vergangenen Jahr erfolgreich den Maschinistenlehrgang in Thannhausen. Bei der Inspektion am 23.5.2017 konnten wir mit der Note „sehr gut“ im Löschaufbau sowie der Note „gut“ in der Einsatzübung unser Können unter Beweis stellen. Er bedankte sich bei seinem Stellvertreter Stefan Löhle für die sehr gute Zusammenarbeit, ebenso galt sein Dank der Vorstandschaft die in allen Belangen unkompliziert unterstützend zur Seite stand. Als letzte Amtshandlungen Mayers beförderte er Nico Zacher zum Hauptfeuerwehrmann und Daniel Engenhardt zum Oberfeuerwehrmann. Per Handschlag wurde Ricardo Santos in die aktive Wehr aufgenommen.

Einen weiteren letzten und zwölften Bericht verlas der Jugendwart Alexander Werdich. Im Berichtszeitraum hielten die elf Jugendlichen 22 Übungen ab. Neben feuerwehrtechnischen Inhalten standen auch diverse Unternehmungen auf dem Programm wie beispielsweise die Besichtigung der Flughafen-Feuerwehr in München, Müllsammeln bei der Aktion „saubere Stadt“, oder als großes Highlight, der Besuch von a-TV. Beim Wissenstest in Burgau konnte Johannes Anwald Stufe 1 und Josefine Merklein Stufe 4 ablegen. Werdich bedankte sich ebenfalls bei allen Unterstützern in seiner Amtszeit als Jugendwart.

Spannend wurde es bei den Neuwahlen der Kommandanten. Unter der Leitung des Wahlausschusses bestehend aus den Stadträten Ferdinand Munk, Erhardt Uhl und Günther Treutlein, galt es die Ämter neu zu besetzen. Zum ersten Kommandanten vorgeschlagen und gewählt wurde Alexander Werdich. Sein neuer alter Stellvertreter wurde der ehemalige stellvertretende Jugendwart Christian Stelzle. Beide nahmen die Wahl an, alle Anwesenden beglückwünschten die Gewählten.

Im Anschluss an die Dienstversammlung fand die Mitgliederversammlung des Vereins statt. Stocker berichtete über diverse Vereinsaktivitäten wie den traditionellen Vereinsausflug und die Floriansmesse zu Ehren des Schutzpatrones. Der berühmte Feuerwehr Faschingsball, das allseits beliebte Dorffest im August und das Schlachtfest fanden wieder sehr großen Anklang, und sorgten für einen soliden Kassenstand was auch Kassierer Bernhard Wahl bestätigte. Die hervorragend geführte Kasse welche von Kassenprüfer Markus Mayerhofer und Markus Stelzle geprüft wurde ließ ohne Einwände eine Entlastung des Vorstandes und des Schatzmeisters zu.

Auch die Kinderfeuerwehr war wieder fleißig. Die kleinen Floriansjünger treffen sich ebenfalls im zweiwöchigen Rhythmus und unternehmen allerhand. Höhepunkte waren der Besuch von Augsburg-TV. In einem ca. dreiminütigem Videobeitrag wurde die Kinder- und Jugendgruppe vorgestellt. Der Besuch der Flughafenfeuerwehr in München beeindruckte nicht nur die Kinder. Die Besichtigung der Günzburger Polizei rundete das vergangene Jahr ab, besonders als alle drei Betreuer der Kinderfeuerwehr in einer Zelle ausharren mussten. Zudem findet aber auch noch eine Heranführung an die Feuerwehr statt z. B. bei gemeinsamen Übungen mit der Jugendfeuerwehr oder bei einfacher Gerätekunde. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig Kinder schon sehr früh an einen unseren Verein zu binden, sonst haben wir bald keinen mehr der anderen helfen kann.“

Bei der Wahl der Vorstandschaft übernahm wieder der gleiche Wahlausschuss die Wahlleitung. Im Amt als Vereinsvorsitzender wurde Gerhard Stocker bestätigt, auch der stellvertretende Vorsitzende Norbert Stelzle und Kassierer Bernhard Wahl behalten Ihren Posten. Neuer Schriftführer wurde Burkhard Sterk. Als Beisitzer wurden Christian Eisele, Sebastian Kuhn, Schroweg Martin und Schroweg Stefan berufen. Die Kasse wird wie bisher durch Markus Mayerhofer und Markus Stelzle geprüft. Bei Festen und Umzügen tragen Sebastian Kuhn, Martin Schroweg und Daniel Engenhardt die Vereinsfahne. Um die Fahrzeuge und Gerätschaften kümmern sich Johann Stelzle, Martin Mayer und Daniel Engenhardt. Die Jugendgruppe wird künftig von Nico Zacher, Timo Stelzle und Daniel Engenhardt betreut und ausgebildet. Aus der Vorstandschaft schieden der ehemalige Schriftführer Johannes Werdich und der Beisitzer Bernd Messerschmidt aus.

Im Anschluss an die Wahlen folgten die Grußworte. Feuerwehrreferent und Stadtrat Ferdinand Munk überbrachte die Grußworte der Stadt Günzburg in Vertretung für den erkrankten Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Er beglückwünschte alle neu Gewählten, und er hoffe dass alle Aktiven immer heil und gesund von Ihren Einsätzen nachhause kommen. Kreisbrandmeister Ralf Maier überbrachte die Grüße der Kreisfeuerwehrinspektion und sprach ebenfalls seine Glückwünsche aus. Last but not least ergriff Stadtbrandinspektor Christian Eisele das Wort. Die Wichtigkeit der Feuerwehr Reisensburg sei nicht zu unterschätzen, der flächenmäßig größte Stadtteil mit topografischen Besonderheiten halte die ein oder andere Herausforderung bereit, umso wichtiger sei es eine gut funktionierende Wehr vor Ort zu haben. Ferner berichtete er über die kürzlich stattgefundene modulare Truppmann-Ausbildung sowie den momentanen Stand bei der Einführung des Digitalfunks und des Feuerwehr-Bedarfsplan.

Weitere Infos zur Feuerwehr Reisensburg unter www.ff-reisensburg.de

Bericht: Thomas Burghart FF Reisensburg / KFV GZ
Bild: Helmut Werdich FF Reisensburg

Autobahn 8: Schneller unachtsamer Spurwechsel führt zu Unfall bei Burgau

Unfall A8 Burgau 22032018 1Eine 38-jährige Frau wurde nach einem Unfall am Donnerstagnachmittag, 22.03.2018, auf der A 8 an der Anschlussstelle Burgau mit schwereren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Während der Aufräumungsarbeiten staute sich der Verkehr in Richtung München etwa auf 9 Kilometer zurück. Die Autobahnpolizei Günzburg gibt den Sachschaden mit rund 18.000 Euro an.

Die Frau war gegen 16.30 Uhr an der Anschlussstelle Burgau in Richtung München auf die Autobahn 8 aufgefahren und wechselte danach rasch vom rechten über den mittleren auf den linken Fahrstreifen. Dort fuhr ein 54-Jähriger mit seinem Auto. Er bremste noch stark ab, konnte nicht mehr ausweichen und fuhr dem Wagen der Frau ins Heck. Diese geriet dadurch außer Kontrolle, krachte gegen die Betongleitwand und überschlug sich mindestens einmal. Das Auto blieb letztlich auf dem mittleren Fahrstreifen stehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Günzburg unterstützte den Rettungsdienst bei der Rettung der Verletzten aus ihrem Fahrzeug und sicherte die Unfallstelle ab. Wegen der Sperrung der durch den Unfall betroffenen Fahrstreifen – es wurde einspurig an der Unfallstelle vorbeigeleitet – bildete sich bald ein langer Rückstau. Der Autobahnbetreiber Pansuevia waren ebenfalls im Einsatz. Die beiden Unfallwagen wurden abgeschleppt. Die Aufräumungsarbeiten waren kurz nach 18.00 Uhr beendet, der Stau in Richtung München löste sich in der Folge auf und die Autobahn war wieder ungehindert befahrbar.

Quelle: BSAktuell.de

Ein Tag in der Integrierten Leitstelle Donau-Iller

Die Disponenten – hier Daniel  Stumpp und Sabine Kappel­meier – arbeiten eng zusammen.
© Foto: Volkmar Könneke

Der Mann am Telefon klingt aufgeregt. Ein Keuchen, dann rattert er ohne Luft zu holen eine Adresse im Unterallgäu herunter. „Meine Frau hat einen Erstickungsanfall, wir brauchen einen Notarzt, schnell“, ruft er. Sabine Kappelmeier tippt die Daten in ein Formular ein, ihre Finger huschen über die Computertastatur. „Der Rettungsdienst ist unterwegs zu Ihnen“, sagt sie, ruhig und freundlich. „Ist Ihre Frau ansprechbar?“ Doch da ist nur noch ein Tuten zu hören – der Anrufer hat schon wieder aufgelegt.

Kappelmeier arbeitet in der Integrierten Leitstelle Donau-Iller (ILS) in Krumbach. Hier werden sowohl Einsätze des Rettungsdienstes als auch der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes organisiert. Wer in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Unterallgäu oder der Stadt Memmingen die Notrufnummer 112 wählt, landet bei einem der 23 Disponenten. Sie arbeiten aber nicht nur Notfälle ab, sondern planen auch Krankentransporte und vorhersehbare Einsätze: Dieses Wochenende sind zum Beispiel viele Feuerwehren bei Funkenfeuern unterwegs.

Die Einsatzzentrale liegt im ersten Stock eines unscheinbaren Gebäudes in der Krumbacher Innenstadt. Die Möbel sind aus hellem Holz, an den Fenstern hängen Jalousien. An jedem der sechs Arbeitsplätze stehen fünf Bildschirme. Schichtleiter Daniel Stumpp deutet auf einen davon. „Hier sieht man die aktuellen Einsätze“, sagt er. Einige Zeilen sind gelb eingefärbt, diese Einsätze laufen gerade. Was blau gekennzeichnet ist, ist heute noch zu erledigen – etwa ein Krankentransport in die Weißenhorner Klinik. „Gerade ist die Lage relativ ruhig“, sagt Stumpp. „Das kann in einer halben Stunde aber schon ganz anders aussehen.“

Plötzlich klingelt das Telefon, bei jedem der Disponenten poppt eine Meldung auf dem Bildschirm auf. Kappelmeier setzt ihr Headset auf und klickt auf ein Hörer-Symbol. „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Kappelmeier, Grüß Gott“, sagt sie. Es meldet sich eine Erzieherin aus einem Kindergarten im Unterallgäu. Ein Junge sei gestürzt und mit dem Kopf auf einem Fensterbrett aufgeschlagen. „Er hat eine Platzwunde, wir können die Eltern nicht erreichen.“ Kappelmeier erkundigt sich noch, wie alt der Junge ist: drei Jahre. „Wir schicken jemanden“, sagt sie dann. Drei Minuten, nachdem der Anruf eingegangen ist, sind die Sanitäter schon unterwegs zum Kindergarten.

Die Disponentin nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche. „Für mich ist das wirklich ein Traumjob“, sagt sie. „Wenn man nach Hause geht, weiß man, dass man etwas Sinnvolles getan hat.“ Eigentlich hat die 36-Jährige Erzieherin gelernt, früher in einer Kinderkrippe gearbeitet. Seit neun Jahren ist sie nun schon in der Leitstelle beschäftigt, momentan in Teilzeit. „Ich bin da so reingerutscht, mit zwölf Jahren hab ich schon bei der Feuerwehr angefangen.“

Das ist auch Voraussetzung für den Disponenten-Job. Wer sich bewirbt, sollte schon die Gruppenführer-Prüfung der Freiwilligen Feuerwehr bestanden haben, außerdem muss man Rettungsassistent oder Notfallsanitäter sein. „Die eigentliche Ausbildung zum Disponenten erfolgt dann vor Ort“, erklärt Schichtleiter Stumpp. Anfänger hören zuerst mit, wenn erfahrene Kollegen telefonieren, steigen dann langsam selbst ins Telefonieren und Disponieren ein. Parallel dazu gibt es eine zehnwöchige Schulung, die an die Ausbildung der Berufsfeuerwehr angelehnt ist. Dazu kommt ein siebenwöchiger Disponenten-Lehrgang an der Feuerwehrschule im oberbayerischen Geretsried. „Bis man fertig ausgebildet ist, dauert das etwa ein Jahr. Das hängt aber etwa auch von den Ortskenntnissen ab.“

Drei Arbeitsplätze in der Leitstelle sind immer besetzt – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. An einem sitzt der Schichtführer, er behält den Überblick über alle Einsätze. Ein Kollege organisiert den Rettungsdienst, einer die Einsätze der Feuerwehren. Je nach Zeit und Lage kommen noch weitere Mitarbeiter dazu, die sich nur ums Telefonieren kümmern und die Daten dann an die Kollegen weitergeben. Für größere Unglücke gibt es dafür sogar noch einen extra Raum. „Grundsätzlich gilt aber: Jeder kann alle Dienste machen“, sagt Schichtleiter Stumpp. „Ich telefoniere auch ganz normal mit, wie alle anderen auch.“

Kappelmeier hat heute Feuerwehrdienst. Plötzlich erklingt ein leiser Gong, auf ihrem Bildschirm taucht ein kleines Feuer-Symbol auf. Ein Autofahrer hat übers Handy einen Unfall auf der A7 zwischen dem Dreieck Hittistetten und Nersingen gemeldet. Drei Autos seien darin verwickelt – ob jemand verletzt ist, weiß niemand. Diesmal gibt es einen „kombinierten Einsatz“: Feuerwehr und Rettungsdienst rücken aus. Das Computersystem macht automatisch Vorschläge, welche Feuerwehr den Unfallort am besten erreichen kann – in diesem Fall sind die Einsatzkräfte aus Senden dran. Zwölf Minuten, nachdem der Anruf eingegangen ist, kommt eine Rückmeldung aus dem Rettungswagen: Die Einsatzkräfte haben den Unfallort erreicht, es gibt einen Leichtverletzten. Weitere vier Minuten später trifft auch die Feuerwehr ein und meldet: Es sind tatsächlich drei Fahrzeuge beteiligt, die linke Spur ist blockiert.

Die Disponentin tippt alle Informationen in den PC dokumentiert alle Rückmeldungen. So können sämtliche Einsätze genau nachvollzogen werden. 2017 verzeichnete die Leitstelle insgesamt rund 132 500 Anrufe. 83 500 Mal rückte der Rettungsdienst aus, 4300 Mal die Feuerwehr. Seit Jahren steigen diese Zahlen stetig an. „Die Menschen werden schließlich älter, dann entstehen auch mehr Krankheiten“, sagt Reiner Wolf, Leiter der Integrierten Leitstelle. Außerdem verändere sich in Bayern die Krankenhauslandschaft, manche Kliniken schließen oder werden zusammengelegt – dadurch sind mehr und weitere Fahrten nötig.

Manchmal wird die 112 auch bei Beschwerden gewählt, die einfach in einer Praxis behandelt werden können. Dann verweisen die Disponenten auf die Telefonnummer 116117, über die der ärztliche Bereitschaftsdienst koordiniert wird. „Letztes Jahr hat auch mal eine ältere Frau angerufen, weil ihre Heizung ausgefallen ist“, erzählt Kappelmeier – eigentlich nicht das Aufgabengebiet der Leitstelle. „Aber wenn man raushört, dass sich jemand wirklich nicht mehr zu helfen weiß, unterstützt man ihn trotzdem.“

Dann klingelt wieder das Telefon. „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Guten Tag“, sagt Kappelmeier erneut, als sie den Anruf annimmt. Es meldet sich der Mann aus dem Unterallgäu, dessen Frau heute Vormittag keine Luft mehr bekommen hatte. Mittlerweile ist alles wieder gut – ihr war beim Essen etwas im Hals stecken geblieben, die Haushaltshilfe leistete erfolgreich Erste Hilfe. Der Mann möchte nur noch eines loswerden, er sagt: „Dankeschön!“

Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/kreis-neu-ulm-bayern/ein-tag-in-der-integrierten-leitstelle-donau-iller-24821826.html