Feuerwehr Reisensburg unter neuer Führung

Neuer 1. Kommandant Alexander Werdich, die ehemaligen Wehrführer Stefan Löhle und Martin Mayer, 1. Vorstand Gerhard Stocker und sein Stellvertreter Norbert Stelzle, sowie der neue Kommandantenstellvertreter Christian Stelzle

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Feuerwehr Reisensburg stand neben der Wahl der Vorstandschaft auch die Neuwahl der Kommandanten an. Hierzu konnte der Vorsitzende Gerhard Stocker 49 stimmberechtigte Mitglieder und die Stadträte Ferdinand Munk, Margit Werdich-Munk, Günter Treutlein und Erhard Uhl begrüßen. Von der Feuerwehr Günzburg konnte das Führungsduo mit Stadtbrandinspektor Christian Eisele und Stadtbrandmeister Achim Senser willkommen geheißen werden. Von der Kreisfeuerwehrinspektion kam Kreisbrandmeister Ralf Maier um der Versammlung zu folgen.

Im Anschluss an die Begrüßung verlas der scheidende Kommandant Martin Mayer seinen Tätigkeitsbericht, seinen zwölften und somit Letzten. Er habe Ihn extra kurzgehalten, und solle nicht länger wie eine Zigarettenlänge und ein letztes Glas im Stehen dauern, und so berichtete er über die Einsätze im vergangenen Jahr die sich zum Glück nur auf neun beziffern lassen. Spektakulärster Einsatz war wohl der Brand einer KFZ Werkstatt im Günzburger Industriegebiet.

In der aktiven Mannschaft befinden sich derzeit 34 Männer und eine Frau. Drei Mitglieder besuchten im vergangenen Jahr erfolgreich den Maschinistenlehrgang in Thannhausen. Bei der Inspektion am 23.5.2017 konnten wir mit der Note „sehr gut“ im Löschaufbau sowie der Note „gut“ in der Einsatzübung unser Können unter Beweis stellen. Er bedankte sich bei seinem Stellvertreter Stefan Löhle für die sehr gute Zusammenarbeit, ebenso galt sein Dank der Vorstandschaft die in allen Belangen unkompliziert unterstützend zur Seite stand. Als letzte Amtshandlungen Mayers beförderte er Nico Zacher zum Hauptfeuerwehrmann und Daniel Engenhardt zum Oberfeuerwehrmann. Per Handschlag wurde Ricardo Santos in die aktive Wehr aufgenommen.

Einen weiteren letzten und zwölften Bericht verlas der Jugendwart Alexander Werdich. Im Berichtszeitraum hielten die elf Jugendlichen 22 Übungen ab. Neben feuerwehrtechnischen Inhalten standen auch diverse Unternehmungen auf dem Programm wie beispielsweise die Besichtigung der Flughafen-Feuerwehr in München, Müllsammeln bei der Aktion „saubere Stadt“, oder als großes Highlight, der Besuch von a-TV. Beim Wissenstest in Burgau konnte Johannes Anwald Stufe 1 und Josefine Merklein Stufe 4 ablegen. Werdich bedankte sich ebenfalls bei allen Unterstützern in seiner Amtszeit als Jugendwart.

Spannend wurde es bei den Neuwahlen der Kommandanten. Unter der Leitung des Wahlausschusses bestehend aus den Stadträten Ferdinand Munk, Erhardt Uhl und Günther Treutlein, galt es die Ämter neu zu besetzen. Zum ersten Kommandanten vorgeschlagen und gewählt wurde Alexander Werdich. Sein neuer alter Stellvertreter wurde der ehemalige stellvertretende Jugendwart Christian Stelzle. Beide nahmen die Wahl an, alle Anwesenden beglückwünschten die Gewählten.

Im Anschluss an die Dienstversammlung fand die Mitgliederversammlung des Vereins statt. Stocker berichtete über diverse Vereinsaktivitäten wie den traditionellen Vereinsausflug und die Floriansmesse zu Ehren des Schutzpatrones. Der berühmte Feuerwehr Faschingsball, das allseits beliebte Dorffest im August und das Schlachtfest fanden wieder sehr großen Anklang, und sorgten für einen soliden Kassenstand was auch Kassierer Bernhard Wahl bestätigte. Die hervorragend geführte Kasse welche von Kassenprüfer Markus Mayerhofer und Markus Stelzle geprüft wurde ließ ohne Einwände eine Entlastung des Vorstandes und des Schatzmeisters zu.

Auch die Kinderfeuerwehr war wieder fleißig. Die kleinen Floriansjünger treffen sich ebenfalls im zweiwöchigen Rhythmus und unternehmen allerhand. Höhepunkte waren der Besuch von Augsburg-TV. In einem ca. dreiminütigem Videobeitrag wurde die Kinder- und Jugendgruppe vorgestellt. Der Besuch der Flughafenfeuerwehr in München beeindruckte nicht nur die Kinder. Die Besichtigung der Günzburger Polizei rundete das vergangene Jahr ab, besonders als alle drei Betreuer der Kinderfeuerwehr in einer Zelle ausharren mussten. Zudem findet aber auch noch eine Heranführung an die Feuerwehr statt z. B. bei gemeinsamen Übungen mit der Jugendfeuerwehr oder bei einfacher Gerätekunde. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig Kinder schon sehr früh an einen unseren Verein zu binden, sonst haben wir bald keinen mehr der anderen helfen kann.“

Bei der Wahl der Vorstandschaft übernahm wieder der gleiche Wahlausschuss die Wahlleitung. Im Amt als Vereinsvorsitzender wurde Gerhard Stocker bestätigt, auch der stellvertretende Vorsitzende Norbert Stelzle und Kassierer Bernhard Wahl behalten Ihren Posten. Neuer Schriftführer wurde Burkhard Sterk. Als Beisitzer wurden Christian Eisele, Sebastian Kuhn, Schroweg Martin und Schroweg Stefan berufen. Die Kasse wird wie bisher durch Markus Mayerhofer und Markus Stelzle geprüft. Bei Festen und Umzügen tragen Sebastian Kuhn, Martin Schroweg und Daniel Engenhardt die Vereinsfahne. Um die Fahrzeuge und Gerätschaften kümmern sich Johann Stelzle, Martin Mayer und Daniel Engenhardt. Die Jugendgruppe wird künftig von Nico Zacher, Timo Stelzle und Daniel Engenhardt betreut und ausgebildet. Aus der Vorstandschaft schieden der ehemalige Schriftführer Johannes Werdich und der Beisitzer Bernd Messerschmidt aus.

Im Anschluss an die Wahlen folgten die Grußworte. Feuerwehrreferent und Stadtrat Ferdinand Munk überbrachte die Grußworte der Stadt Günzburg in Vertretung für den erkrankten Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Er beglückwünschte alle neu Gewählten, und er hoffe dass alle Aktiven immer heil und gesund von Ihren Einsätzen nachhause kommen. Kreisbrandmeister Ralf Maier überbrachte die Grüße der Kreisfeuerwehrinspektion und sprach ebenfalls seine Glückwünsche aus. Last but not least ergriff Stadtbrandinspektor Christian Eisele das Wort. Die Wichtigkeit der Feuerwehr Reisensburg sei nicht zu unterschätzen, der flächenmäßig größte Stadtteil mit topografischen Besonderheiten halte die ein oder andere Herausforderung bereit, umso wichtiger sei es eine gut funktionierende Wehr vor Ort zu haben. Ferner berichtete er über die kürzlich stattgefundene modulare Truppmann-Ausbildung sowie den momentanen Stand bei der Einführung des Digitalfunks und des Feuerwehr-Bedarfsplan.

Weitere Infos zur Feuerwehr Reisensburg unter www.ff-reisensburg.de

Bericht: Thomas Burghart FF Reisensburg / KFV GZ
Bild: Helmut Werdich FF Reisensburg

Autobahn 8 musste nach Unfall gesperrt werden

Unfall auf der A8 Hv?he AS Leipheim Richtung Stuttgart

Bei einem Verkehrsunfall auf der A8 bei Leipheim sind am Donnerstagnachmittag zwei Menschen leicht verletzt worden.

Gegen 16 Uhr war ein 60-Jähriger war mit seinem Auto in Fahrtrichtung Stuttgart unterwegs. Etwa auf Höhe der Anschlussstelle Leipheim verlor der Mann aus nicht näher geklärter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte damit gegen die Mittelbebauung. Im Anschluss schleuderte der Wagen quer über die Fahrbahn und kam am rechten Fahrbahnrand zu Stehen. Der Mann sowie ein sechsjähriges Kind wurden bei dem Unfall leicht verletzt und mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Für die Landung eines Rettungshubschraubers musste die Autobahn in Richtung Stuttgart kurzfristig komplett gesperrt werden, der Helikopter wurde dann aber doch nicht mehr benötigt. Neben Polizei und Rettungskräften war auch die Freiwillige Feuerwehr Leipheim mit gut 20 Mann im Einsatz. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste der rechte Fahrstreifen gesperrt werden. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und einem Rückstau von knapp sechs Kilometern Länge. Der Gesamtschaden beträgt nach Angaben der Polizei etwa 5000 Euro. 

Quelle: Günzburger Zeitung

Mehr Brände und schwere Unfälle im Kreis

Mit fast 70.000 Einsatzstunden geraten die Feuerwehren im Kreis an ihre Belastungsgrenze. Zu schaffen macht ihnen die wachsende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der A8Copy%20of%20DSC_0334.tif

Die wachsende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der A8 bereitet den Feuerwehren im Landkreis Bauchschmerzen. Kreisbrandinspektor Wolfgang Härtl sieht die Zunahme vor allem im Zusammenhang mit dem dreispurigen Ausbau der Autobahn. Die Einsatzstellen seien weitläufiger geworden, die Unfallmechanismen hätten sich geändert und erforderten andere Vorgehensweisen bei der Abarbeitung, erklärte Härtl bei der Dienstversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Bräuhaussaal in Ursberg.

Auch bei den Bränden waren die 108 Feuerwehren im Landkreis im vergangenen Jahr stark gefordert.

Mit den Werks- und Betriebsfeuerwehren leisteten fast 4300 Männer und Frauen ihren Dienst im Ehrenamt, um in unterschiedlichen Notlagen, Bränden und Unfällen zu helfen. Trotz ihres engagierten Eingreifens entstanden hohe Sachschäden durch Unfälle oder Brände, aber auch durch Unwetter. Mit neun Einsätzen mehr als im Vorjahr stieg die Zahl der Einsätze im Jahr 2017 auf 1524. 364 Mal wurde die Feuerwehr gerufen, weil es brannte – 19 Mal öfter als im Vorjahr. 780 Mal rückten die Wehren zu technischen Hilfeleistungen aus. Für elf Menschen kam im vergangenen Jahr jedoch jede Hilfe zu spät.

Spuren hinterlassen die Einsätze aber auch bei den Hilfskräften, von denen 162 betreut werden mussten, 16 Feuerwehrleute wurden verletzt. Mit fast 70000 Stunden ist die Einsatzzeit auf Rekordhöhe und die Aktiven kämen teilweise an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Nach einigen Daten zu den eingesetzten Geräten und verschiedenen Übungsstunden sowie Hinweisen zu Neuerungen im Meldewesen dankte Härtl einer ganzen Reihe von Organisationen, die die Arbeit der Feuerwehren unterstützen und eine konstruktive Zusammenarbeit gewährleisten.

Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Link vermeldete, dass sich die Zahl der Mitglieder in den 83 gemeldeten Jugendgruppen auf 661 Feuerwehranwärter erhöht hat. Darunter sind 171 Mädchen. Link wies die anwesenden Kommandanten noch darauf hin, dass sie über einen Jugendwartwechsel in ihrer Wehr grundsätzlich informieren sollten.

Nicht nur die Wahl des Versammlungsortes Ursberg mache ihn stolz, sondern der hohe Ausbildungsstand und die Anstrengungen und Bemühungen in der Jugendarbeit verdienten große Anerkennung, sagte 2. Bürgermeister Anton Jeckle in seinem Grußwort.

„Das heutige Treffen ist eine wunderbare Gelegenheit, Ihnen meine vollste Anerkennung und Wertschätzung für diese ehrenamtliche Arbeit entgegenzubringen, denn das Gefährdungspotenzial, das Sie abdecken müssen, ist sehr umfangreich“, lobte auch Landrat Hubert Hafner.

 

In einer ausführlichen Laudatio ging er auf die Laufbahn von Robert Spiller, der seit fast 17 Jahren sein Amt als Kreisbrandrat verantwortungsbewusst und zuverlässig ausübt, ein. „Mit seinen Kollegen geht er buchstäblich durchs Feuer. Es freut mich, dass wir im Landkreis eine solch harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit aufweisen können“, so Hafner. Gerne hätte er ihm im Namen des Freistaates Bayern die verdiente Ehrung überbracht, da Spiller jedoch erkrankt fehlte, erfolgt sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Die im Bericht des Schatzmeisters erwähnten Zahlen seien in Buchführung und finanzieller Hinsicht in Ordnung, bestätigte Kassenprüfer Christian Blaha.

Ohne Gegenstimme wählten die Mitglieder anschließend Martin Mayer wieder zum Schatzmeister sowie Christian Blaha (FW Unterknöringen) und Andreas Faith (Ziemetshausen) als Kassenrevisoren. Kreisbrandinspektor Härtl und Landrat Hafner ehrten im Verlauf der Versammlung mehrere verdiente Aktive mit silberner und goldener Inspektionsnadel.

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten

Mehr Geld für die Freiwilligen Feuerwehren

Löschzüge im Landkreis Günzburg erhielten 2017 mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder vom Freistaat

Die Feuerwehrleute in Bayern bewältigen rein rechnerisch alle zweieinhalb Minuten einen Einsatz. Zur Unterstützung ihrer Arbeit stockte der Freistaat die Fördermittel im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent auf gut 52 Millionen Euro auf. Knapp 3990 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich in den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Günzburg.

Mit exakt 349 Aktiven sei jede Zehnte von ihnen eine Feuerwehrfrau, wie aus einer aktuellen Anfrage der CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Hans Reichhart beim Bayerischen Staatsministerium des Innern hervorgehe. „Der Einsatz unserer Feuerwehrfrauen und -männer ist immens“, erklärt Sauter in seiner Mitteilung. „Sie stehen Tag und Nacht auf Abruf für die Gesell-schaft bereit und setzen sich dabei immer wieder Gefahren für Leib und Leben aus, zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Insgesamt seien 320000 Feuerwehrleute in Bayern aktiv, 310000 davon ehrenamtlich. „Unsere Feuerwehrleute sind ein unmittelbarer und starker Garant für Sicherheit.“

Um die Feuerwehrleute zu unter-stützen, erhöhte der Freistaat die Fördermittel. Der Grund seien Geräteverbesserungen sowie die Aufrüstung auf moderne Rettungstechnik. Insgesamt investierte der Freistaat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 184 Millionen Euro zur Gewährleistung des Feuerschutzes im Land. Davon flossen 26,6 Millionen Euro in den Regierungsbezirk Schwaben, mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder erhielten die Löschzüge im Landkreis Günzburg. Zusätzlich dazu stehen den Wehren Sonderförderprogramme für Gefahrgut-Gerätewagen, Wärmebildkameras, Digitalfunk oder Jugendschutzbekleidung zur Verfügung.

Wie in vielen Vereinen sinkt auch bei den Freiwilligen Feuerwehren die Mitgliederstärke. In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der freiwilligen Wehrleute im Freistaat um 8200 Personen. Um weiter einen umfassenden Schutz im Brand-, Überschwemmungs- und Katastrophenfall zu gewährleisten, bemühen sich der Freistaat und der Landesfeuerwehrverband, weitere Freiwillige anzuwerben. Seit 2011 stellt der Staat jährlich 275000 Euro für Imagekampagnen zur Nachwuchsgewinnung zur Verfügung. „Feuerwehren leisten eine starke Jugendar-beit“, betont auch der neue Staatssekretär Hans Reichhart. „In den Gemeinden zwischen Kammel, Mindel und Günz prägen sie den Ortszusammenhalt.“ Mit der Novellierung des bayerischen Feuerwehrgesetzes 2017 werden Möglichkeiten zur kommunalen Zusammenarbeit der Löschzüge vor Ort gegeben, außerdem wird in den Aufbau von Kinder- und Jugendfeuerwehren investiert. „Es ist richtig, dass den Wehren mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um Jugendarbeit attraktiv zu gestalten. Die Jugendarbeit ist eine wichtige Investition in die Zukunft der Freiwilligenarbeit.“

Auch die Erwachsenenbildung der Feuerwehrleute wird gestärkt. Für die Ausbildung ehrenamtlicher Feuerwehrkräfte investierte der Freistaat von 2008 bis 2017 mehr als 228 Millionen Euro. So konnten die Lehrgangskapazitäten an den Feuerwehrschulen von 46000 Fortbildungstagen (2011) auf 65000 im Jahr 2017 erhöht werden. Um dieses Plus zu gewährleisten, erhöhte der Freistaat die Lehrstellen an den Schulen um 60 Personen, 65 Millionen Euro wurden für bauliche Verbesserungen investiert, die Erhöhung der Bettenzahl von 330 auf 460 kostete 60 Millionen.

Quelle: Günzburger Zeitung

Die Polizei übt den Ernstfall

Das Szenario bei der Simulation in Günzburg: Ein Täter verletzt mehrere Badegäste. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr sind im „Einsatz“.

Mehr als 150 Personen – Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und der Freiwilligen Feuerwehr – waren am Samstag vier Stunden lang im „Einsatz“. Der war glücklicherweise im Bereich des Eichwaldbades zwischen 9 und 13 Uhr nur für eine Übung nachgestellt. Gedachte Grundlage war ein Szenario, bei dem eine Person mehrere Besucher des Eichwaldbades mit einer Waffe verletzt.

Die Übenden hatten somit unter anderem die Aufgabe, den Angriff des „Täters“ zu beenden sowie die Bergung und Versorgung der Verletzten sicherzustellen. Wichtig war nun das einsatztaktische Vorgehen der Polizei, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Übungsinhalt war zum Beispiel die strukturierte Aufnahme einer größeren Anzahl von Verletzten am Kreiskrankenhaus.

Die Übung hatte jedoch auch zum Ziel, die koordinierte Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und die bestehenden Kommunikationswege zu überprüfen. An der Übung waren ungefähr 60 Kräfte des Rettungsdienstes, 35 Einsatzkräfte der Feuerwehr, 40 Polizeibeamte und die Integrierte Leitstelle Donau/Iller sowie die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West beteiligt. Das Technische Hilfswerk aus Neu-Ulm, Krumbach und Günzburg stellte 20 Mitglieder, die als Statisten verschiedene Rollen zu spielen hatten. 

Quelle: Günzburger Zeitung

Autobahn 8: Schneller unachtsamer Spurwechsel führt zu Unfall bei Burgau

Unfall A8 Burgau 22032018 1Eine 38-jährige Frau wurde nach einem Unfall am Donnerstagnachmittag, 22.03.2018, auf der A 8 an der Anschlussstelle Burgau mit schwereren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Während der Aufräumungsarbeiten staute sich der Verkehr in Richtung München etwa auf 9 Kilometer zurück. Die Autobahnpolizei Günzburg gibt den Sachschaden mit rund 18.000 Euro an.

Die Frau war gegen 16.30 Uhr an der Anschlussstelle Burgau in Richtung München auf die Autobahn 8 aufgefahren und wechselte danach rasch vom rechten über den mittleren auf den linken Fahrstreifen. Dort fuhr ein 54-Jähriger mit seinem Auto. Er bremste noch stark ab, konnte nicht mehr ausweichen und fuhr dem Wagen der Frau ins Heck. Diese geriet dadurch außer Kontrolle, krachte gegen die Betongleitwand und überschlug sich mindestens einmal. Das Auto blieb letztlich auf dem mittleren Fahrstreifen stehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Günzburg unterstützte den Rettungsdienst bei der Rettung der Verletzten aus ihrem Fahrzeug und sicherte die Unfallstelle ab. Wegen der Sperrung der durch den Unfall betroffenen Fahrstreifen – es wurde einspurig an der Unfallstelle vorbeigeleitet – bildete sich bald ein langer Rückstau. Der Autobahnbetreiber Pansuevia waren ebenfalls im Einsatz. Die beiden Unfallwagen wurden abgeschleppt. Die Aufräumungsarbeiten waren kurz nach 18.00 Uhr beendet, der Stau in Richtung München löste sich in der Folge auf und die Autobahn war wieder ungehindert befahrbar.

Quelle: BSAktuell.de

Gundremmingen: Im Kreisverkehr gegen Baum geprallt

Gegen 07.15 Uhr, am 24.03.2018, ereignete sich am Kreisverkehr, auf der Umgehungsstraße Gundremmingen, ein Verkehrsunfall mit einem Transporter.

Unfall Grundremmingen Kreisverkehr 24032018 10Der Fahrer des Transporters war auf der ST2025 von Lauingen in Richtung Gundremmingen unterwegs. Zum Unfallzeitpunkt herrschte dichter Nebel. Der Lenker des Transporters fuhr in den Kreisverkehr und prallte dort gegen einen Baum. Nach ersten Informationen zog sich der Fahrer hierbei leichte Verletzungen zu und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren.

Neben einem Rettungswagen und einem Notarztfahrzeug, war die Freiwillige Feuerwehr Gundremmingen vor Ort. Sie sperrte teilweise den Kreisverkehr, beseitigte den Baum und kümmerte sich um die auslaufenden Betriebsstoffe. Eine Streife der Polizeiinspektion Burgau nahm den Verkehrsunfall auf. Die Unfallursache dürfte die schlechte Sicht gewesen sein.

Quelle: BSAktuell

Häufig werden Brände gemeldet – obwohl es nicht brennt

Die Feuerwehr muss im Landkreis immer wieder ausrücken, obwohl es gar kein Feuer gibt. Was es damit auf sich hat und welche Folgen das haben kann.

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In den vergangenen Tagen sind Feuerwehren im Landkreis Günzburg öfter ausgerückt, weil Brandmeldeanlagen Alarm ausgelöst hatten. Alleine vom 26. Februar bis 1. März kam das sieben Mal vor, zeigt die Übersicht des Kreisfeuerwehrverbands. In der Regel gibt es bei solchen Meldungen aber kein Feuer. Kreisbrandrat Robert Spiller sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass es Zeiten gebe, in denen sich solche Alarme häuften, beispielsweise bei Kälte oder starkem Wind.

Er spricht nicht vom Fehl-, sondern vom Täuschungsalarm, da die Anlagen durchaus etwas registrieren. So könnte es sein, dass Wind Staub aufwirbelt, und dieser als Rauch interpretiert werde. Davon abgesehen komme es immer wieder vor, dass Staplerfahrer in Firmen an Sprinkleranlagen hängen bleiben, und auch dadurch ein Alarm ausgelöst wird.

Dass in Unternehmen bei Kälte öfter Melder anschlagen, kann sich der Geschäftsführer von Esotronic, nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen in Süddeutschland auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik mit Sitz in Bubes-heim, nicht pauschal erklären. Dabei müsse geprüft werden, sagt Rolf Haugg, ob sich in einer Firma im Winter gegenüber den warmen Jahreszeiten etwas verändere.

Eigentlich sollte es keine falschen Alarme geben

So gebe es Anlagen, die auf Temperaturunterschiede reagieren und angesichts der derzeit niedrigeren Werte Alarm geben könnten. Aber die Technik sei so ausgereift, dass dies nicht vorkommen sollte – wenn die Geräte richtig eingestellt sind. Es komme aber vor, dass sich beispielsweise in der Produktion eines Betriebs etwas ändert, und vergessen wird, die Brandmeldeanlage auch umzustellen. Normalerweise gebe es vier Mal im Jahr eine Wartung, bei der auch darauf geachtet und beispielsweise zudem geprüft wird, ob ein Melder noch richtig funktioniert. „Bei einer ordentlichen Wartung darf es keine falschen Alarme geben“, betont Haugg. Aber dafür müsse ein Betrieb erst einmal auch Fachleute damit beauftragen.

Vorkommen kann es auch, dass generell falsche Melder installiert sind, etwa wenn ein hitzeempfindliches Gerät neben einem Brennofen hängt. So oder so müsse auf die Funktionstüchtigkeit geachtet werden, zumal es auch Meldeanlagen gebe, die nicht direkt mit der Feuerwehr verbunden sind. Und wenn es dann immer einen falschen Alarm gibt, bestehe die Gefahr, dass ein richtiger vom Personal nicht mehr ernst genommen wird. Gute Technik und eine ausgiebige Planung seien mit größeren Anschaffungskosten verbunden, die sich aber auf lange Sicht bezahlt machten.

Die Unternehmen müssen Einsätze bei Technikfehler zahlen

Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis nach Robert Spillers Worten insgesamt 172 Brandeinsätze und 192 Fehl- beziehungsweise Täuschungsalarme. Von einem Fehlalarm spricht man, wenn jemand beispielsweise wegen einer Rauchentwicklung den Notruf wählt, sich aber herausstellt, dass es nicht brennt. So wurde einmal im Bereich der Windräder im Scheppacher Forst ein möglicher Brand gemeldet, aber offenbar hatte der Wind nur viel Staub aufgewirbelt.

Früher habe es übrigens durchaus Firmen gegeben, bei denen sich Täuschungsalarme häuften, aber das komme heute so nicht mehr vor. Schließlich müssen die Unternehmen den Einsatz der Feuerwehr bezahlen, wenn die Technik Alarm auslöst, es aber keinen Notfall gibt. Die Wehr muss dann kommen, die Situation klären und die Anlage wieder scharf stellen.

Kosten zwischen 500 und 1000 Euro

Da die Gemeinden unterschiedliche Satzungen und somit unterschiedliche Preise haben, könne er nicht pauschal sagen, wie teuer ein solcher Einsatz wird. Aber man könne von einer Summe zwischen 500 und 1000 Euro ausgehen. Auch für mutwillige Fehlmeldungen von Personen wird es eine Rechnung geben – und Ermittlungen der Polizei. Aber wenn jemand im guten Glauben ein mögliches Feuer meldet, muss derjenige nicht für die Kosten des Einsatzes zahlen.

Absichtliche Fehlmeldungen kämen inzwischen nicht mehr häufig vor, genauso wenig das Drücken eines Feuermelders aus „Spaß“, etwa um die Einsatzkräfte ausrücken zu sehen. So oder so könne es aber durchaus Probleme mit sich bringen, wenn sich die Fehl- und Täuschungsalarme häufen, weil dann die Bereitschaft der Arbeitgeber noch weiter sinken könne, Mitarbeiter für den Dienst in der Feuerwehr freizustellen. Generell sei diese gesunken, vor allem in Orten, in denen die Einsatzzahlen steigen. Aber insgesamt seien doch noch sehr viele Betriebe kulant – auch, weil sie um den großen Vorteil wüssten, Feuerwehrleute bei sich zu haben, die auch in der eigenen Firma im Notfall schnell reagieren können.

Quelle: Günzburger Zeitung

Floriansjünger aus Großanhausen gewinnen die Stadtmeisterschaft der Feuerwehren

Foto Helmut Göppel

Bei der „27. Kegel-Stadtmeisterschaft“ der Feuerwehren der Stadt Burgau belegten zwei von insgesamt drei teilnehmenden Mannschaften aus Großanhausen (I und III -Jugend) jeweils den ersten Platz und durften die von Bürgermeister Konrad Barm gestifteten Wanderpokale in Empfang nehmen.
Auf den Kegelbahnen bei Wendelin Offenwanger war Hochbetrieb. Insgesamt 11 Mannschaften – davon drei Jugendmannschaften – mit 55 Keglerinnen und Keglern von den Feuerwehren aus Burgau, Oberknöringen, Unterknöringen,

Limbach, Großanhausen sowie die Stadtverwaltung Burgau traten zum Turnier an.

Bei der Siegerehrung konnte Bürgermeister Barm, die von ihm gestifteten Wanderpokale, der Feuerwehr Großanhausen I und III (Jugend) übergeben. Dieses Team präsentierte sich in Hochform und belegte mit 946 Holz den 1. Platz vor der Feuerwehr Limbach I mit 867 Holz. Platz drei erkämpfte sich die Mannschaft der Stadtverwaltung Burgau mit 829 Holz. Die weiteren Platzierungen: 4. Burgau I (828), 5. Burgau II (803), 6. Oberknöringen I (767), 7. Unterknöringen I (734), 8. Großanhausen II (673).
Mit überragenden 636 Holz verteidigte die Jugend aus Großanhausen den Titel „Stadtmeister“ und verwies die Mannschaften aus Unterknöringen II (469) und Unterknöringen III (411) auf den zweiten und dritten Platz.
Als beste Einzelkegler wurden ausgezeichnet: Regina Walburger, Großanhausen I mit 205 Holz und Andre Widmann, Limbach I mit 209 Holz. Bei den Jugendlichen wurden Annika Göppel  (158) und Nico Stark (128) – beide Großanhausen III besonders geehrt.

Ulrich Mändle, Erster Vorstand der Feuerwehr Großanhausen, freute sich über die tolle Beteiligung und die Tatsache, dass Dank großzügiger Sponsoren jeder teilnehmenden Mannschaft ein Präsent überreicht werden konnte. Sein besonderer Dank galt seinem Vereinskameraden Markus Müller für die hervorragende Organisation.

Beschreibung Bild: Siegerehrung mit Vertretern aller teilnehmenden Mannschaften, Schirmherr Erster Bürgermeister Konrad Barm und 3. Bürgermeister Herbert Blaschke, 1. Vorstand Ulrich Mändle und Markus Müller Organisator FF Großanhausen sowie die besten Einzelkegler

Ein Tag in der Integrierten Leitstelle Donau-Iller

Die Disponenten – hier Daniel  Stumpp und Sabine Kappel­meier – arbeiten eng zusammen.
© Foto: Volkmar Könneke

Der Mann am Telefon klingt aufgeregt. Ein Keuchen, dann rattert er ohne Luft zu holen eine Adresse im Unterallgäu herunter. „Meine Frau hat einen Erstickungsanfall, wir brauchen einen Notarzt, schnell“, ruft er. Sabine Kappelmeier tippt die Daten in ein Formular ein, ihre Finger huschen über die Computertastatur. „Der Rettungsdienst ist unterwegs zu Ihnen“, sagt sie, ruhig und freundlich. „Ist Ihre Frau ansprechbar?“ Doch da ist nur noch ein Tuten zu hören – der Anrufer hat schon wieder aufgelegt.

Kappelmeier arbeitet in der Integrierten Leitstelle Donau-Iller (ILS) in Krumbach. Hier werden sowohl Einsätze des Rettungsdienstes als auch der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes organisiert. Wer in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Unterallgäu oder der Stadt Memmingen die Notrufnummer 112 wählt, landet bei einem der 23 Disponenten. Sie arbeiten aber nicht nur Notfälle ab, sondern planen auch Krankentransporte und vorhersehbare Einsätze: Dieses Wochenende sind zum Beispiel viele Feuerwehren bei Funkenfeuern unterwegs.

Die Einsatzzentrale liegt im ersten Stock eines unscheinbaren Gebäudes in der Krumbacher Innenstadt. Die Möbel sind aus hellem Holz, an den Fenstern hängen Jalousien. An jedem der sechs Arbeitsplätze stehen fünf Bildschirme. Schichtleiter Daniel Stumpp deutet auf einen davon. „Hier sieht man die aktuellen Einsätze“, sagt er. Einige Zeilen sind gelb eingefärbt, diese Einsätze laufen gerade. Was blau gekennzeichnet ist, ist heute noch zu erledigen – etwa ein Krankentransport in die Weißenhorner Klinik. „Gerade ist die Lage relativ ruhig“, sagt Stumpp. „Das kann in einer halben Stunde aber schon ganz anders aussehen.“

Plötzlich klingelt das Telefon, bei jedem der Disponenten poppt eine Meldung auf dem Bildschirm auf. Kappelmeier setzt ihr Headset auf und klickt auf ein Hörer-Symbol. „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Kappelmeier, Grüß Gott“, sagt sie. Es meldet sich eine Erzieherin aus einem Kindergarten im Unterallgäu. Ein Junge sei gestürzt und mit dem Kopf auf einem Fensterbrett aufgeschlagen. „Er hat eine Platzwunde, wir können die Eltern nicht erreichen.“ Kappelmeier erkundigt sich noch, wie alt der Junge ist: drei Jahre. „Wir schicken jemanden“, sagt sie dann. Drei Minuten, nachdem der Anruf eingegangen ist, sind die Sanitäter schon unterwegs zum Kindergarten.

Die Disponentin nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche. „Für mich ist das wirklich ein Traumjob“, sagt sie. „Wenn man nach Hause geht, weiß man, dass man etwas Sinnvolles getan hat.“ Eigentlich hat die 36-Jährige Erzieherin gelernt, früher in einer Kinderkrippe gearbeitet. Seit neun Jahren ist sie nun schon in der Leitstelle beschäftigt, momentan in Teilzeit. „Ich bin da so reingerutscht, mit zwölf Jahren hab ich schon bei der Feuerwehr angefangen.“

Das ist auch Voraussetzung für den Disponenten-Job. Wer sich bewirbt, sollte schon die Gruppenführer-Prüfung der Freiwilligen Feuerwehr bestanden haben, außerdem muss man Rettungsassistent oder Notfallsanitäter sein. „Die eigentliche Ausbildung zum Disponenten erfolgt dann vor Ort“, erklärt Schichtleiter Stumpp. Anfänger hören zuerst mit, wenn erfahrene Kollegen telefonieren, steigen dann langsam selbst ins Telefonieren und Disponieren ein. Parallel dazu gibt es eine zehnwöchige Schulung, die an die Ausbildung der Berufsfeuerwehr angelehnt ist. Dazu kommt ein siebenwöchiger Disponenten-Lehrgang an der Feuerwehrschule im oberbayerischen Geretsried. „Bis man fertig ausgebildet ist, dauert das etwa ein Jahr. Das hängt aber etwa auch von den Ortskenntnissen ab.“

Drei Arbeitsplätze in der Leitstelle sind immer besetzt – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. An einem sitzt der Schichtführer, er behält den Überblick über alle Einsätze. Ein Kollege organisiert den Rettungsdienst, einer die Einsätze der Feuerwehren. Je nach Zeit und Lage kommen noch weitere Mitarbeiter dazu, die sich nur ums Telefonieren kümmern und die Daten dann an die Kollegen weitergeben. Für größere Unglücke gibt es dafür sogar noch einen extra Raum. „Grundsätzlich gilt aber: Jeder kann alle Dienste machen“, sagt Schichtleiter Stumpp. „Ich telefoniere auch ganz normal mit, wie alle anderen auch.“

Kappelmeier hat heute Feuerwehrdienst. Plötzlich erklingt ein leiser Gong, auf ihrem Bildschirm taucht ein kleines Feuer-Symbol auf. Ein Autofahrer hat übers Handy einen Unfall auf der A7 zwischen dem Dreieck Hittistetten und Nersingen gemeldet. Drei Autos seien darin verwickelt – ob jemand verletzt ist, weiß niemand. Diesmal gibt es einen „kombinierten Einsatz“: Feuerwehr und Rettungsdienst rücken aus. Das Computersystem macht automatisch Vorschläge, welche Feuerwehr den Unfallort am besten erreichen kann – in diesem Fall sind die Einsatzkräfte aus Senden dran. Zwölf Minuten, nachdem der Anruf eingegangen ist, kommt eine Rückmeldung aus dem Rettungswagen: Die Einsatzkräfte haben den Unfallort erreicht, es gibt einen Leichtverletzten. Weitere vier Minuten später trifft auch die Feuerwehr ein und meldet: Es sind tatsächlich drei Fahrzeuge beteiligt, die linke Spur ist blockiert.

Die Disponentin tippt alle Informationen in den PC dokumentiert alle Rückmeldungen. So können sämtliche Einsätze genau nachvollzogen werden. 2017 verzeichnete die Leitstelle insgesamt rund 132 500 Anrufe. 83 500 Mal rückte der Rettungsdienst aus, 4300 Mal die Feuerwehr. Seit Jahren steigen diese Zahlen stetig an. „Die Menschen werden schließlich älter, dann entstehen auch mehr Krankheiten“, sagt Reiner Wolf, Leiter der Integrierten Leitstelle. Außerdem verändere sich in Bayern die Krankenhauslandschaft, manche Kliniken schließen oder werden zusammengelegt – dadurch sind mehr und weitere Fahrten nötig.

Manchmal wird die 112 auch bei Beschwerden gewählt, die einfach in einer Praxis behandelt werden können. Dann verweisen die Disponenten auf die Telefonnummer 116117, über die der ärztliche Bereitschaftsdienst koordiniert wird. „Letztes Jahr hat auch mal eine ältere Frau angerufen, weil ihre Heizung ausgefallen ist“, erzählt Kappelmeier – eigentlich nicht das Aufgabengebiet der Leitstelle. „Aber wenn man raushört, dass sich jemand wirklich nicht mehr zu helfen weiß, unterstützt man ihn trotzdem.“

Dann klingelt wieder das Telefon. „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Guten Tag“, sagt Kappelmeier erneut, als sie den Anruf annimmt. Es meldet sich der Mann aus dem Unterallgäu, dessen Frau heute Vormittag keine Luft mehr bekommen hatte. Mittlerweile ist alles wieder gut – ihr war beim Essen etwas im Hals stecken geblieben, die Haushaltshilfe leistete erfolgreich Erste Hilfe. Der Mann möchte nur noch eines loswerden, er sagt: „Dankeschön!“

Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/kreis-neu-ulm-bayern/ein-tag-in-der-integrierten-leitstelle-donau-iller-24821826.html