Sprengung einer Panzerabwehrrakete in Leipheim

Bild: BSAktuell

In Leipheim wurde am Freitagabend, 06.07.2018, eine Granate aus dem 2. Weltkrieg gefunden.Nachdem es gestern in Leipheim in einem kleinen Bereich zu einem Stromausfall gekommen war, rückte ein Messwagen der EnBW an, um die Schadstelle zu lokalisieren. Wie ein Mitarbeiter des Unternehmens vor Ort mitteilte, wurde in den betroffenen Leitungsstrang ein Signal gesendet. Am Messgerät konnte so abgelesen werden, nach wieviel Meter der Leitung sich der Defekt befindet. Anhand von Plänen konnte somit eine Stelle lokalisiert werden, die an der Fonyoder Straße Ecke Jakob-Wehe-Straße lag. Dort wurde auf dem Gelände einer Firmenhalle, direkt an der Straße, der betroffene Bereich mit einem Bagger geöffnet. Hierbei kam es dann zum Fund der amerikanischen Panzerabwehrrakete. Diese wurde im 2. Weltkrieg hauptsächlich gegen gepanzerte Fahrzeuge und Bunker eingesetzt.

Bereich wurde über Nacht gesichert
Gegen 20.30 Uhr, so Stefan Müller, Einsatzleiter der Polizei und Inspektionsleiter der Polizeiinspektion Günzburg, erhielt die Polizei die Information über den Fund. Daraufhin wurde der betroffene Bereich abgesperrt und Fotos des Blindgängers angefertigt. Diese wurden dem Sprengkommando Ingolstadt zugesendet, die an diesem Wochenende Bereitschaft hat. Hierbei wurde erkannt, dass der Blindgänger im unverschossenen Zustand mit einem Vorstecker versehen, der hier aber fehlte. Die Rakete wurde also abgefeuert, kam aber aus jetzt nicht mehr nachvollziehbaren Umständen nicht zur Explosion. In diesem Fall kommt eine Entschärfung nicht mehr in Frage. Aufgrund der einbrechenden Dunkelheit entschied man sich, den Bereich über Nacht zu sichern und erst am Samstagmorgen um 07.00 Uhr dann entsprechende weitere Maßnahmen einzuleiten.

Ein Sprengmeister braucht starke Nerven
Eine Sprengung wäre am Auffindeort nicht ohne größeren Schaden an Gebäuden und weitreichenderen Evakuierungsmaßnahmen möglich gewesen. Zudem verläuft in diesem Bereich auch eine Gasleitung. Das ein Sprengmeister auch starke Nerven braucht, bewies Michael Filips, da er den Blindgänger gegen 09.45 Uhr vorsichtig und in einem bestimmten Anstellwinkel auf einen rund 100 Meter entfernten Sportplatz trug.

Dort wurde die Panzerabwehrrakete mit Sand gesichert und in der Richtung, wo Gebäude standen, zwei Wasserbehälter gegen umherfliegende Splitter aufgestellt und mit je 1000 Liter Wasser befüllt. Der Absperrradius beträgt üblicherweise 100 Meter, so Sprengmeister Filips, doch es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Splitter noch weiter fliegen können. Daher die Sicherungsmaßnamen. Anwohner dreier Häuser mussten zum Abtransport der Rakete zum Sportplatz ihre Häuser verlassen. Die Bewohner weiterer drei Wohnhäuser, mussten sich im Inneren aufhalten. Auch ein Bürogebäude und eine Firma war betroffen. Ein Stift in der Nähe wurde vorgewarnt, dass es ein Knall-Geräusch geben wird. Mehrere Lkw-Lenker mussten ihr Gefährt umparken, da sie an diesem Sportplatz standen. Auch der Verkehr wurde zeitweise umgeleitet und Straßen gesperrt. Die Feuerwehr machte Lautsprecherdurchsagen, um die Bevölkerung zu Informieren.

Ein kurzer lauter Knall
Um 10.46 Uhr donnerte dann ein kurzer und lauter Knall durch Leipheim. Dies war die erfolgreiche Sprengung des Blindgängers. Teile einer Palette schleuderten mehrere Meter weit und die beiden Wasserbehälter liefen Aufgrund der Splitter und der Druckwelle leer. Somit konnte der Einsatz auch rasch beendet werden und alles verlief wie geplant.

Quelle: Kreis Günzburg: Sprengung einer Panzerabwehrrakete in Leipheim – Stand: 09.07.2018 – 10:13 Uhr