Mehr Geld für die Freiwilligen Feuerwehren

Löschzüge im Landkreis Günzburg erhielten 2017 mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder vom Freistaat

Die Feuerwehrleute in Bayern bewältigen rein rechnerisch alle zweieinhalb Minuten einen Einsatz. Zur Unterstützung ihrer Arbeit stockte der Freistaat die Fördermittel im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent auf gut 52 Millionen Euro auf. Knapp 3990 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich in den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Günzburg.

Mit exakt 349 Aktiven sei jede Zehnte von ihnen eine Feuerwehrfrau, wie aus einer aktuellen Anfrage der CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Hans Reichhart beim Bayerischen Staatsministerium des Innern hervorgehe. „Der Einsatz unserer Feuerwehrfrauen und -männer ist immens“, erklärt Sauter in seiner Mitteilung. „Sie stehen Tag und Nacht auf Abruf für die Gesell-schaft bereit und setzen sich dabei immer wieder Gefahren für Leib und Leben aus, zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Insgesamt seien 320000 Feuerwehrleute in Bayern aktiv, 310000 davon ehrenamtlich. „Unsere Feuerwehrleute sind ein unmittelbarer und starker Garant für Sicherheit.“

Um die Feuerwehrleute zu unter-stützen, erhöhte der Freistaat die Fördermittel. Der Grund seien Geräteverbesserungen sowie die Aufrüstung auf moderne Rettungstechnik. Insgesamt investierte der Freistaat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 184 Millionen Euro zur Gewährleistung des Feuerschutzes im Land. Davon flossen 26,6 Millionen Euro in den Regierungsbezirk Schwaben, mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder erhielten die Löschzüge im Landkreis Günzburg. Zusätzlich dazu stehen den Wehren Sonderförderprogramme für Gefahrgut-Gerätewagen, Wärmebildkameras, Digitalfunk oder Jugendschutzbekleidung zur Verfügung.

Wie in vielen Vereinen sinkt auch bei den Freiwilligen Feuerwehren die Mitgliederstärke. In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der freiwilligen Wehrleute im Freistaat um 8200 Personen. Um weiter einen umfassenden Schutz im Brand-, Überschwemmungs- und Katastrophenfall zu gewährleisten, bemühen sich der Freistaat und der Landesfeuerwehrverband, weitere Freiwillige anzuwerben. Seit 2011 stellt der Staat jährlich 275000 Euro für Imagekampagnen zur Nachwuchsgewinnung zur Verfügung. „Feuerwehren leisten eine starke Jugendar-beit“, betont auch der neue Staatssekretär Hans Reichhart. „In den Gemeinden zwischen Kammel, Mindel und Günz prägen sie den Ortszusammenhalt.“ Mit der Novellierung des bayerischen Feuerwehrgesetzes 2017 werden Möglichkeiten zur kommunalen Zusammenarbeit der Löschzüge vor Ort gegeben, außerdem wird in den Aufbau von Kinder- und Jugendfeuerwehren investiert. „Es ist richtig, dass den Wehren mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um Jugendarbeit attraktiv zu gestalten. Die Jugendarbeit ist eine wichtige Investition in die Zukunft der Freiwilligenarbeit.“

Auch die Erwachsenenbildung der Feuerwehrleute wird gestärkt. Für die Ausbildung ehrenamtlicher Feuerwehrkräfte investierte der Freistaat von 2008 bis 2017 mehr als 228 Millionen Euro. So konnten die Lehrgangskapazitäten an den Feuerwehrschulen von 46000 Fortbildungstagen (2011) auf 65000 im Jahr 2017 erhöht werden. Um dieses Plus zu gewährleisten, erhöhte der Freistaat die Lehrstellen an den Schulen um 60 Personen, 65 Millionen Euro wurden für bauliche Verbesserungen investiert, die Erhöhung der Bettenzahl von 330 auf 460 kostete 60 Millionen.

Quelle: Günzburger Zeitung