Feuerwehr Günzburg setzt nun auch auf das Wechselladersystem

Im Dezember 2013 stellte die Feuerwehr Günzburg ihren neuen Wechsellader in Dienst. Die http://www.feuerwehr-guenzburg.de/pics/blog/2013/12/82-1_vorne.jpgFirma Hensel führte die feuerwehrtechnischen Umbauten an dem Mercedes Actros durch. Das Fahrgestell ist mit ABS, ASR, Schleuderketten, gelenkter Nachlaufachse sowie Klimaanlage ausgestattet. Der 410 PS starke Motor bringt ausreichend Kraft für ein zulässiges Gesamtewicht von 26 Tonnen. Die Farbgebung Tagesleuchtrot (RAL 3026) erfolgte mittels Folienbeklebung. Für ein sicheres und schnelles Aufnehmen eines Abrollbehälters wurde sowohl eine Kamera für den Ladearm sowie eine für die Rückwärtsfahrt angebacht. Neben dem knickbarem Hakengerät zum flachen Aufsatteln der Abrollbehälter von Palfinger wurde auch ein 11 Meter Ladekran auf das Fahrgestell aufgebaut. Dieser kann bei elf Meter Ausladung noch eine Tonne heben, und ist mittels Funkfernbedienung steuerbar. Um auch Nachts sicher mit dem Fahrzeug arbeiten zu können, wurden acht LED Scheinwerfer zur Umfeldbeleuchtung angebracht. Krananschlagmittel wie Schäkel und Gurtsysteme sind in Traversenstaukästen untergebracht. Bei Einsatzfahrten sorgt die Sondersignalanlage in LED Technik für die nötige Sichtbarkeit, die original Martinhornanlage sorgt für die akustische Wahrnehmbarkeit.
 
Als erster Abrollbehälter steht den Günzburger Floriansjünger ein AB-Sonderlöschmittel zur Verfügung.  Beladen ist dieser mit 2400l AFFF alkoholbeständigem Schaummittel, 3100 Stahmex ClassA Schaumbildner, 135kg CO2 Löschanlage auf Rollcontainer, 250kg Pulverlöschanlage auf Rollcontainer, zwei tragbare Schaum/Wasserwerfer sowie eine Umfüllpumpe.
 
Im Jahre 2014 sollen weitere Abrollbehälter folgen. So folgt im Februar 2014 eine Mulde z. B. für den Transport des Gabelstaplers bei Hochwassereinsätzen. Ebenso soll das Motorboot auf einen Abrollbehälter verlastet werden. Geplant sind als weitere Behälter Hochwasserschutz und Rüstmaterial welche Zug um Zug folgen werden. Die Feuerwehr Günzburg führt als dritte Feuerwehr im Landkreis Günzburg neben den Feuerwehren Krumbach und Burgau ein Wechselladerkonzept ein.  

Im Jahre 2016 soll das zweite Wechselladerfahrzeug beschafft werden. Auf die Frage warum das Wechselladersystem bei der Feuerwehr Günzburg erst jetzt eingeführt wird beantwortet Christian Eisele wie folgt: Die FF Günzburg führt das Wechselladersystem erst jetzt ein, da für das Konzept in das komplette Fahrzuegbeschaffungsprogramm der nächsten 5 Jahre eingeflossen ist und in sich schlüssig sein musste.

Die Frage nach den Vorteilen eines Wechselladers erhielten wir sehr schlüssig beantwortet: Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass viel Material mit wenig Personal transportiert werden kann.
Beispiele sind Sonderlöschmittel wie Schaum, CO2 oder Pulver oder Hochwassereinsätze mit Sandsackfüllmaschine, Sandsäcken, Folien und Beleuchtung oder Rüstmaterial wie Multifunkionsleiter, Kanalringe für Verschüttete, Hilfeleistungssatz Eisenbahn und dergleichen.
Eisele weiter: „Das System kann jedoch niemals Fahrzeuge wie Hilfeleistungslöschfahrzuege, Rüstwagen oder Versorgungs-LKWs aufgrund ihrer Grösse und ihres Handlings ersetzen.“

Weitere Details zum Wechselladerfahrzeug sind unter www.fw-gz.de zu finden.

Bericht: Thomas Burghart, KFV GZ

 

Bild: FF Günzburg